Bergamo / Onore - Saisonstart 2008  "To Old To Die Young"
16.4.08 bis 20.04.08
(Text Mr. 40-Stroke, Fotos Icke)

Was soll ich denn nun schon wieder schreiben ?

Es ist doch immer dasselbe, schlechte Straßen, regnerisches Wetter, einsame Singletrails, Schlamm, Wasser, kein McDonalds in der Nähe Speisekarten nur in italienisch, dauernd bergauf/bergab, nur den Cappo, den haben die Leute dort, bei den Deutschen gut abgeschaut und verbessert, der schmeckt irgendwie besser ............

      

Trotzdem verirrten sich 9 wackere EEGler in die Gegend um die Saison 2008 auf den alten Enduro-WM-Strecken endurotypisch einzuläuten.

    
                von li. nach re stehend Arco, Erhacht, Maakus, Steh-faan, Mr. 40-Stroke, K.Günnie, Schnorry, sitzend Rollo und Icke

Arco zerrte seine KTM EXC 450 aus dem Wackerbus, Rollos KTM EXC 525 leistete ihr auf der Hinfahrt Gesellschaft, Steh-faaan und Erhacht hängten ihre KTM EXC 400 Hubraumzwerge auf Anhänger an Erhachts "nahezu neuwertigen" Kombi-Fiat, Schrorrys 450er lief auf dem Anhänger hinter seinem alten Audi 100 hinterher, K.Günnie und Icke luden in den Ackermann-Bus die Husaberg und die Beta 200-Bergziege von Icke und Mr. 40-Stroke und Maaakus sattelten den Conti-Fimmewooche und stellten auf den Hänger Mr. 40-Strokes 8 Jahre altes KTM EXC520-Alteisen und die "DMDNKSD"  (Das Moppett Das Noch Keiner Sehen Darf).
Um Fragen vorzubeugen hier das Foto von dem Moppett :      
Unser Erhacht wurde von Mr. 40-Stroke kurzerhand in den Stand des "Orgahacht" erhoben und mit der Buchung der Zimmer und Streckenkoordination beauftragt.

Fangen wir mal mit den Defekten der Moppetts an :
Husaberg - plattierter Krümmer
"DMDNKSD" - Ständer verbogen, z.T. verloren
"DMDNKSD" - Hupenhalter samt Hupe weg
"DMDNKSD" - Kettenriss
EXC 400 - Limadeckel zerschlagen
EXC 450 - Plattfuß
EXC 520 - Tankentlüftungsschlauch abgerutscht

1. Tag - lockere Nachmittagseinrollrunde durch den kleinen Canyon, den Singletrial über den Bergkamm und die Schokorinne runter, durch das Tal auf dem Schotterweg zurück zum Hotel. Erster Eindruck : Anlieger und Brems- und Beschleunigungswellen im Wald zeigen, dass hier noch recht aktiv gefahren wird ......
    

2. Tag - Dauerregen in der Nacht, leichter Regen am Vormittag, leichter Nieselregen am Nachmittag - ideales Bergamowetter für die große Enduro-WM-Streckenrunde ........
Wasser von oben, von unten, Wasser von vorn, gut wer GoreTex-bewaffnet dem Angriff trotzen kann und glitschige Felsen und schlamige Auffahrten und steile Felsstufen mit Schotter garniert und glitschige Wurzeln begleiten uns durch den großen Canyon und die Auffahrt zum Rif. Magnolini.
       
An einer besonders schönen Felskante legte Erhacht einen 1/2 Superman-Seatgrab-Backflip-Limadeckel-landet hin und nicht nur Stehfaaan war dankbar für die Reparaturpause. Dank Kaltmetall wurden die Fragmente wieder zusammengeklebt und Erhacht bekämpften seinen dicken Hals (grundlos, die Klebepampe hielt bis zum Schluß), sehr nett war der Kurzbesuch von 3 älteren Italienern, die sich mit Höchstdrehzahl durch uns und an uns vorbei wühlten, besonders wird Erhacht an den Besuch denken, denn sein ausgebreitetes Werkzeug und sein schönes KTM-Werkzeugtäschchen dienten den ital. Endurokollegen als dankarer Grippgeber. K.Günnie legte einen "Galleriestellungs-Stunt" mit anschließendem unsanften Einparken an der Felswand hin und plattierte einen Krümmer seiner Husaberg. Das verbesserungsbedürftige Fahrkönnen von Steh-faan wurde in idealer Weise von den 3/4 abgefahren Stollen an seinem Hiinterrad ergänzt, erstmalig kochten sein Hubraumzwerg und er gleichzeitig .......
       
