Rennbericht Six-Days in Portugal
(Fahrer und Texter unser Miekeeele)

Die ersten Eindrücke in Portugal waren erstmal überwältigend, das Fahrerlager, der Park Ferme und das drumrum ist wirklich auf höchstem Niveau, selbst das Fahrerlager in Anaheim beim Supercross war kaum grösser. Die Besichtigung der Sonderprüfungen hat dann schnell offengelegt das Sand fast allegegenwärtig sein wird und zwar nicht nur auf dem SPs sondern auch auf grossen Teilen der Strecke. Die technische Abnahme war wie erwartet hochprofessionell aber trotzdem viel viel entspannter als jede DM Abnahme die ich bisher erlebt habe, es wurde weder Hupe noch Spiegel bzw Blinker oder sonstige "unnötige" Teile eingefordert. Als ich bei Bohrung und Hub meiner 450er (die ich nicht auswendig wusste) eine massive Fehlschätzung eingetragen hatte meinte der FIM Komissar nur mit einem Lächeln ich solle doch nochmal etwas "grosszügiger" Schätzen da die Werte Basis für die Phonmessung sind ;-) so gehts also auch!
Tag 1 und 2 waren schöne Strecken durch die Küstengegend rund um Figuera, alles einfach fahrbar mit recht lockeren Zeitvorgaben, lediglich der Staub bremste in der einen oder anderen "Auffahrt" das Tempo.
Tag 3 und 4 würde etwas anspruchvoller jedoch kaum technische Sektionen, auch die Klippen runter bzw. die Auffahrt bevor man diese erreichte waren nichts besonderes. Allerdings war Tag 3 und 4 eine Prüfung der Konditions und des Durchhaltewillens da die Strecke durch endlose schnurgerade Weichsandfelder führte die bald einer einzigen Woopsektion glichen. Hatte man dann einige Kilometer mit Blick bis zum Horizont abgeritten änderte die Strecke die Richtung um 90 Grad und wieder Woops bis zum Horizont um dort wieder im rechten Winkel abzuzweigen. So führte die Strecke an diesen zwei Tagen viermal durch die schachbrettartige sandige Strecke.
Tag 5 war wiederrum einfach und wohl kaum schwieriger als die Tag 1 und 2. Leider konnte ich dies jedoch nicht selbst erfahren da ich nach einer abgedrehten Schaltwelle den kompletten Motor ausgebaut und zerlegt hatte um bis maximal eine Stunde nach meiner Park Ferme Zeit das Mopped wieder abzuliefern und wiederum eine neue technische Abnahme durchzuführen.
Tag 6 war wieder alles technische OK, allerdings musste das Fahrerfeld nochmal durch grosse Teile der von allen "geliebten" sandigen Woops die mittlerweile knapp 2 Meter hoch waren Richtung MX Strecke reiten. Der Abschluss MX war dann auch mal ein tolles Erlebnis für den gemeinen Endurofahrer, unter tausenden von Zuschauern mit 40ig anderen bekloppten volles Rohr in die erste Kurve reinzuhalten ist nichts für zarte Gemüter, allerdings hat sich das Fahrerfeld auf der breiten WM Strecke schnell aufgeteilt und man konnte dem ersehnten Ende entgegefahren.
Dank Hannos Tipps habe ich auch hin und wieder ein paar Minuten in Anspruch genommen und dies einem Sturz vorgezogen, nur beim Reifen wechseln war ich stur und hab alles ohne Zeitstrafe durchgezogen....oft gingen mir Deine Worte durch den Kopf "ich hoffe für Euch das es nicht regnet".....ich glaube das Regen die ganze Sache wohl sehr sehr stark verändert hätte, generell hätte ich mir jedoch etwas mehr technisch anspruchsvolle Passagen gewünscht.....naja vielleicht in Mexico oder Finnland ;-)
Miekeele