Reisebericht
Chabo 2009
Text Mr. 40-Stroke, Fotos Mr. 40-Stroke, Teilnehmer

Orga-hacht
auf der BMW G 450 X (lt. Werbung die“Unstoppable“) 
Steh-faaan
mit dem KTM EXC-Alteisen mit Mädchenmotor (400er)
Matze
rollte seine 450er Husaberg aus dem Transporter (altes Modell) 
K.Günnie
stellte seine 550er Husaberg daneben markentechnisch daneben 
Maaakus
wollte ohne Probleme 3 schöne Fahrtage haben und hat die 450er EXC mitgenommen
Joachim
musste noch unbedingt Urlaubstage vernichten und stellte eine 570er Husaberg
(neues Modell) beim Gino auf den Hof
Un da fällt mir schon der erste Gag ein :
Wisst Ihr eigentlich, dass HUSABERG eine Abkürzung ist und ausgeschrieben heißt
Hundert - Unbeugsame
- Schweden
– Arbeiten
- Bis –
Es - Richtig
- Geht
Mr.
40-Stroke schob sein 520er-EXC-Museumsmodell mit
neuem Gebrauchtherz vom Hänger
Eisbeer-GasMichl
s 450er EXC strahlte in bestem Meister Propper-Weiß
RoadyBernd
schob sein EXC 520-Alteisen vom Hänger
eBikeMan-Stefan
hat doch den EXC-Motor wieder ins Fahrwerk gesteckt und verbrannte fossiele
Brennstoffe statt Elektronen zu bewegen
Icke
tauschte seine Beta Bergziege mit 16 PS gegen eine fast neue EXC 400 um endlich
stabile dynamische Fahrzustände zu erleben
Sebbb,
schob seine museumsreife EXC 520 zur allgemeinen Begutachtung auf den Hof,
allgemeine Belustigung fand seine neue custom made – Pussy-Sitzbank (besonders
breit und hoch gepolstert, damit das magere Hinterteil beim Fahren nicht so
schmerzt), Joachim machte gleich Fotos um seinen KTM-Entwicklern zu zeigen, wo
die Kundenwünsche bei einem Enduro-Sportmotorrad (ready to race) hingehen
……..
ich sie mit einem Gebrauchtherz (in Einzelteilen erworben)
gerade noch rechtzeitig zusammenschrauben konnte, musste ich den Motor einige km
einfahren. So startete ich schon am Mittwoch zu einer ersten Einrollrunde mit
RoadyBernd. Argwöhnisch hörte ich auf jedes klickern im Motor, aber bis auf
eine gelöste Schraube am Schalthebel war alles OK. Die erste Einrollrunde war
beendet und schon wartete Joachim und der Sebbb vor dem Hotel und wollten am
Nachmittag auch eine schnelle kurze Runde drehen. Also wieder Helm auf und auf
die Enduro-Bergrennstrecke „Campo Smith – Colomion“. Ich ließ dem Herr
Sauer mit der 570er Husa den Vortritt, hängte mich aber direkt an sein
Hinterrad. Ok, Ok, Ok. gegen einen 2-fachen Ex-Enduro-Europameister und 5-fachen
Deutschen Enduromeister auf einer Monster-Husa konnte ich als kleiner dicker
alter Mann mit einer 9 ½ Jahre
alten museumsreifen 520er EXC, mit noch einzufahrendem Gebrauchtmotor,
eigentlich nix ausrichten, aber dank meiner Streckenkenntnis konnte ich ihn in
Sichtweite halten, außerdem wusste ich, nach ca. 8
½ oder 9 Minuten sind wir bei dem Tempo oben, und das war konditionell
grad so drin.. Mein zusammengeschusterter Motor musste wohl oder übel einen
vollen Belastungstest über sich ergehen lassen – er hielt ohne Probleme.
Bis zum Abendessen trudelten alle ein,
Ginos Frau Valeria (regionale Spitzenköchin) verwöhnte uns nicht nur am ersten
Abend mit herausragenden Gaumenfreuden.
