Bardonecchia-Tour 2007

(3.10.07 bis 7.10.07)
Bericht Mr. 40-Stroke, Fotos alle

Wie jedes Jahr sitze ich wieder vor dem Laptop und versuche die tollen Eindrücke der diesjährigen Enduro-Touren rund um den Chaberton in Worte zu fassen.

Es fällt wirklich schwer, weil wir dieses Jahr mit der neuen Unterkunft eine so tolle Ergänzung zu den (wie üblich) tollen Endurostrecken gefunden haben.

Was lässt mich jetzt in den höchsten Tönen schwärmen ?

-         wenn schon das Hotel dieses Windspiel vor dem Haus stehen hat

-         wer schon sein Hofeinfahrtstor so sichert

-         wenn in der Garage dieser Fuhrpark steht

-         wenn der Sohn mit der 490er Honda-4Takt-Enduro im Jahre 2007 das Enduro-Bergrennen vom Campo Smith auf den Colomion (in 7 Minuten !!!!!) gewonnen hat  

-         wer eine voll ausgestattete Mopettwerkstatt hat

-         …. und dann erst das Essen ……wenn die Köchin noch mit dem Körbchen in den Wald wandert um die frischen Steinpilze zu suchen

-         usw …….

Inzwischen, als Genussmensch verschrien (und auch optisch am abgesenkten Schwerpunkt meines Astralkörpers erkennbar), kann ich nicht umhin, als erstes über die kulinarischen Ausflüge zu berichten ……

Frühstück :


Untypisch italienisch, 2 Sorten Wurst, 2 verschieden Käse, 4 verschiedene selbst gemachte Marmeladen, Kaffee + O-Saft bis zum Abwinken

Mittagessen :

Erst einkaufen im Supermarkt  und anschließend das OffRoad-Picknick

 

Das Genußbierchen nach der Tour am Spätnachmittag

Abendessen :

Vorspeise Lasagne

Hauptgericht

Nachspeise Semifredo

So, virtuell frisch gestärkt, nun zum Teil, der sich mit Moppettfahren befasst.

Teambild 2007

Nachdem ich schon am Mittwoch eine kleine Enduro-Einrollrunde nach dynamischen Fahrzuständen und mit der Trialmaschine ein wenig im Bachbett nach der sichtbaren Balance suchte, beschlossen wir am Donnerstagmorgen als erstes eine lockere Einrollrunde auf den Sommeiler und zurück zu machen.

Etwas Neuschnee ab 3.000m störten nicht wirklich, „frugi“ und FiltzStift ließen die 525er aufbrüllen und fegen den Widowmaker 2 auf 3.100m hoch.

Zurück ging es über Bardonecchia – Campo Smith – Colomion (die Bergrennstrecke war frisch geschoben !!!!!) – Puy – Chateau nach Oulx, dort trafen wir Filtzstift und „frugi“ wieder, die wegen Plattfuß in Bardonecchia eine Montagepause einlegten und OnRoad nach Oulx rollten. Über die kleinen Shortcuts nach Sauze d` Oulx zum Rif Ciao Pais auf den Colle de Basset.

Nach einer kleinen „Spielrunde“ in Richtung Testa Asietta über Sestriere – Bousson – Lago Nero – Lago 7Colori zum Widowmaker 1.

Und da zierten sich die Herren plötzlich, in Erfurcht vor der Auffahrt erstarrt suchte jeder nach der persönlich besten Ausrede – mein Motor hat in der Höhe leichte Aussetzer – ich glaube die Bedüsung passt nicht 100% - ich spüre die Kerze ist leicht verölt – meine alte Schulterverletzung beginnt wieder zu schmerzen – ich glaube mir fehlen 50 cm Hubraum – mein Hinterreifen ist so abgefahren, dass Valentino Rossi damit einen GP gewinnt – ich muß die Fotos machen - ………..

Nagut, dann muß es der kleine dicke alte Mann wieder vormachen, also durchbeschleunigt bis in den 3. Gang, die Wellen vor der Auffahrt schön durchgedrückt und im 3. Gang am Drehzahlbegrenzer in die Kompression, rein in den Hang, die EXC zieht kraftvoll röhrend in den Hang, im oberen Drittel die „Wand“ nach oben gesprungen, in der Luft in den 2. Gang und im Wheelie zum Gipfel. In Erfurcht erstarrt warteten die Jünglinge am See ……
Der Schönste Ausspruch zu meiner Fahrt kam vom Gas-Michel, der sagte :

„Schön souverän von unten nach oben gezogen, niemals auch nur den Ansatz von Unsicherheit“

Anschließend trauten sich noch Maaakus, Sebbb, Matze und Rollo bis nach ganz oben, Steh-faaan schaffte es mit seiner 400er nicht ganz, der letzte Versuch endete ca. 15m unterhalb des Gipfels.

„frugi“ und FiltzStift waren schon ab Sestriere OnRoad zu einem Boxenstop nach Bardonecchia unterwegs, die Kupplung von „frugi“ verlor Öl und beide wollten noch den Col de Rho machen.

Weiter ging es über Sagnalonga – Claviere – Mont Genevre und OnRoad durch das Vale Claré zum Col de Echelle (in der Abendsonne ein tolles Farbenspiel) und zurück nach Bardonecchia, sehr schon war die frische Teerdecke am östlichen Teil des Col de Echelle.

