Reisebericht Chabo 2009

Text Mr. 40-Stroke, Fotos Mr. 40-Stroke, Teilnehmer

 Und es war mal wieder Anfang Oktobär und wir waren wieder unterwegs zum Gino um ein wenig zu endurieren. Wie in den vielen Jahren zuvor standen wieder 3 Fahrtage zur Verfügung. Die Gruppe bestand dieses Jahr aus 12 Leuten :

Orga-hacht auf der BMW G 450 X (lt. Werbung die“Unstoppable“)

Steh-faaan mit dem KTM EXC-Alteisen mit Mädchenmotor (400er)

Matze rollte seine 450er Husaberg aus dem Transporter (altes Modell)

K.Günnie stellte seine 550er Husaberg daneben markentechnisch daneben

Maaakus wollte ohne Probleme 3 schöne Fahrtage haben und hat die 450er EXC mitgenommen

Joachim musste noch unbedingt Urlaubstage vernichten und stellte eine 570er Husaberg (neues Modell) beim Gino auf den Hof

Un da fällt mir schon der erste Gag ein :
Wisst Ihr eigentlich, dass HUSABERG eine Abkürzung ist und ausgeschrieben heißt

H
undert - Unbeugsame - Schweden – Arbeiten - Bis – Es - Richtig - Geht

Mr. 40-Stroke schob sein 520er-EXC-Museumsmodell mit neuem Gebrauchtherz vom Hänger

Eisbeer-GasMichl s 450er EXC strahlte in bestem Meister Propper-Weiß

RoadyBernd schob sein EXC 520-Alteisen vom Hänger

eBikeMan-Stefan hat doch den EXC-Motor wieder ins Fahrwerk gesteckt und verbrannte fossiele Brennstoffe statt Elektronen zu bewegen

Icke tauschte seine Beta Bergziege mit 16 PS gegen eine fast neue EXC 400 um endlich stabile dynamische Fahrzustände zu erleben

Sebbb, schob seine museumsreife EXC 520 zur allgemeinen Begutachtung auf den Hof, allgemeine Belustigung fand seine neue custom made – Pussy-Sitzbank (besonders breit und hoch gepolstert, damit das magere Hinterteil beim Fahren nicht so schmerzt), Joachim machte gleich Fotos um seinen KTM-Entwicklern zu zeigen, wo die Kundenwünsche bei einem Enduro-Sportmotorrad (ready to race) hingehen ……..

Die Unterbringung in Ginos Hotel „La Nigitella“ war wieder perfekt, im Vorfeld kam zwar der Orga-hacht ziemlich ins Schlaudern, denn die Einzelzimmerwünsche überstiegen das Kontingent, der Eine wurde bei der Anmeldung vergessen, der Andere war als Teilnehmer gelistet, obwohl er nie mit wollte, aber auf wundersame Weise war alles kein Problem und klärte sich problemlos.

 Ich hatte mit einer besonderen Hypothek zu kämpfen, da an meiner EXC 3 Wochen vor dem Chabotermin der Kolben brach und die EXC mit schwerem Motorschaden darniederlag,   ich sie mit einem Gebrauchtherz (in Einzelteilen erworben) gerade noch rechtzeitig zusammenschrauben konnte, musste ich den Motor einige km einfahren. So startete ich schon am Mittwoch zu einer ersten Einrollrunde mit RoadyBernd. Argwöhnisch hörte ich auf jedes klickern im Motor, aber bis auf eine gelöste Schraube am Schalthebel war alles OK. Die erste Einrollrunde war beendet und schon wartete Joachim und der Sebbb vor dem Hotel und wollten am Nachmittag auch eine schnelle kurze Runde drehen. Also wieder Helm auf und auf die Enduro-Bergrennstrecke „Campo Smith – Colomion“. Ich ließ dem Herr Sauer mit der 570er Husa den Vortritt, hängte mich aber direkt an sein Hinterrad. Ok, Ok, Ok. gegen einen 2-fachen Ex-Enduro-Europameister und 5-fachen Deutschen Enduromeister auf einer Monster-Husa konnte ich als kleiner dicker alter Mann mit einer 9  ½ Jahre alten museumsreifen 520er EXC, mit noch einzufahrendem Gebrauchtmotor, eigentlich nix ausrichten, aber dank meiner Streckenkenntnis konnte ich ihn in Sichtweite halten, außerdem wusste ich, nach ca. 8  ½ oder 9 Minuten sind wir bei dem Tempo oben, und das war konditionell grad so drin.. Mein zusammengeschusterter Motor musste wohl oder übel einen vollen Belastungstest über sich ergehen lassen – er hielt ohne Probleme.

