Rennbericht Enduro-DM Waldkappel 2010
(Bericht und Fotos Mr. 40-Stroke)
Rennbericht auch hier  klixtu  -->  http://www.baboons.de/index.php/offroad-sport/enduro-dm/2428-dem-2010-5-lauf-in-waldkappel

Hier der Link zum Bericht aus "grauer Vorzeit" -->  KLIXTU  HIER   (unbedingt lesenswert !!!)

Nun kenne ich den Unterschied zwischen Endurosport mit klassischen Motorradern und Rennen zur Enduro-Klassik-Trophäe !
Meinen Spruch "lernen durch Schmerzen" mußte ich am eigenen Leib erfahren.  (Mr. 40-Stroke)

Aber vom Anfang an:
Carsten und RatbikeMan Jörg starteten in  der Seniorenklassse, Schnorry in der 450er 4T-Klasse und ich bei der Klassik. Carsten schob seine 250er Yamaha 250 4T Luftpumpe an den Start, RatbikeMan staubte seine 17 Jahre alte Husky 610 ab, Schnorry stellte die 2010er Husaberg-Benzineinspritzung auf Race und ich schob den 19 PS starken Gemischvernichter Yamaha DT 250 2Takt Bj. 1982 zur Abnahme.
   Jörg und Didi
Carsten

Die Abnahme hat inzwischen den Schrecken verloren, sachkundige "Dauer"-Prüfer prüfen die Moppetts schnell und kompetent, so entsteht kein Stau und, auch bei 450 Startern, gab es keinen Stress. Schon beim Betrachten der Klassikmotorräder im Parc Ferme wich mir ein wenig die Farbe aus dem Gesicht, denn da stellten ehemalige Deutsche Meister (Bernd Bräutigam, Andreas Holz) z.B. 490er 2T Maicos ab, da standen neuwertige, leichtgwichtige (nur 86kg) und 30 PS starke Sachs 80ccm Motorräder, meine kleine schmächtige, aber übergewichtige DT 250 begann zu zittern als eine wunderschöne, mit Titanteilen veredelte, ehemalige Werks-Yamaha TT 500 aus der USA den Schatten auf sie warf..............

  

Der Parc Ferme füllte sich mit den 450 Motorrädern

(Quelle baboons.de)

Die Streckendaten waren schon bekannt, 80 km Rundkurs, Rundenfahrzeit ca. 2,5 Stunden, auch die Senioren fahren in diesem Jahr 3 Runden (8 Stunden Renndauer !!), die Klassik-Abteilung durfte 2 Runden fahren.
Am Vorabend spielten sich die gleiche Dramen wie vor vielen Jahren ab, die Errechnung der Fahrzeiten war für den Einen oder Anderen eine Herausforderung ........