So kamen zum Ende des Tages 204km wunderschönes Endurofahren zu Stande.

Während die Gruppe sich schon den kulinarischen Genüssen beim Abendessen hingab rollten in der Dunkelheit „fugi““ und FiltzStift ein, die Männerauffahrt zum Colle war zwar in 46 Minuten geschafft,

aber die Dunkeheit kam unerbittlich ………

Der Freitag erwartete uns wieder mit Sonne, für die Gruppe stand der „Berg der Berge“ an. Mich hatte unser „Patrone“ Gino zu einer lockeren Runde mit dem Trialmoppett eingeladen, er sprach von „mittlerem Schwierigkeitsgrad“ ………..

Der Weg zum Berg der Berge führte zum Warmfahren über den Mulatieri

(natürlich von der franz. Seite hoch !) – Puy – Chateau – Bierhügel – dann unser Weg – und schon ist man oben ….
OK, OK, Filtzstift musste am Berg der Berge noch mit dem Seil aus „misslicher Lage“ befreit werden,

Steh-faaah legte kurz vor dem Gipfel in einer engen Kehre einen unbeabsichtigten „Dounat“ hin (sehr schön auf Video festgehalten ….), aber sonst keine besonderen Vorkommnisse.

Ich stürzte mich mit Gino, er mit seiner Honda-Montesa Einspritzer Trial bewaffnet, in den Berg. Meine arme kleine 250er Beta-Trial zog wie ein Ackergaul die Auffahrten und die engen Serpentinen hoch, ich hing wie ein nasser Sack verkrampft am Lenker und versuchte mich nur festzuhalten. Als der gnädige Herr mal kurz anhielt freute sich mein geschundener fetter Körper auf eine Pause, aber Gino wollte mir nur mitteilen, dass ich im 3. Gang nun endlich mal richtig Gas geben muß, denn es würde jetzt ein etwas steileres Stück kommen und schon fuhr er einfach wieder los ……..

                Das ist der Gino à 

OK, wo ein 60-jähriger alter Mann hoch kommt werde ich doch wohl mit meinen jugendlichen 50-Jahren wie selbstverständlich hochkommen !

Guuuuut, Gaaaaaaaaaaaaaaaaas und los und ……….dann stand eine „Hauswand“ vor mir …….festhalten, aber nach ¾ war Schluß und ich gab der Beta einen Kick nach oben und ließ alles los, die Beta hopste nach obern und 1m unterhalb der Kante konnte Gino das Vorderrad fassen und festhalten, ich krabbelte die Wand hoch und gemeinsam zogen wir die Beta hoch.

Beim Hochziehen der Beta entschuldigte er sich noch, denn er kann nicht so fest zupacken weil der am linken Handgelenk mit einer Schiene trägt, weil er sich vor 6 Wochen die Hand gebrochen hatte und die Bandscheibenoperation auch noch nicht so weit zurück liegt……..

Heul, heul, heul, heul, heul, heul, heul, heul, heul, heul.

Lieder waren erst 30 Minuten rum und mein Wasservorrat war schon zu 50% verbraucht.

Ich will Euch nicht weiter langweilen, aber so was bin ich bisher in meinem über 35-jährigen Enduroleben noch nicht gefahren.
  „leichte Abfahrt“

   
typische Wege

Wir fuhren unterhalb des Forte Bramafan nach Chateau, wechselten die Talseite trialten durch einen Bachlauf von Savoulx über 1.000 Höhenmeter am Jafferau, nach 500 Höhenmetern war der Bachlauf trocken und es ging über griffigen Boden zum Forte Foens. Anschließend an Ginos Sommerhaus oberhalb Bardonecchia vorbei Richtung Sommeiler, dann durch Bardonecchia auf die andere Talseite und unterhalb vom Colomion durch den Wald zurück zum Hotel.

Gino hat mich dann zum Mittagessen eingeladen und beim drehen der Spaghettis mit der Gabel bekam ich Krämpfe in die Unterarme ………….

……........... und das war erst der Vormittag ………………

Der Samstag sollte nochmals eine schöne Endurotour gemacht werden, leider zeigte sich das Wetter etwas wechselhaft, so dass wir neben Sonne auch mit Nebel und Regen rechnen mussten. Unsere Planung beeinträchtigte das nicht.

Also rein in die GoreTex-Klamotten und looooooooooooooos.

Von Bardonecchia über Gleise – Forte Foens – Jafferau nach Susa, die 15 km bis zum Colle de Finestre OnRoad gerollert, rauf auf die Asietta (im Regen und Nebel) die Asietta komplett am Stück in 35 bis 45 Minuten abgefahren – über Colle de Basset – Rif Ciao Pais Sauze d` Oulx – Oulx – Chateau – Forte Bramafan – Pian de Sole zum Hotel zurück = 190 km richtig schöne Endurostrecken.

Hier noch ein nettes Buidl, das zeigt wie sich der moderne Cowboy fortbewegt.

Dann hieß es Aufladen und sich ein letztes Mal den kulinarischen Genüssen von Ginos Frau hingeben – ich glaube es waren gegrillte Wachteln – ein Traum – und schon klingelt der Wecker …………..

 

Mr. 40-Stroke

P.S. eine tolle Tour, dank an die Teilnehmer, alles hat gepasst, es war eine „runde Sache“, bis nächtes Jahr !

Dank an Schnorry, der das neue Hotel gefunden und bekannt gemacht hat.