Akrapovic Offroad Weekend, Labin/Istrien vom
6.3. und 7.3.2010
Oder auch -->No fear, no limits, only ten
minutes!
Bericht "frugi" , Fotos
"frugi" und (Fotos Homepage
AKRAPOVIC OFFROAD WEEKEND Nr. 8)
Zusammen mit HeideRaider und seinem Spezl Tom habe ich mich nach Kroatien zum Enduro Wochenende aufgemacht. Die Anfahrt war schon nicht so richtig einfach, da der Veranstalter auf eine detaillierte Wegbeschreibung verzichtet. Spezltom war zwar schon mal da, hatte aber trotzdem seine liebe Mühe den Weg wieder zu finden. Ich habe aber jetzt den Weg mit dem GPS getrackt, so dass nachfolgende EEG-Generationen problemlos hinfinden werden.
Die Papierabnahme ist schnell erledigt, eine technische Abnahme gibt es nicht. Wäre ja auch blöd, wenn beim Akrapovic Weekend, bei der Phon-Messung da gerade die Akrapovic Fahrer durchfallen würden. Am Freitagnachmittag ist für 4 Stunden freies Training auf der Endurostrecke angesagt. Ich kriege erst mal die Krise, da ich in den ersten beiden Runden im Istrienschlamm überhaupt nicht vorwärts komme. HeideRaider und Spezltom fahren mir dermaßen um die Ohren, dass ich einen Sportartwechsel in Betracht ziehe.

Der Übeltäter in Form des Conti GS Reifens ist aber schnell ausgemacht. Auf der Cross-Strecke und im Felsbereich der Strecke funktioniert der Reifen wie gewohnt super, aber in den schmierigen Schlammpassagen Kroatiens bietet er absolut keinen Grip. Ich montiere die andere Felge mit einem angefahrenen Pirelli MT32 und plötzlich klappt die Runde ganz gut. Nach den 4 Stunden Training fühlen wir uns so halbwegs gerüstet für das Qualifikationstraining am Samstag und checken erst mal im Hotel ein.
Das Hotel ist ein Massenbunker in sehr schöner Lage. Essen und Unterkunft sind unterer Durchschnitt aber angesichts des Preises ( € 39.- mit Halbpension ) durchaus in Ordnung. Vor allem die gleichzeitig angereisten Rentner ( 3 Busse voll ) aus Deutschland geben uns das unbeschreibliche Gefühl der Jugendhaftigkeit zurück.
Am Samstagmorgen starten zuerst die Hobbyfahrer und die Teamfahrer zu einem 1,5 h Enduro. Die besten 30 Team´s qualifizieren sich für das Rennen am Sonntag. Es ist eiskalt, der Boden gefroren und es geht ein frischer Wind, genau so, wie wir uns den mediterranen Frühling vorgestellt hatten. Nur gut, dass wir im warmen Hotel übernachtet haben, die Fahrer die sich für das Fahrerlager entschieden haben, schauen etwas unterkühlt aus.

Fahrerbesprechung gibt’s nicht, geordnete Startaufstellung gibt’s auch nicht. Chaos pur, jeder stellt sich irgendwie hin. Startverzögerung, nur 10 Minuten, noch wissen wir nicht, dass wir das jetzt öfters hören. Der Startschuss soll durch einen Böller erfolgen, doch der weigert sich zu explodieren. So schreit irgendeiner Bumm, und alle laufen los. Beim Anlauf stürzen schon die ersten auf dem glatten Boden, Heideraider hat da auch noch ein wenig nachgeholfen.
Vom Start geht’s es erst mal auf die Crossstrecke und dann runter in den Enduroteil. An der ersten Auffahrt gleich ein Monsterstau. Die 2 Streckenposten sind total überfordert. Die ersten Fahrer durchbrechen die Absperrungen und ein fröhliches Abkürzen beginnt. Stau auch an Auffahrt 2 und 3, nachdem hier überhaupt keine Streckenposten sind, regiert das Chaos. Es wird kreuz und Quer gefahren und vor allem wieder und wieder abgekürzt. An der großen Auffahrt ist endgültig Schluss. Mehr als 10 Fahrer blockieren die Auffahrt, der Anlauf ist ebenfalls komplett zugestellt. Heideraier und ich fahren soweit hoch wie möglich und schieben dann mit Hilfe von Spezltom der bei diesem Rennen Zuschauer und Fotograf ist hoch. Nicht alle tun sich das an, auch hier wird wieder abgekürzt.
Ab der zweiten Runde lösen sich die Staus auf, die große Auffahrt wurde auch herausgenommen. Ab Runde 4 trocknet die Strecke ab, und man kann relativ locker fahren. Nach 6 Runden im Formationsflug mit Heideraider sind die 1,5 Stunden zu Ende.
In der Zielzone stellt sich dann heraus, dass ein Teil der Fahrer ohne Transponder gefahren ist, darunter auch wir. Warum der Veranstalter diese nicht bei der Papierabnahme verteilt bzw. zumindest darauf hingewiesen hat, bleibt sein Geheimnis. Genauso warum ein Streckenposten der die im Startraum aufgestellten Motorräder auf Transponder kontrolliert hat, nur einen Teil der Fahrer darauf hinwies und den anderen nicht.
Zum Glück gab es eine handschriftliche Aufzeichnung, die zumindest für ein annäherndes Ergebnis gesorgt hat.
Fazit: Traumhafte Endurostrecke. Falls der Veranstalter es irgendwann schafft, die Staus zu vermeiden ( IGE Start oder Herausnahme von Schwierigkeiten in der ersten Runde wie z.B. in Walldorf ) könnte es auch ein tolles Rennen sein.

