„Erfolg haben heißt, einmal mehr aufzustehen als man
hingefallen ist“.
…aber EEGler fallen bekanntlich fast nie ;)
(Text
Ällen, Foto Ällen)
Hallo Greise,
letzten Samstag haben Carsten und ich uns auf den Weg zum
DEM Lauf in Dachsbach gemacht. Für mich die erste Gelegenheit auf nationalen
Niveau fahren zu dürfen, und Profiluft zu schnuppern. Natürlich sehr stolz,
und in der ehrenvollen Pflicht die gesamte EEG Truppe vertreten zu dürfen.
Leider fanden sich zum Termin keine weitere Mitstreiter, die so mutig gewesen wären
u.U. mit eine rosa Lackierung heimkehren zu müssen.
Pünktlich um 13:35h fand ich mich bei Carsten ein
um die Maschinen aufzuladen. C war sichtlich verspannt weil ich offensichtlich
"typisch südamerikanisch" fünf Minuten zu spät war. Die Fahrt bis
nach Dachsbach gestaltete sich jedoch als sehr lehrreich, mit dem erfahrenen
Carsten auf meine Seite konnte jetzt nichts mehr schief gehen. Diese Vermutung
bestätigte sich am nächsten Tag voll und ganz.
Dort gegen 17.00h angekommen, suchten wir uns einen Platz im Fahrerlager. Dabei stellten wir fest, dass die gesamte Gemeinde in den Event involviert war. Es waren bereits alle verfügbaren Plätze inkl. Seitenstreifen und Bürgersteige von dem vielen Campingmobs und Factory-Trucks belagert. Das deutsche Enduroteam mit Nikolai war sogar beim Aufladen des Sixdays-Containers, der anfangs dieser Woche nach Mexico geht. Nach dem Abladen der Mopeds machten wir uns sofort auf den Weg zur technischen Abnahme und den Papierkram erledigen. Carsten war vor mir dran, und schob seine blaue Luftpumpe ohne Beanstandungen durch die Kontrolle. Ich habe mir was wegen der zu kleinen Startnummer anhören müssen (dabei ist die Größe doch bekanntlich nicht entscheidend!!!). Die Hintergrundtafferl waren dem Prüfer auch nicht grün genug. Alles im allen standen wir nach kurzer Zeit mit etwa 400 anderen Teinehmern im Parcferme auf dem Dachsbacher Sportplatz.
Carsten im Rennstress
vor der Würstchenbude .... :-))))
Mit Transponder und
diversen Papieren in der Tasche haben wir uns noch mal umgesehen, und die gut
organisierte Veranstaltungslocation bewundert. Das Feuerwehrhaus war ausgeräumt
und zum Festsaal umfunktioniert. Draußen stand die Grillstation mit samt gut
besetzter Bierschänke. Sofort mußte eine Bratwurst her, mmmh lecker. In näherer
Umgebung fanden sich diverse Händler, wie der Bunzner mit seinem Truck und
pries den Metzler Sixdays Reifensatz zum Sondrpreis von 155.- Teuronen an, was für
ein Schnäppchen ;-) (Anmerkung
der Red.: das ist ein Lesefehler, Butzner bietet 2 Hinterreifen und einen
Vorderreifen zu diesem Preis an - ohne Gewähr)
Zwischendurch hatte sich der C. bereits nach bekannten
Gesichter umgesehen, und zum Abendessen verabredet. So fanden wir uns pünktlich
um achte, mit Bertrand und noch ein paar Leuten zum Abendessen ein. Einige Gläser
Gerstsaft und die obligatorischen Schnäpse brachten die Gespräche zum Glühen.
Die beiden sind zwei sehr nette Gesellen, und der Bertrand mit seinen 57 Lenzen
und Lebenseinstellung ist für alle mal ein Vorbild. Kurz vor Mitternacht und
bevor Dornrösschen ihren Zauber verliert, machten wir uns Richtung Fahrerlager
bzw. Schlafplatz auf. Carsten in die Gaststätte und ich zu meiner italienischen
Ferienwohnung dem ausgebauten Fiat Scudo. Die Nacht war nicht sehr lang und zu
dem noch sehr kalt. Nicht desto trotz waren wir am nächsten Morgen alle sehr
gut gelaunt, und freuten uns bei Morgentau und gefühlten 5° aber Sonnenschein
auf den anstehenden Start um 9:22 Uhr.
Noch vor dem Start haben wir uns die ZKs auf’s Klebeband
geschrieben und anschliessend auf den Tank gepappt. Somit waren die Start- und
Ankunftszeiten klar, und wir konnten uns nur auf eins konzentrieren
...GAAAAAAAASSS!
Drei, zwei, eins, und in gemässigtem Tempo bin ich auf
und davon. Carsten’s Blaue wollte anfänglich nicht so recht, aber auf das
Serienprodukt aus Japan ist einfach Verlaß. Er vorne weg zeigte gekonnt, was für
ein Tempo in der B Zeit und erster Runde zu halten ist. Wir erreichten die erste
ZK pünktlich und ohne viel Mühe. Dazwischen geile Streckenführung mit vielen
Waldpassagen, vollgespickt mit Wurzeln und gemeinen tiefen Schlaglöchern. Hier
zeigte sich das Fahrwerk und der Gewichtsvorteil der 200er von ihrer besten
Seite. Nun standen wir vor der Sonderprüfung, auf unserer Seite auch der ehem.
