Slow-Riding-Tour Bardonecchia
Donnerstag, 02.06.2011:
Gegen halb elf genießen Jürjen und ich bei 25 Grad und strahlendem Sonnenschein den ersten Cappu unter der „Spinne“ bei Milano. Hanno und die Dinkel-Brothers stehen noch im Grenzstau von Chiasso (Anm. der Red. NEIN ! – der schlaue Mann fährt auf der LKW-Spur bis vorn hin und ohne Wartezeit auf der LKW-Spur durch – oh, leider falsch eingeordnet ….). Das Wetter bleibt Traumhaft und wir können die schlechten Prognosen fürs Susatal gar nicht glauben………das ändert sich aber schnell als wir nach Turin in die heilige Schlucht abbiegen. Düstere Wolken wabern umher und mit jedem Höhenmeter den wir machen kommt das Unheil näher. Unheil in Form von kristallisiertem Wasser, es hat die letzten Tage bis auf knapp über Bardonecchia geschneit………na bravo.
Hanno, Sebbb und Philippo fahren eine Stunde nach uns bei Onkel Tschino auf den Hof. Nach dem herzlichen Begrüßungszeremoniell geht´s dann los…………………………..
Start zur 2011er EEG-Trial-Tour mit der Fußnote:
„Slippery when wet“
Zum Einrollen tuckern wir die Bergrennstrecke hoch zu Aldo´s Hütte am Colomion. Statt der gewohnten Aussicht auf Bardonecchia können wir heute gerade mal zehn Meter weit sehen, aber dank des Nieselregens staubt es halt auch nicht…..man kann nicht alles haben. Der Weg hoch zum Passo M. ist teilweise noch tief verschneit und wir müssen den Gipfelsturm am Aussichtspunkt abbrechen.

Wir fahren den regulären Weg runter bis unterhalb der Schneegrenze, kreuzen dann quer über den Bergrücken und nehmen die Direttissima bis zur Halfpipe. Hanno, Jürjen und Philippo reicht´s, komplett durchnässt rollen sie in Richtung Basecamp. Sebbb und ich sind noch nicht ganz gar, ich rufe ihm zu: „Col della „R“????.......er grinst und schon geht´s los. Aus dem Nieselregen ist inzwischen ein „es schüttet wie aus Kübeln“ geworden. An der ersten Bachquerung machen wir nochmal nen kurzen Stopp, speisen den reißenden Wildbach mit den letzten Mineralienresten aus Bayern und dann gibt´s kein Halten mehr. Bis zur zweiten Bachquerung geht´s noch relativ einfach und flott voran, zugegeben……jeder hätte trotzdem eine satte „Fünf“ bekommen. Damit wir nicht Festfrieren halten wir uns gar nicht lange auf und kämpfen uns über den laaaaaangen und grausamen Grat bis zur nächsten Schlüsselstelle. Leider……oder besser Gottseidank ist der Weg ab der steilen und unbarmherzigen rechtsbergauf Kehre komplett zugeschneit und wir „müssen“ Abbrechen.

Das Fahrerbier genießen wir dann wieder alle zusammen, und verkürzen uns die Wartezeit bis zum Abend-Gala-Menü mit unseren Heldengeschichten. Valeria verwöhnt uns wieder mit piemontesischen Köstlichkeiten.
Freitag, 03.06.2011:
Bereits zum Frühstück steht fest, heute
werden wir wieder „tutto kompletto Nasso“. Die wolkenbruchartigen Regenfälle
wollen einfach nicht Aufhören. Während wir uns schon mal auf die
Vormittagstour mit Gino vorbereiten, holt Hanno ein Buch hervor…..er wartet
auf besseres Wetter.
(Anm. der Red. – ich hatte den Wetterbericht studiert
und gewußt, dass der Nachmittag fast trocken wird …..)

Jürjen, die Dinkel-Brothers und ich folgen Onkel Tschino in den dunklen Wald………wo er mit uns lang gefahren ist??????........keine Ahnung ;-). Ich schreib´nur: hoch-runter-steil-schmutzig.