Ich fand unser runde
"Rittertafel" zum Abendessen richtig klasse, es ergaben sich nette
Gespräche.
Fahrerlageratmosphäre bei Gino auf dem Hof
Der erste richtige Fahrtag mit der ganzen
Gruppe führte uns morgens zum Einrollen über den Mulatieri und Clomion
auf den Sommellier. Schneefrei und gut zu fahren führte uns der Schotterweg auf
3.100m. Am Plateau war der „Widowmaker 2 sofort erkennbar, die Strecke war, im
vergangenen Jahr, nicht weiter ausgefahren und zeigte sich fast schneefrei und
griffig.
Alle Augen und Finger richteten sich auf Herr Sauer, als fahrtechnisches Genie
mit dem 570er Husaberg-Monster-Motor durfte er die Erstbefahrung in Angriff
nehmen.
Fast hoch ist nicht ganz hoch – Herr
Sauer – aber wir brauchten ihn nicht ansprechen, kaum unten, Försterwende und
3. Gang rein, die über 65 PS schrien auf und er rauschte im 3. Gang, natürlich
nicht auf der eingefahrenen Spur, sondern daneben – es wäre sonst keine
Herausforderung – bis oben und auch gleich noch weiter bis zum Gletschereis.
Die weiteren Dramen der anderen EEGler möchte ich nur kurz anreißen, sonst
wird der Rahmen hier gesprengt.
Widowmaker 2
Als nächster stellte sich Unsoppable-hacht auf den Startpunkt und gab der BMW
450 die Sporen, letztes Jahr war er mit der 2002er 400 EXC nur ¾ hochgekommen,
mit der Investition in eine Unsoppable BMW G 450X und jetzt 50 ccm mehr sollte
es ja kein Problem sein ! --
Denkste nach ca. 6 Versuchen zog Erhand ernüchtert Bilanz, 50m höher
gekommen als mit der alten 400er EXC bedeuteten „Höhenmeter kann man nicht
kaufen“.
Wir konnten G-erhacht davon abhalten mit dem Bordwerkzeug die Schwingenachse
auszubauen, um sich so ein „Werksmoppett" zu basteln und einen erneuten
Angriff auf den Widowmaker2 in Angriff zu nehmen. Zu
aller Entsetzen zog nun Sebbb auf den Startpunkt !, Joachim saß neben mir auf
einem Felsen, schaute sich das bunte Treiben
an und sagte „das packt der nie, schaunmermal wie er mit der Pussy-Sitzbank
und dem Monstertank da wieder runter kullert“. Ich pflichtete ihn bei, fing
aber das Stammeln an, denn Sebbb bohrte schon in der Mitte des Widowmaker2 und
hatte noch satten Vortrieb, vollkommen verkrampft, auf der Pussy-Sitzbank
sitzend festgenagelt, die Beine spagatmäßig vom Monstertank gespreitzt, wie
ein Fähnchen am Lenker hängend, wild fusselnd erreichte er das obere Drittel,
der Vortrieb ließ langsam nach und kurz vor dem Plateau grub sich das Hinterrad
ein. Sprachlos schauten Joachim und ich uns an, sagen wir nehmen alles zurück,
das gilt als Hochgekommen ! Wieder am Startpunkt angekommen wurde Sebbb
mit Szenenapplaus empfangen.
Die Versuche von Eisbeer-Gamichl, Matze, Maaakus, Roady Bernd und und
und…..waren, einfach gesagt, weniger erfolgreich, wobei ich nicht mehr weiß
wer es jetzt geschafft hat, denn ich war noch immer von Sebbbs Vorstellung
geblendet.
Nun zeigte Joachim mit dem Finger auf den K.Günnie, sagte lapidar, nimm die 570er und fahre da rauf !