Bis zum Abendessen trudelten alle ein, Ginos Frau Valeria (regionale Spitzenköchin) verwöhnte uns nicht nur am ersten Abend mit herausragenden Gaumenfreuden.  

     

Ich fand unser runde "Rittertafel" zum Abendessen richtig klasse, es ergaben sich nette Gespräche.

Fahrerlageratmosphäre bei Gino auf dem Hof

Der erste richtige Fahrtag mit der ganzen Gruppe führte uns morgens zum Einrollen über den Mulatieri und Clomion    auf den Sommellier. Schneefrei und gut zu fahren führte uns der Schotterweg auf 3.100m. Am Plateau war der „Widowmaker 2 sofort erkennbar, die Strecke war, im vergangenen Jahr, nicht weiter ausgefahren und zeigte sich fast schneefrei und griffig.
Alle Augen und Finger richteten sich auf Herr Sauer, als fahrtechnisches Genie mit dem 570er Husaberg-Monster-Motor durfte er die Erstbefahrung in Angriff nehmen.

Fast hoch ist nicht ganz hoch – Herr Sauer – aber wir brauchten ihn nicht ansprechen, kaum unten, Försterwende und 3. Gang rein, die über 65 PS schrien auf und er rauschte im 3. Gang, natürlich nicht auf der eingefahrenen Spur, sondern daneben – es wäre sonst keine Herausforderung – bis oben und auch gleich noch weiter bis zum Gletschereis. Die weiteren Dramen der anderen EEGler möchte ich nur kurz anreißen, sonst wird der Rahmen hier gesprengt.
Widowmaker 2
Als nächster stellte sich Unsoppable-hacht auf den Startpunkt und gab der BMW 450 die Sporen, letztes Jahr war er mit der 2002er 400 EXC nur ¾ hochgekommen, mit der Investition in eine Unsoppable BMW G 450X und jetzt 50 ccm mehr sollte es ja kein Problem sein !  --  Denkste nach ca. 6 Versuchen zog Erhand ernüchtert Bilanz, 50m höher gekommen als mit der alten 400er EXC bedeuteten „Höhenmeter kann man nicht kaufen“.
Wir konnten G-erhacht davon abhalten mit dem Bordwerkzeug die Schwingenachse auszubauen, um sich so ein „Werksmoppett" zu basteln und einen erneuten Angriff auf den Widowmaker2 in Angriff zu nehmen.
Zu aller Entsetzen zog nun Sebbb auf den Startpunkt !, Joachim saß neben mir auf einem Felsen, schaute sich das bunte  Treiben an und sagte „das packt der nie, schaunmermal wie er mit der Pussy-Sitzbank und dem Monstertank da wieder runter kullert“. Ich pflichtete ihn bei, fing aber das Stammeln an, denn Sebbb bohrte schon in der Mitte des Widowmaker2 und hatte noch satten Vortrieb, vollkommen verkrampft, auf der Pussy-Sitzbank sitzend festgenagelt, die Beine spagatmäßig vom Monstertank gespreitzt, wie ein Fähnchen am Lenker hängend, wild fusselnd erreichte er das obere Drittel, der Vortrieb ließ langsam nach und kurz vor dem Plateau grub sich das Hinterrad ein. Sprachlos schauten Joachim und ich uns an, sagen wir nehmen alles zurück, das gilt als Hochgekommen !  Wieder am Startpunkt angekommen wurde Sebbb mit Szenenapplaus empfangen.
Die Versuche von Eisbeer-Gamichl, Matze, Maaakus, Roady Bernd und und und…..waren, einfach gesagt, weniger erfolgreich, wobei ich nicht mehr weiß wer es jetzt geschafft hat, denn ich war noch immer von Sebbbs Vorstellung geblendet.

Nun zeigte Joachim mit dem Finger auf den K.Günnie, sagte lapidar, nimm die 570er und fahre da rauf !

