Transcarpattour Juni 2008 von Klaus Nennewitz und Thomas Mader
(Text und Fotos DonNikko)

Am 14. Juni bin ich mit meinem österreichischen Freund Thomas Mader von Timisoara in Rumänien aus aufgebrochen, um eine 1000 km Offroadtour durch die Karpaten zu scouten. Wir hatten Zelt, Schlafsäcke und einige wenige Wechselklamotten am Motorrad, ich hatte mir eigens dafür ein Haltesystem für 2 Softbags an die 525 konstruiert. Nach einer Hotelübernachtung in Lugoj konnten wir meinen Bus die Woche über dort stehen lassen und sind bei leichtem Regen Richtung Norden aufgebrochen, Richtung Cluj. Zur Orientierung hatten wir einige eingeschweisste Militärkarten, ansonsten nur 2 Waypoints: den des morgendlichen Starts und des abendlichen Zielortes: ein System, das in Rumänien genial funktioniert, so lange man sich in übersichtlicher Landschaft bewegt, in der Wirtschaftswege bis auf die Almwiesen hinaufgehen.
    
Die rumänischen Wälder hingegen sind kaum zu durchdringen und sehr oft hatten wir uns nach 2-3 Stunden Schinderei in trialähnlichen Passagen am Ende eines Holzrückweges befunden, aus dem keine Rauskommen mehr war. Tankstellen gibt es an jeder grösseren Strasse, die Husky 450 meines Freundes hat uns mit ihrem Tankvolumen keine Probleme bereitet, wir hatten die Touren so gelegt, dass nach ca 80 bis 100 km eine Strasse zu überqueren war. Die Mitnahme von Schlafsack und Zelt war unnötig, in jeder kleineren Stadt oder manchmal auch in kleinen Dörfern im Nirgendwo findet man Pensionen mit guter Verpflegung (oft aus dem eigenen Garten!) für rund 10-20 Euro (Halbpension). Mit den Benzinkosten kann man so eine Tour mit rund 30 Euro/Tag fahren.
Fahrtechnischer Höhepunkt war die Überquerung einer Hochebene auf ca 1600- 1800 m Meereshöhe südlich von Cluj: über feuchte Erdhohlwege ging es hoch um dann auf ca 70 km keinem Menschen zu begegnen, nur endlose Wiesen und totale Isolation!
Auf den rund 1000 km in 5 Tagen gab es keine grossen Probleme, ausser als uns auf der vorletzten Etappe im Nirgendwo ein Dorfpolizist anhält und zum Verhör ins Revier mitnimmt: als er keine Visa in unseren Pässen findet sagt er, wir hätten keine Erlaubnis, in Rumänien zu sein und wären damit illegal dort!!!!
Der gute Mann hatte noch nichts davon gehört, dass Rumänien seit kurzem zur EU gehört und dass es keine Grenzkontrollen mehr gibt!!!! 
Noch ein Wort zum Fahrverhalten meiner 525 mit Hecktaschen:
    
Die anfängliche Euphorie bei den Testfahrten in Italien ist schnell der Realität gewichen trotz härtere Feder hinten: also, sie fährt sich wie eine 1979 er Suzuki DR 400, d.h. sie hält die Spurrillen nicht, weil das Vorderrad einfach zu leicht ist während das Hinterrad beim Spurwechsel immer nachschiebt, es war ziemlich brenzlig, auf einem eingefahrenen Feldweg von einer Spur auf die andere zu wechseln: das Hinterrad wollte nie aus seiner alten Spur raus und manchmal stand das Moppett wirklich komplett quer, bevor es auf die andere Seite lief. Grandios ist natürlich der Traktionsgewinn bei steilen Auffahrten, auch im Schlamm, sehr kritisch war es manchmal, das umgestürzte Motorrad mit dem Mehrgewicht am Heck, das zusätzlich durch die Schlammpackung auf der vergrösserten Oberfläche verstärkt wurde, wieder aufzurichten.
Für die nächste Reise wird ganz klar ausgesiebt und viel weniger Material mitgenommen, das geht dann in einen kleinen Packsack auf dem hinteren Kotflügel und in den Rucksack. Übernachtungen dann nur in Pensionen und wenn mal etwas schief geht verbringt man eben die Nacht draussen am Lagerfeuer….