Ab ca. 1.500m lag nordseitig noch Schnee, der die Anforderungen weiter erhöhte, die Auffahrt zum Riffugio Magnaloni war wegen guten Pistenverhältnissen für Skifahrer noch verperrt.
Inzwischen hatten wir schon 17km der 83 km-Runde geschafft, aber schon 4 Stunden verbraten, Magen und Hirn schrien nach Cappo und Panini, also weiter auf der WM-Strecke bis zum nächsten Anzeichen der Zivilisation und dann Notabstieg zum Iseosee. Nach 5 Stunden und 28 km bekam meine Magenschleimhaut eine Doppelstöckige Gänsehaut als der heiße Cappo von meinen inneren Organen begrüßt wurde.
    Ausflug vom Seniorenheim, kurz bevor die Bingokarten ausgepackt werden ..... 
Während dem Inhalieren des Schinken/Käse-Panini diskuierte die Gruppe die Vorteile von GoreTex, denn um Schnorry bildete sich eine nette Pfütze, immer wenn er stehen blieb. Die "Gruppe 153" (Icke, Klaus und ich zusammen 153 Jahre alt), beschloss zum Nachmittagstee und zur warmen Dusche direkt ins Hotel zu fahren, die Competition-Group gab sich einen weiteren Teil der WM-Strecke in Richtung Hotel. Für die Seniorengruppe eine weise Entscheidung, denn naß und kalt war schon eine kleine Bachetappe zu viel, erst kippte ich an einer Kante um, dann steckte Icke seine Bergziege in eine Schlammrille und K.Günnie nahm eine Bodenprobe bei der Auffahrt zur Straße. Inzwischen war es kurz vor 17.00 Uhr und der Regen wurde wieder stärker .....
      

       

   
Das Abendessen harmonierte mit dem itl. Ambiente des Hotels, der Rotwein schmeckte, der Grappa war klar und die harmonische Verbindung zwischen Tiramisu und Espresso ergab ....... zum 2. Mal eine doppelstöckige Gänsehaut auf der Magenschleimhaut.
Als der Salat einen etwas größeren Maisanteil hatte, und wir in der Diskussion um Bio-Kraftstoff stecketen, wurde ein neuer Spruch geboren :
"aus ethischen Gründen esse ich nichts aus dem man Kraftstoff machen kann".

3. Tag - Zur Katerbekämpfung eine morgendliche Einrollrunde vorbei an den ehemaligen Sonderprüfungen, dann, von der Sonne aufgewärmt wieder auf die WM-Strecke und den schönsten Teil der Strecke oberhalb des Isoeosees auf perfekten Singletrials mit kleinen "Pieksern" - einzigartig ! -
       
Kurzer Boxenstopp zur Nahrungsaufnahme mit perfekt abgestimmter Kombination aus Salat, Teigwaren und Espresso. Anschließend war eine kurze Bastelstunde an der "DMDNKSD" von Maakus notwendig, ein gesprengtes Kettenschloß brachte etwas Zeit zum Durchschnaufen.
Der Nachmittag war geprägt von einer Lehrstunde der lokalen Nachwuchs-Enduristen an der Steinplattenauffahrt. Wie schon häufiger stand die Seniorenheim-Ausflugs-Teilnehmer-Gruppe vor meterhohen Felskanten mit integrierten Wasserfällen mit Slime-Auflage, als sich mit Zwiebacksägen-Gekreisch 125er-Fahrer mit MC-Schlappen mit "Negativ-Stollen" näherten, mitleidig die Seniorengruppe anschaute, sicherheitshalber nachfragten ob alles OK sei, um dann Slalom fahrend zwischen den verteilt liegenden Moppetts einfach hoch zu fahren .....
Die Gruppe beschloß einstimmig hier abzubrechen, denn man hatte ja gesehen, dass die Auffahrt prinzipiell keine Schwierigkeit darstellt, zuvor hatte Erhacht einen halben Rückwärtssalto mit Rückenprotektorlandung hingelegt, wieder zu Hause diagnostizierte der Orthopäde eine gebrochene Rippe bei Erhacht.

       
4. Tag - Nur noch 5 unentwegte wagen sich zu einer kurzen Vormittagsrunde, der Rest setzte schon Segel Richtung Heimat. Die Einrollrunde vom Donnerstagnachmittag durch den kleinen Canyon mit Variation von wurzeldurchsetzten Singletrials war die 2-stündige Abschlußfahrt, schließend Aufladen und um 18.30 Uhr war der letzte wieder in München. 

Tolle Touren, tolle Gruppe, tolle Gespräche, danke für die klasse Zeit !

Mr. 40-Stroke