Die Augen von K.Günnie weiteten sich, nach kurzem Zögern schnappte er sich die 570er, stellte sich auf den Startpunkt, ließ den Sprit durch die Einspritzdüsen rauschen und beschleunigte, volle Leistung setzte im unteren Drittel des Hanges ein und K.Günnie hatte zu kämpfen die Leistung zu beherrschen, schwer schlingernd verlor er den Vortrieb nach ca. ¾ des Hanges. Aber das Adrenalin rauschte noch in seinen Adern und er machte gleich einen 2. Versuch, beeindruckend wie das Drehmoment des großen Motors die 570er den Hang hochdrückte – und oben !
Wieder unten angekommen sagte K.Günnie zum Widowmaker2looser-hacht auf der neuen G 450X – man kann sich Höhenmeter doch kaufen !!!!- ob nun der gute G-erhacht auf eine Husaberg spart ist noch nicht bekannt.

Zurück in Bardonnecchia enterten wir eine Pizzeria und pfiffen uns Nudeln oder Pizza und Cappos rein, denn gestärkt sollte als nächstes der Coll de Rho fallen.

Die Gruppe teilte sich in Competition und Senioren, während Joachim zeigte wie man die Männerauffahrt mehrfach rauf und runter fährt schoben und zerrten die andern ihre Moppetts auf den Coll de Rho     und männergerecht auf der Männerstrecke auch wieder runter.

Die Seniorengruppe lies es über Gleise, den Jafferau, Savoulx, Chateau, Puy
  
 und zurück zum Hotel geruhsamer angehen, wobei, von mir eingestreute, Nettigkeiten die Betriebstemperatur von Moppett und Fahrer immer mal wieder ansteigen ließen.

Das Abendbierchen beim Moppettservice (Steh-faaan nimmt die Schraubertipps der anwesenden Fachleute dankbar entgegen !! - siehe oben) schmeckte besonders gut und Joachim begleitete die Servicezeit mit ein wenig Hausmusik. 

Dann machte Joachim die Ankündigung, „vor dem Abendessen öffnet sich „the magic bag“. Was sich dann vor dem Abendessen abspielte versc hlug selbst altgedienten EEGlern die Sprache. Im wahren Kaufrauch stürzten sich die Jungs auf die Sachen, rissen sich mache Teile, mit der Bemerkung „ich habe das zuerst gesehen“, aus der Hand, machten sich nackich um die KTM-Beach-Schorts anzuprobieren, standen mit verzückten Augen im orangen-KTM-Teamhemd, mit KTM-MX-Brille auf dem Kopf, die Husaberg-Halskrause um den Hals, die RedBull/Kini-Handschuhe an den Händen und KTM-Flip-Flopps an den Füßen und stolzierten wie Heidi Klum auf einem imaginären Laufsteg durch das Kaminzimmer, die anerkennenden Grunzlaute der anderen im Ohr.
Stellt Euch mal vor, da steht plötzlich der „Unstoppable-hacht“ im Husaberg-Fleece-Kapuzenshirt vor mir und sagt „von den Farben passt es doch !“, ich war mir in dem Moment nicht sicher, ob er den großen HUSABERG-Schriftzug auf Brust und Rücken gesehen hat, oder nur weiß/blau im Auge hatte. Möglicherweise war das aber auch ein Ausblick in die Zukunft, denn G-erhacht hat angekündigt nicht zu sterben, bevor er nicht Widowmaker 1 + 2 bezwungen hat, und will sich mit einer 570er Husaberg nun die „fehlenden Höhenmeter“ kaufen ?????

Dann am Abend wieder der gleiche Horror, hervorragendes 3-Gänge-Menue und Gino stellte die 2 Liter-Weinflaschen auf den Tisch ………

Wie üblich stand der 2. Fahrtag im Zeichen des Berges der Berge.    Über Colomion - Puy ging es zum Einstieg in den "goldenen Weg", der aber verfehlt wurde und man so den "diamantenen Weg" zum ersten Kamm nahm und weiter auf den "Gipfel" fuhr.  Der Weg ist weiter in Stand gesetzt, hier der Blick auf die ehemals schwierige Sektion am gespalteten Fels. Erst weiter oben vor dem Sattel und dann vom Sattel zum Gipfel kommen fahrtechnisch anspruchsvollere Stellen.