Mr. 40-Stroke:      
Am Sonntagmorgen standen die, für Klassik, nur 160km bei  trockenen Verhälnissen, aber schlammigen Waldstücken an. Die 150mm Federweg vorn und hinten wurden auf der Strecke gnadenlos von mir und meiner kleinen Yamaha ausgenutzt, leider lag auch der Benzinverbrauch im Rennen bei über 10 Liter/100 km. In der 1. Runde hatte ich an der ersten Zeitkontrolle 7 Minuten Zeit (54 Min Fahrzeit), dann mußte ich in der schlammigen Waldpassage, die mit tiefen Rillen den mehrmals krummen Schlathebel und die hintere Kettenführung richten und kam so nach weiteren 55 Minuten an die Sonderprüfung. Die 19 PS bei 145 kg Maschinenegewicht ließ ich in der Sonderprüfung "fliegen" und nahm nach 7 Kurven eine Bodenprobe, am Ende der SP ging mir der Sprit aus und ich mußte aus der rechten Tankhälfte den letzten Liter rüberschütteln, so kam eine Sonderprüfungszeit von 14 Minuten zusammen. Danach einen herzlichen Dank an den unbekannten Benzinspender, denn auf den bisher gefahrenen 70 km hatte ich die 8,5 Liter Gemisch durch den kleinen Vergaser gesaugt. So konnte ich das Rundenziel erreichen.
Nach 2,5 Stunden für die erste Runde war tanken, essen, trinken angesagt, nach 10 Minuten Pause ging ich die 2. Runde an. Nach weiteren ca. 45 Minten auf der Strecke übersah ich eine tiefe Bodenwelle bei ca. 60km/h, die alte Yamaha schrie mit einem harten metallischem Aufschrei vorn und hinten auf und ich erhielt einen so harten Schlag auf den Lenker, dass der Lenker nach vorn gebogen wurde. Als die Schmerzen in den Handgelenken wieder erträglich waren, richtete ich den Lenker und beendete das "Abenteuer Klassik-Enduro" vernünftigerweise.
OK. 2 Runden war das Rennen für mich lang, ich quälte mich 1  1/2 Runden durch die Rillen und Löcher, in den Auffahrten jammerte die Yammaha im 1. Gang bei Höchstdrehzahl, während die anderen Klassik-Fahrer mit ihren z.B. Maico 490ccm 2Takt (ca. 60 PS) im 3. Gang an mir vorbei rauschten, dass ich vom Winddruck fast in die Büsche gedrückt wurde. Ich war gedanklich in Richtung Endurosport mit klassischen Motorrädern mit älteren Fahrern  unterwegs, in Waldkappel traf ich aber auf sehr aktive Fahrer mit alten "Werks"-motorrädern die, die alten Kisten richtig fliegen lassen - siehe auch die Liste mit den Sonderprüfungszeiten, da ist der schnellste Klassikfahrer nur 80 Sekunden (auf 10 Min SP-Fahrzeit) langsamer als der Gesamtsieger !
Jörg        
Die Abnahme des "Ratbikes" gestaltete sich, trotz mehrer Kabelbinder (z.B. statt Sitzbankschraube), unproblematisch, nur der Lärmmesser runzelte die Stirn, denn die mechanischen Geräusche der Husky übertönten den Auspuff, aber mit 96dB und einem zugedrückten Auge klappte die Abnahme. Der Start klappte sehr gut, aber nach ca. 10 min Fahrzeit riss das Kupplungsseil, Jörg verließ die Strecke, rauschte zurück ins Fahrerlager, bretterte mit seinem Mondeo nach Eschwege, baute das Kupplungsseil aus seiner Ersatzteil-Husky aus, bretterte zurück ins Fahrerlager, montierte den Kupplungszug, rauschte mit der Husky über die Straße an die Sonderprüfung, reihte sich neben Carsten wieder ein und war wieder im Rennen (OK,OK, OK, ihm fehlte die erste Zeitkontrolle, aber das stellte die Rennleitung erst bei der Zusammenstellung der Ergebnisse fest). Die 2. Runde fuhr er komplett, gönnte sich aber in der 3. Runde erneut eine "Auszeit", ging aber nochmal in die Sonderprüfung und versuchte seinen Spezl Didi zu jagen (der war aber schneller als er -  Didi fuhr in seinem ersten Rennen, in der B-Lizenz große 4T mit Tagselizenz, einen hervorragenden 12. Platz heraus --> fetten Respekt Didi !!!)
Carsten       
Hatte etwas Muffengang aufgrund der Streckenlänge und der Renndauer von 8 Stunden im Vorfeld, aber als "Harter Hund" gibt es kein Aufgeben, so war sein Ziel die 3 Runden durchzustehen. Seine Angetraute machte die Brillenputzerin und die Bananengeberin. Ohne große Vorfälle schaffte er die 3 Runden, bemerkenswert war, dass er zum ersten Mal die 5 Gänge der 250er 4T Yammermaha im Gelände ausdrehen mußte ........., d.h. die Strecke war ihm etwas schnell. Die Sonderprüfung war ihm zu lang und die kleinen Anlieger, die sich ausfuhren, traf er eher selten. Nach den 8 Stunden Fahrzeit war aber auch ein "Harter Hund" weich uund froh mit einem Bierchen die verlorenen Mineralstoffe wieder aufzufüllen. Einziges Problem war der verbogene Schalthebel in der letzten Runde, so konnte Carsten nur noch im Stehen schalten - und das bei einer 250er 4T !!!!!
Platz 51 von 54 Fahrern im Ziel
Schnorry
Die 2010er Husflach 450 fuhr ihn überall hin, sogar in der Sonderprüfung mußte er nicht aufstehen ............
Am Rennende schob der die Husa mit letzter Kraft in den Parc Ferme, robbte zum Auto und konnte noch nicht mal was sagen !
Platz 40 von 49 Fahrern im Ziel.

Jetzt noch die unvermeidliche Betrachtung der schnellsten Sonderprüfungszeiten :
(Fahrzeit in Min in der schnellsten Sonderprüfung)
Markus Kehr (Gesamtsieger, 300ccm 2T KTM)    9.19 Min.
schnellster Klassikfahrer                                       10.43 Min. (Maico 490 2T)
schnellste Dame                                                   11.03 Min.
schnellstes Quad                                                  10.42 Min.
schnellster Seitenwagen                                        12.58 Min.                                   
schnellster Senior                                                 10.07 Min. (74 Starter)
schnellster Super Senior    (ü 50 Jahre)                 10.29 Min.
RatbikeMan Jörg                                                 11.09 Min.
Schnorry                                                              11.51 Min
Carsten                                                                12.10 Min.
Mr. 40-Stroke                                                     14.46 Min  (14. von 15 Startern)

RatbikeMan Jörg hatte seinen eigenen Fanclub mit dabei, sein 11-jähriger Sohn Lszlo hat ihn mit einem selbstgebastelten Plakat angfeuert !
  

Resümee:
Im Vergleich zu den letzten Veranstaltungen in Waldkappel war die Streckenführung nur mittelschwer aber eher schnell. Die schönsten Auffahrten wurden leider nicht genehmigt und den "Extrem-Streckenteil" im Steinbruch war nur der A/I-Lizenz vorbehalten. So hatte der Normalo an den Zeitkontrollen gut Zeit, auch das Tanken am Rundenende war stressfrei möglich.
Nach wie vor ist Waldkappel eine schöne Veranstaltung, auch wenn der Schwierigkeitsgrad weiter gesunken ist, aber mit dem ganzen Drumherum (Heimschläfer, Heimatrennen) nach wie vor "erste Wahl".

Hier der Link zum Bericht aus "grauer Vorzeit" -->  KLIXTU  HIER   (unbedingt lesenswert !!!)
@ Carsten schau mal rein, Du wirst die Örtlichkeiten wiedererkennen !!!!!!

Mr. 40-Stroke