DM Fahrer Domeyer. Carsten winkt ihn lässig vor, und er zeigt uns wie die SP zu
fahren ist. Ein purer Genuss ihm zuzuschauen. Diese nette Randerscheinung
begleitete uns über das gesamte Rennen, und wir konnten uns den einen oder
anderen Trick von ihm abgucken: z.B. Vollstoff über übelste Bodenwellen
einfach nur auf dem Hinterrad fahren. Vorsicht: Nachmachen ist mit
unberechenbaren Nebenwirkungen verbunden.
Carsten startete in die erster SP und wirkte sehr sicher auf den tiefen Spurrillen. Er meisterte in bester Manier den Stoppelacker, ohne besondere Hindernisse bis zum Schluss und belegte gleichermaßen eine sehr gute Zeit. Dies kann man von mir leider nicht behaupten. Die Spurrillen waren so tief, ich hätte darin für immer und ewig verschwinden können. So hatte mich irgendwie die Angst gepackt, und ich eierte in der SP nur so herum. Meine Zeiten lagen mit bis zu 15sec über Carsten’s, fuck was für ein Jammer. Somit habe ich jetzt eine Hausaufgabe für mich entdeckt.
Jetzt aber weiter zur zweiten ZK, auch hier haben wir
keine Strafpunkte kassiert, das Tempo war wieder angepasst und somit stramm. Nun
die zweite SP, ähnlich wie oben beschrieben, auf einem Stoppelacker ohne
jegliche Herausforderung, außer für mich wegen der tiefen Spurrillen. Sofort
danach nahmen wir die letzte Verbindungsetappe in Angriff. Die brachte die größten
Hürden mit sich: knackig verwinkelte Steilauf-und Abfahrt, ein geschätzt 300m
langer Waldgraben mit querliegenden Baumstappeln, gekrönt zum Schluss mit einer
1m hohen Steinstufe aus dem Schlamm heraus. Weiter ging es zu der künstlich
angelegten 100m Schlammgrube, die meisterten wir ohne große Mühe. Einige
Zeitgenossen hatten sich dort übelst vergraben, und kamen ohne fremde Hilfe und
mit bis zu vier Mann nicht heraus. Der Legende nach findet man dort noch
irgendwelche Überreste vergangener Rennen wieder. Aus dem Schlammloch heraus
ging es weiter Richtung dritter ZK und anschließend zum Service ins
Fahrerlager. Die verbleibenden zwölf Minuten sollten für eine kleine
Regenerationspause reichen. Naja, außer Tanken und eine Banane essen war nicht
mehr drin. Carsten machte gleich Druck, und wir waren kurz darauf wieder am
Start, und diesmal natürlich in der A Zeit unterwegs. D.h. gleich Stoff geben
und jegliche Fehler vermeiden. Carsten nahm die ersten der 55km Rundkurs vor’s
Vorderrad und ich durfte nach der zweiten ZK die Führung übernehmen. Domeyer
zeigte uns wieder mal wie man’s richtig macht, Spitze Lehrstunde! Bis zum
Schluß und auch nach der dritter Runde des insgesamt 166km langen Rundkurs
konnten wir das Tempo halten, und kassierten dabei keinen einzigen Strafpunkt.
Die SPs verliefen im allgemeinen wie oben beschrieben. Carsten fühlte sich im
meinen Augen pudelwohl, ich konnte nur geringfügig meine Zeiten verbessern. Mit
Platz 20 und respektive 29 konnten wir das Rennen in der Senioren Klasse
beenden. Für zwei "Haubentaucher" wie uns, eine beachtliche Leistung.
Falls es jemanden interessiert, und auch um ehrlich zu sein, sind wir immer noch
schlechter als die Damen ;-)
Insgesamt war es eine Top Veranstaltung, und für mich als
DEM Anfänger und jetzt C-Lizenz Inhaber allemal wertvoll. Durch die Unterstützung
und Rennerfahrung von Carsten hat alles wunderbar geklappt. Beide Mopeds haben
sich super geschlagen, und beendeten das Rennen ohne irgendeine Panne. Ohne
Bodenkontakt und sonstige Blessuren waren wir nach dem Rennen gut gelaunt und
nur etwas geschlaucht. Zum Schluss und Abschied hat uns der Betrand zum
einheimischen Bier eingeladen, und so konnten wir das Geschehene gemütlich
ausklingen lassen. Wenn die Zeit es erlaubt, wäre ich das kommende Jahr gerne
wieder dabei. Nur diesmal bitte mit weiteren Mitstreitern aus der EEG Truppe.
Mit Rengdengdeng Grüßen
Ällen
Die
Ergebnisse findet Ihr unter:
www.extreme-it.de
oder
http://www.baboons.de/index.php/offroad-sport/enduro-dm/2478-dem-2010-6-lauf-in-dachsbach
(mit Bericht und Fotos)