Die Augen von K.Günnie weiteten sich, nach
kurzem Zögern schnappte er sich die 570er, stellte sich auf den Startpunkt, ließ
den Sprit durch die Einspritzdüsen rauschen und beschleunigte, volle Leistung
setzte im unteren Drittel des Hanges ein und K.Günnie hatte zu kämpfen die
Leistung zu beherrschen, schwer schlingernd verlor er den Vortrieb nach ca. ¾
des Hanges. Aber das Adrenalin rauschte noch in seinen Adern und er machte
gleich einen 2. Versuch, beeindruckend wie das Drehmoment des großen Motors die
570er den Hang hochdrückte – und oben !
Wieder unten angekommen sagte K.Günnie zum Widowmaker2looser-hacht auf der
neuen G 450X – man kann sich Höhenmeter doch kaufen !!!!- ob nun der gute
G-erhacht auf eine Husaberg spart ist noch nicht bekannt.
Zurück in Bardonnecchia enterten wir eine Pizzeria und pfiffen uns Nudeln oder
Pizza und Cappos rein, denn gestärkt sollte als nächstes der Coll de Rho
fallen.
Die Gruppe teilte sich in Competition und Senioren, während Joachim zeigte wie
man die Männerauffahrt mehrfach rauf und runter fährt schoben und zerrten die
andern ihre Moppetts auf den Coll de Rho
und männergerecht auf der Männerstrecke auch wieder runter.

Die Seniorengruppe lies es über Gleise, den Jafferau, Savoulx, Chateau, Puy
und zurück zum Hotel geruhsamer angehen, wobei, von mir eingestreute,
Nettigkeiten die Betriebstemperatur von Moppett und Fahrer immer mal wieder
ansteigen ließen.
Das Abendbierchen beim Moppettservice (Steh-faaan nimmt die Schraubertipps der
anwesenden Fachleute dankbar entgegen !! - siehe oben) schmeckte besonders gut
und Joachim begleitete die Servicezeit mit ein wenig Hausmusik.
Dann machte Joachim die Ankündigung, „vor dem Abendessen öffnet sich „the
magic bag“. Was sich dann vor dem Abendessen abspielte versc hlug selbst
altgedienten EEGlern die Sprache. Im wahren Kaufrauch stürzten sich die Jungs
auf die Sachen, rissen sich mache Teile, mit der Bemerkung „ich habe das
zuerst gesehen“, aus der Hand, machten sich nackich um die KTM-Beach-Schorts
anzuprobieren, standen mit verzückten Augen im orangen-KTM-Teamhemd, mit
KTM-MX-Brille auf dem Kopf, die Husaberg-Halskrause um den Hals, die RedBull/Kini-Handschuhe
an den Händen und KTM-Flip-Flopps an den Füßen und stolzierten wie Heidi Klum
auf einem imaginären Laufsteg durch das Kaminzimmer, die anerkennenden
Grunzlaute der anderen im Ohr. Stellt Euch mal vor, da
steht plötzlich der „Unstoppable-hacht“ im Husaberg-Fleece-Kapuzenshirt vor
mir und sagt „von den Farben passt es doch !“, ich war mir in dem Moment
nicht sicher, ob er den großen HUSABERG-Schriftzug auf Brust und Rücken
gesehen hat, oder nur weiß/blau im Auge hatte. Möglicherweise war das aber
auch ein Ausblick in die Zukunft, denn G-erhacht hat angekündigt nicht zu
sterben, bevor er nicht Widowmaker 1 + 2 bezwungen hat, und will sich mit einer
570er Husaberg nun die „fehlenden Höhenmeter“ kaufen ?????
Dann am Abend wieder der gleiche Horror, hervorragendes 3-Gänge-Menue und Gino stellte die 2 Liter-Weinflaschen auf den Tisch ………
Wie üblich stand der 2. Fahrtag im Zeichen
des Berges der Berge.
Über Colomion - Puy ging es zum Einstieg in den "goldenen Weg", der
aber verfehlt wurde und man so den "diamantenen Weg" zum ersten Kamm
nahm und
weiter auf den "Gipfel" fuhr. Der Weg ist weiter in Stand gesetzt,
hier der Blick auf die ehemals schwierige Sektion am gespalteten Fels.
Erst weiter oben vor dem Sattel und dann vom Sattel zum Gipfel kommen
fahrtechnisch anspruchsvollere Stellen.
