Piemont 2009

die „Solo duecento é quindici cavalli“ Tour

Mittwoch, 30.09.2009:

Nach 9 Stunden Autostrada fahren wir Mittags bei sommerlichen Temperaturen in die Hofeinfahrt von Gino. Während der herzlichen Begrüßung reißen wir unsere Moto´s vom Anhänger, schmeißen die Klamotten in „unser“ Zimmer „Viola“ und satteln auf für die Einfahrrunde.

Durch den Wald geht´s zum Einstieg des ersten Singletrails, links hoch zum Lago Rochemolles. Weiter über die reguläre Piste zum Sommeiler Plateau. Die Sonne brennt uns fast Löcher in die Haut, es ist unglaublich warm, keine Wolke am Himmel zu sehen und wir genießen das traumhafte Panorama.  Noch den kurzen Stich hoch zu den Fahnenmasten und dann wieder runter zum „a tergo“ Einstieg des Jafferau. Absolute Windstille auf 2810 Metern und „der Berg“ winkt uns aus Südwesten zu. Nach einer letzten Kippenpause am Forte Foen ist es Zeit für einen Cappu am Bahnhof und das Fahrerbier in „Gino´s Fahrerlager“. Danach verwöhnt uns Valeria wieder mit den feinsten „Specialitate di Piemonte“, und Gino freut sich mit uns über den Bilderreigen der Einfahrrunde.

Donnerstag, 01.10.2009:

Um halb acht scheppert der Wecker, voller Erwartungen wepsen wir ums Frühstücksbuffet, er……“der Berg“ ruft nach uns. Nach zwei-drei Kilometern sind die DRZ, die CRF und meine Kleine auf Betriebstemperatur, rechts rein - ab in den Wald. Der Boden hat die richtige Restfeuchte und irgendwie geht´s jetzt fast schon zu schnell. Die Brotzeit haben wir dann vom Lago *D* auf den Gipfel verschoben. Die Sonne wechselt sich mit ein paar Wölkchen ab,  es rieselt vereinzelte Schneeflöckchen die auf dem warmen Beton der siebeneinhalb Türme ihr Dasein aushauchen.

Obwohl wir das alte Gemäuer schon recht gut kennen, wird die Erkundungstour nicht langweilig. Die Abfahrt nach Frankreich haben wir noch ein bisschen erkundet, die hebe ich mir aber für “irgendwann mal“ auf. Durchs Gehölz geht´s dann nach Oulx, es ist Zeit für Cappu und eine „MS“. Das Fahrerbier genießen wir mit Schnorry und seinen drei Spezl´n. Es wird rumgefrotzelt und gelästert, gottseidank verstehen die anderen Gäste kein Bayrisch!

Freitag, 02.10.2009:

Nach dem Frühstück fahren wir mit Gino gleich hinterm Haus in den Wald. Er führt uns über geilste Singletrails immer weiter den Berg hoch. 

Brotzeit haben wir keine dabei, heute gibt´s ein Festmahl bei Aldo. Bevor´s soweit ist, fahren wir noch von hinten über den Mulattiera zu einer traumhaften Abfahrt in Richtung Colomion. Bei gefühlten 30Grad hauen wir rein wie die Raubritter, solche Pasta gibt´s nirgends wo sonst auf diesem Planeten. Dann geht´s mit gespannter Bauchdecke durch den Wald über Rif Rey und Oulx nach Cesana. Am Sette Colori herrscht wieder reger Verkehr, eine schweizer Truppe hatte viel Spaß……..Das ich mit meiner 200er ALP bis rauf einen Lift bräuchte war mir klar, aber mein Ziel: bis zum Querweg, hab´ich geschafft.

Über feine Singletrails geht´s dann durch die Mondlandschaft zum Cappu é „Emme-esse“ nach Cesana. Danach zum Fahrerbier mit Benzingesprächen nach Hause.

Samstag, 03.10.2009:

Eine Rechnung hab´ich noch offen, die letztjährige Entscheidung zur Aufgabe am „RHO“ hängt noch wie die böse dunkle Wolke der Enttäuschung in meinem Schädel. Heute gebe ich nicht auf…..und wenn ich mich den ganzen Tag Abschinden muss, notfalls trage ich die ALP hoch! Als wir dann aber beim Bach sind, rieselt mein Selbstvertrauen bei der Pinkelpause gleich mit aus mir raus……der Mund ist pfurztrocken und die „MS“ schmeiße ich nach zwei Zügen weg. Mit „Ohne Luft“ im Hinterrad geht´s durch den Bach, der „Billardkugel-Sektion“ entgegen.  Ein paar Minuten später lehne ich die Kleine an der zweiten Bachquerung an die Felsen. Ich stehe an der letztjährigen „Aufgabestelle“, was für ein geiles Gefühl. Von da schaue ich meinen Spezl´n zu, nach zwei Versuchen drehen sie um und fahren in Richtung Schwiegermamaweg. Die ersten 100 Meter nach der rechts-links Kehre sind ziemlich ruppig, dann geht’s geschmeidig am Berg lang bis zur nächsten groben Sektion nach der folgenden Rechtskehre. Als auch das Stück geschafft, und das kleine Fort in Sicht ist gibt´s nen Früchteriegel zur Belohnung. Ich scanne den Schwiegermamaweg und suche meine zwei Spezln………die sind noch gar nicht in Sicht! Gegenüber vom Fort warte ich auf die beiden, nach 10 Minuten biegen sie ums Eck und wir fahren gemeinsam hoch zum Kreuz.

 

Nachdem wir den Tankautomaten in Bardonecchia doch noch zur Spritausgabe überzeugen konnten, sind wir noch durch den Wald hoch zum Rif Rey und haben das verlassene Skigebiet erkundet. Beim Abstieg durch den Zauberwald nach Oulx habe ich dann doch die noch ausstehende Bodenprobe genommen..…..so ein Wurzelstock gibt halt nicht nach. Zum Ausrollen sind wir dann nochmal hoch zur Galleria dei Saraceni und übers Forte Foen zurück in Gino´s Fahrerlager. Zur Henkersmahlzeit hat Valeria dann noch mal alle Register ihrer Küche gezogen. Nach dem Essen noch ein bisschen Filmsche gugge am Kamin und dann waren sie auch schon wieder vorbei:

Dreieinhalb Fahrtage permanentes Straßenverweigern, sommerliche Temperaturen, feinstes Essen, viele lustige Gesellen……………..und das wichtigste: keiner hat sich ernsthaft Verletzt.

 

 

Gruß vom Mikka

“solo duecento é quindici cavalli”