Aber insgesamt ist die Auffahrt sehr gut fahrbar, das zeigt auch unser RoadyBernd, der in den Tagen vor unserer Tour schon in Bardonnecchia weilte und den Chabo mit der LC8 mit Tankrucksack und abgefahrenen Reifen bezwang.

Nach dem Mittagessen in Oulx ging es zum "spielen" noch auf die Singletrials zwischen Oulx - Chateau, natürlich wurden auch die ehemaligen Skipisten rund um das Rif. Rey nicht ausgelassen und dann über die Eselspfade von Beaulard nach Puy und über den Colomionkamm    zurück nach Bradonecchia.
Weil unser Herr Sauer noch nicht ganz ausgelastet war startete er gegen 17.00 Uhr mit Ginos Sohn (lokale Endurogröße) noch zu einer kleinen Runde ......... (er kam geschwitzt zurück und erzählte, dass er zu Glück so schnell fahren mußte, dass er die gefährlichen Stellen nur kurz gesehen hat).
Und dann stellte G-erhacht fest, dass er seine Geldbörse verloren hatte, da es nur auf dem letzten Streckenabschnitt passiertsien konnte sind Maaakus und G-erhacht wieder zurück gefahren. Ohne große Hoffnung fuhren sie Richtung Oulx zurück und bei einer Auffahrt, schon in der Dämmerung sieht Adlerauge Maaakus etwas Fremdartiges im Gras, und...... es war G-erhachts Geldbörse !

Da wir am Vorabend alles aufgegessen und alles leer getrunken hatten, zeiget sich der Wettergott gnädig. Es ging über den Jafferau

nach Susa. Die Competition-Group kämpfte über den Madonnenweg und die Diretissima auf den Jafferau, die Seniorengurppe rolle den Hauptweg entlang, Treffpunkt war der Platz vor den großen Grotten.

Bis zum Tanken in Susa blieben wir zusammen, nach dem Tanken teilten sich wieder die Gruppen auf, ich führte die Seniorenguppe über den Colle de Finestre und die ganze Asietta mit nur einem kurzen Stopp am Finestre zum Riff CiaoPais, dort war ein Tisch reserviert. Immer wieder ein Highlight für mich sind die 62 km von Susa zum CiaoPais - die Fahrzeit von 1 Stunde und 15 Minuten (62km)  zeigt, dass wir nicht getrödelt haben ...... (da Herr Sauer sich bei der Seniorengruppe eingereiht hatte konnte ich natürlich nicht vor mich dahin wurschteln, sondern mußte angasen). Die Competition-Group fuhr über halb-legale Wege zum Colle de Asietta und dann über die Asietta zum CiaoPais.
Das CiaoPais zeigte sich teilweise frisch renoviert, da es noch warm war, nahmen wir zum Mittagessen auf der Terrasse Platz.

Der Nachmittag ging über Sestriere und die Steinplattenabfahrt nach Cesana und dann gleich wieder bergan zum Lago Nero.
Nun teilte sich die Gruppe wieder, ein Teil fuhr über den Schnittlauchsee und den Widowmaker 1 (G-erhacht kam wieder nicht hoch) Richtung Briancon nach Frankreich und dann Val Claret über den Colle de Finestre nach Bardonecchia zurück.. Der andere Teil fuhr weiter Schotter bis Claviere, dann auf  Teer über Frankreich ins Val Claret und über den Colle de Finestre nach Bardonecchia zurück.

Zwischendurch zeigte Herr Sauer den anwesenden Enduro-Dilletanten mal wie man standesgemäß eine Serpentine fährt ........

Ich kann im Umfang des Berichtes nur blitzlichtartig Situationen beschreiben, die ganze Tour war nicht nur fahrtechnisch, sondern auch von den Sprüchen her und auch gruppendynamisch ein Highlight - ein Dank an die Gruppe, es waren fantastische Tage und Abende !!!!

Mr. 40-Stroke    

P.S. ich habe noch eine Trialtour über den Mulatieri nach Frankreich in das Hochtal bis hinter den Chabo gemacht, es ist immer etwas Besonderes, leise mit der Trial, auf den Singletrials die Berge zu erklimmen, hier ein Stimmungsbild zum Abschluß.