Pünktlich zum Mittagessen waren wir wieder zurück, und planten sogleich den Nachmittag. Hanno´s Technik, den Regen Aussitzen funktionierte, wir kamen tatsächlich trocken über den Tre Crocci zum Quattro Sorelle.


Hanno erzählte mir was von einer weiteren Direttissima, und wie´s der Teufel will……..wir haben sie gefunden. Alleine schon der Name:“ Sentiero del Paradiso“, Jucheeee …………bevor wir losfuhren sagte ich noch: „Des sann´blos 1,3 Kilomedda bis zum Tschino“………………….Luftlinie, hähähähähä. Als wir den Point of no return längst überfahren hatten, kamen dem einen und auch anderem leichte Zweifel. Hier einige Zitate (Bilder gibt´s leider keine, da war nix mit Stehenbleiben):
“Hey Leute, ich bin nicht schwindelfreiiiiiiiiiiiiii……………………….“
„Bist du Debbad gähd´s do nunndaaaaaaaaaaaaa……………“
„Fahr´einfach ganz schnell do drübaaaaaaaaa………………….“
Einer der Mitreisenden wurde sogar dabei beobachtet wie er ganz hektisch und ruckartig am Trinkschlauch seines Camelbak´s rumzerrte………………….nenene, da kommt kein Fallschirm raus ;-).
Vorm Fahrerbier noch Duschen:

Danach zur Futtergrippe:

Samstag, 04.06.2011:
Das Wetter sieht heute etwas freundlicher aus. Es schüttet zwar wieder wie der Teufel, aber irgendwie ist´s heute heller. Heute wollen auch wir von Hanno´s „regenaussitz Technik“ profitieren, wir fahren gemeinsam ins Dorf und schlendern über den Markt. Inzwischen ist´s Trocken und zwischendurch kommt sogar die Sonne raus. Beim Capputschino entschließen wir uns dazu am Lago Rochemolles nach dem Rechten zu sehen, leider war die Bachquerung nicht passierbar und wir mussten den Standardweg hochfahren.

Wir sind dann noch hoch bis zum Wasserfall am Riff. Scarfiotti und dann wieder runter zur Mittagspizza.

Hanno wollte zum Tourabschluß am Nachmittag noch ein wenig Sightseeing machen und fuhr alleine, diesmal bei strahlendem Sonnenschein über den Colomion zur Galleria Saraceni dann über Forte Foens und die Abrutschung (die inzwischen den Namen auch verdient) zurück zu Gino.

Ich führte den Rest der Truppe nochmals über die Pfade, die wir am Vortag mit Onkel Tschino fuhren, dann über Riff. Rey zum Bierhügel.

Dann quer durch den Wald zum Sentiero d´Oro und hoch bis zum Aussichtspunkt, wir wollten den Schabertoni wenigstens noch sehen………..leider hat er sich versteckt. Aber ich hab den Batzi dann doch noch entdeckt:


Mangels Sprit sind wir dann direkt über das Dörfchen „V“ nach Oulx zur Tanke gefahren, haben uns noch einen Cappu rein gezwungen und dann ging´s auch für uns zurück in Onkel Tschino´s Fahrerlager zum wohlverdienten Bier und leckerem Abendmahl.
Zum Abendessen gesellten sich dann noch
Maaakus und Fabienne dazu, die beiden waren auf Testfahrt. (die
benötigten 3 Stunden für eine Nostop Assietta Überquerung lassen sehr gut auf
den Streckenzustand schließen).
Trotz des grottenschlechten Wetters haben wir in den zweieinhalb Fahrtagen über 200 KM gemacht. Technische Defekte, soweit es diese gab, konnten mit Kabelbindern behoben werden..……wir hatten eh kein Werkzeug mit ;-).
Die Gruppe hielt wie Pech und Schwefel zusammen, jeder hat einzeln für sich gelitten………….und gemeinsam haben wir danach darüber gelacht.
Hanno é Gino 
Philippo é Jürjen 
Sebbb
é Mikka 
Schee war´s