Da es uns brennend interessiert, ob wir nun für Sonntag qualifiziert sind, machen wir uns auf die Suche nach den Ergebnissen. Erst heißt es, nur 10 Minuten, dann werden wir auf die Zeit nach dem zweiten Rennen vertröstet.
Spezltom startet in Rennen 2. Auf gleicher Strecke, nur zusätzlich mit kleinen Gemeinheiten wie Baumstämmen und Autoreifen sowie einer schwierigeren Auffahrt, muss nun 2,5 Stunden gefahren werden. Von den Einzelfahrern werden sich die ersten 70 für Sonntag qualifizieren.
Das Rennen verläuft weit weniger chaotisch, da die Strecke inzwischen getrocknet und trotz der zusätzlichen Schwierigkeiten einfacher zu befahren ist. Auch hat jetzt jeder einen Transponder, so dass schon kurz nach Rennende das Ergebniss fest steht. Spezltom wird 45. von 78 Startern mit 9 gefahrenen Runden. Der SiegerEuropameister Werner Müller macht 12 Runden.
Die Ergebnisse des ersten Rennens sollen 10 Minuten später veröffentlicht werden. Um 21:00 Uhr wird dann auf Sonntag früh verschoben. Am Sonntag am Start heißt es dann nochmal, dass es noch 10 Minuten dauert, dann gibt’s es eine Startliste, auf der Heideraider und ich von 9. Position aus starten.
Jetzt muss eine ca. 35 km lange Strecke in höchstens 4 Stunden durchfahren werden. Auf der Strecke gibt es 9 Kontrollpunkte für deren Erreichen es jeweils einen Stempel gibt. Hört sich leicht an, ist es aber nicht.
Schon kurz nach dem Start geht ein Singletrail über nasse Wurzeln und Steine den Wald hoch. Ab jetzt wird nur noch gekämpft, ständiges Schieben und Zerren ist angesagt. Martin und ich helfen uns in perfekter Teamarbeit gegenseitig. Weniger durch gute Fahrtechnik, aber umso mehr durch gute Kondition schieben wir uns Platz für Platz nach vorne.
Dem Wald folgt noch ein Wald und noch ein Wald, dann ein altes Fabrikgelände mit vielen Treppenstufen, bis hin zu fast senkrechten Auffahrten über kleine Trails unter Hochspannungsmasten.

Nach 3 Stunden 57 Minuten erreichen wir Kontrollpunkt 6. Endlich Schluss, wir sind körperlich ziemlich am Ende. Mein Moped hat außerdem einen Felseinschlag im Limadeckel und verliert Öl.
Spezltom hat es sogar bis Kontrollpunkt 7 geschafft und erreicht damit Platz 27.
Wir finden uns als 6. Platz mit 5 erreichten Kontrollpunkten in der Endwertung wieder. Eigentlich haben wir 6 Punkte erreicht und wären damit auf Platz 4. Eine Rückfrage beim Veranstalter ergibt, dass wir am 6. Punkt erst nach Ablauf der 4 Stunden gewesen wären, was aber nicht stimmt. Auch die nachträglich veröffentlichte Wertung der 1,5 Stunden Laufes ist falsch. Ich werde hier als 33. mit 6 Runden gewertet, Heideraider ist nur 70. mit 5 Runden. Heideraider ist aber die ganze Zeit mit mir als Team gefahren , hat also genau so viele Runden wie ich.
Letztlich ist es aber ja egal, denn am Sonntag es war ein wunderbares Rennen. Das ganze Wochenende war eine super Sache und ich denke, wir werden das nächstes Jahr wiederholen.
Frugi.