Aber insgesamt ist die Auffahrt sehr gut fahrbar, das zeigt auch unser
RoadyBernd, der in den Tagen vor unserer Tour schon in Bardonnecchia weilte und
den Chabo mit der LC8 mit Tankrucksack und abgefahrenen Reifen bezwang.
Nach dem Mittagessen in Oulx ging es zum "spielen" noch auf die
Singletrials zwischen Oulx - Chateau, natürlich wurden auch die ehemaligen
Skipisten rund um das Rif. Rey nicht ausgelassen und dann über die Eselspfade
von Beaulard nach Puy und über den Colomionkamm
zurück nach Bradonecchia.
Weil unser Herr Sauer noch nicht ganz ausgelastet war startete er gegen 17.00
Uhr mit Ginos Sohn (lokale Endurogröße) noch zu einer kleinen Runde .........
(er kam geschwitzt zurück und erzählte, dass er zu Glück so schnell fahren
mußte, dass er die gefährlichen Stellen nur kurz gesehen hat).
Und dann stellte G-erhacht fest, dass er seine Geldbörse verloren hatte, da es
nur auf dem letzten Streckenabschnitt passiertsien konnte sind Maaakus und
G-erhacht wieder zurück gefahren. Ohne große Hoffnung fuhren sie Richtung Oulx
zurück und bei einer Auffahrt, schon in der Dämmerung sieht Adlerauge Maaakus
etwas Fremdartiges im Gras, und...... es war G-erhachts Geldbörse !
Da wir am Vorabend alles aufgegessen und
alles leer getrunken hatten, zeiget sich der Wettergott gnädig. Es ging über
den Jafferau
nach Susa. Die Competition-Group kämpfte über den Madonnenweg und die
Diretissima auf den Jafferau, die Seniorengurppe rolle den Hauptweg entlang,
Treffpunkt war der Platz vor den großen Grotten.
Bis zum Tanken in Susa blieben wir zusammen, nach dem Tanken teilten sich wieder
die Gruppen auf, ich führte die Seniorenguppe über den Colle de Finestre und
die ganze Asietta mit nur einem kurzen Stopp am Finestre zum Riff CiaoPais, dort
war ein Tisch reserviert. Immer wieder ein Highlight für mich sind die 62 km
von Susa zum CiaoPais - die Fahrzeit von 1 Stunde und 15 Minuten (62km)
zeigt, dass wir nicht getrödelt haben ...... (da Herr Sauer sich bei der
Seniorengruppe eingereiht hatte konnte ich natürlich nicht vor mich dahin
wurschteln, sondern mußte angasen). Die Competition-Group fuhr über
halb-legale Wege zum Colle de Asietta und dann über die Asietta zum CiaoPais.
Das CiaoPais zeigte sich teilweise frisch renoviert, da es noch warm war, nahmen
wir zum Mittagessen auf der Terrasse Platz.
Der Nachmittag ging über Sestriere und die Steinplattenabfahrt nach Cesana und
dann gleich wieder bergan zum Lago Nero.
Nun teilte sich die Gruppe wieder, ein Teil fuhr über den Schnittlauchsee und
den Widowmaker 1 (G-erhacht kam wieder nicht hoch) Richtung Briancon nach
Frankreich und dann Val Claret über den Colle de Finestre nach Bardonecchia
zurück.. Der andere Teil fuhr weiter Schotter bis Claviere, dann auf Teer
über Frankreich ins Val Claret und über den Colle de Finestre nach
Bardonecchia zurück.
Zwischendurch zeigte Herr Sauer den
anwesenden Enduro-Dilletanten mal wie man standesgemäß eine Serpentine fährt
........
Mr. 40-Stroke
P.S. ich habe noch eine Trialtour über den
Mulatieri nach Frankreich in das Hochtal bis hinter den Chabo gemacht, es ist
immer etwas Besonderes, leise mit der Trial, auf den Singletrials die Berge zu
erklimmen, hier ein Stimmungsbild zum Abschluß.