Eleven-Years-After  à Bergamo -Tour 2007
(Bericht und Fotos Mr. 40-Stroke)

Einstein hatte Unrecht !

Die Zeit ist nicht relativ, nein !

Die Zeit kann still stehen !!!

Am 1.Mai 1996 war ich das letzte Mal in der Gegend zum Endurofahren, als Streckensucher, Hoteltester und Vorkoster (Essen und Wein) für eine mögliche EEG-Endurotour im Mai 2008 waren unser „Mad-Professor“ Erhacht und ich 2007 wieder in Onore / Bergamo.
Den alten Aufschrieben nach buchte ich die Zimmer im gleichen Hotel wie 1996.

1. à Die Zeit kann stehen bleiben !!!

Das Hotel, der Gastraum, der Empfang und die Bilder an den Wänden, alles wie vor 11 Jahren, nur die Außenfassade erhielt einen neuen Anstrich.

2. à Die Zeit kann stehen bleiben !!!

Am Hotelempfang stand der gleiche Mitarbeiter (noch immer glatzköpfig und noch immer auf beiden Augen schielend), der Patrone saß mit Zigarette auf einem Stuhl vor der Tür und beobachtete das Geschehen.

Um 6.45 Uhr am Morgen in München bei strömenden Regen mit meinem BMW + Anhänger losgefahren waren wir zum Mittagessen vor Ort und labten uns, bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen, an einer guten Portion Nudeln und Salat. Der Koch kam aus der Küche und es war noch immer derselbe Koch in weißen Klamotten mit Schürze wie vor 11 Jahren.
Anschließend bezogen wir die Zimmer, zogen die Moppettklamotten an, um eine kleine Besichtigungsrunde (only sightseeing) zu machen. Meine Erinnerungen kamen schnell wieder und wir stiegen direkt am Ort (200m vom Hotel) in einen Schotterweg ein, der nach kürzester Zeit in einen Singletrial überging. Und Schwupp standen wir vor einer netten, mit großen Steinen versehenen Auffahrt. Erhacht grinste schon nach 30 sec. von einem Ohr bis zum anderen, denn den Streckenbedingungen nach sahen wir schnell, dass auf diesen Wegen häufiger Endurofahrer unterwegs sind. Wir befuhren weiter die Enduro-WM-Strecke. Oberhalb Castione fanden wieder den Einstieg über die Steilabfahrt zurück in unser Tal. Ausgefahrene Anlieger und Bremswellen vor den Kurven auf dem Singletrial signalisierten „wir sind im Enduro-Wunderland“.

Gegen 18.00 Uhr zurück am Hotel gaben wir uns zufrieden dem ersten Bierchen hin, nach der Dusche erwarteten wir das Abendessen und sollten nicht enttäuscht werden.
Zwei Pasta-Vorspeisen, zwei Fleischgänge als Hauptgericht, ein Nachtisch und ein Espresso füllten unsere Mägen. Der Rotwein des Hauses schmeckte vorzüglich dazu und lockerte die Stimmung. Wir kamen mit einer anderen deutschen Endurofahrergruppe ins Gespräch, die ebenfalls im Hotel wohnten. Schnell kam die Aussage „ihr seid doch die Ergrauten-Enduro-Greise, wer ist der „frugi“ und wer ist der Mr. 40 …….“. So war das Eis gebrochen und es gab genügend Gesprächsstoff in den nächsten Tagen. Es stellte sich heraus, das die Gruppe aus dem schwäbischen kommt, schon in verschiedenen Ländern enduromäßig unterwegs war und auch schon beim Sandro unterwegs war, aber dieses Jahr von der aktuellen Preisgestaltung abgeschreckt war. Hier in Bergamo waren sie mit einem ortskundigen Guide unterwegs.

Der nächste Tag begann wieder mit Sonnenschein und   warmen Temperaturen. Wir wollten als erstes über den Canyon zum Riffugio Magnolini ins Skigebiet fahren. Also 300m vom Hotel entfernt, rein in den Wald und den breiten Bachlauf hoch, immer den farblichen Wegmarkierungen nach. Wieder viele Spuren im Wald und keine Spaziergänger.

Der Schotterweg wird nach 2 km zu einem Singletrial, wird immer schmaler und führt durch den „Canyon“ zur Abzeigung zum Riffugio.

4. à Die Zeit kann stehen bleiben !!!

Der Abzweig aus dem Canyon über die hohe Kante, die uns vor 11 Jahren Schwierigkeiten bereiteten, war unverändert, aber trocken und griffig und deshalb ohne fremde Hilfe zu befahren.

Schöne Helmkamerabilder dokumentieren die Auffahrt. Gegen 11.00 Uhr erreichten wir die Skipisten am Riffugio, querten das Skigebiet um in der „Slalombar“ einen Cappo zu trinken.

5. à Die Zeit kann stehen bleiben !!!

Wir stellten unsere EXCs vor der Slalombar ab (noch immer die einzige Bar im verlassenen Skiort die offen hat), betraten den Raum und ……….
…….die gleichen ausgestopften Tiere an der Wand und ……….
…… die gleiche Bedienung mit dem tiefen Ausschnitt und der Tätowierung auf dem Busen !!!
Zurück über die Skipisten zur Enduro-WM-Strecke und ca. 1 Stunde auf dem Singletrial oberhalb des Isosee zurückfahren nach Onore.




Wieder die vorzüglichen Nudeln und Salat in unserem Hotel zu Mittag und nach 1 Flasche Wasser wieder auf die Enduros und über das ausgetrocknete Flussbett in den südlichen Bereich. Nach etwas Sucherei fand ich dann doch den Einstieg, die zu erst angepeilte Strecke führte in ein almartiges Gebiet in dem wir keine Motorradspuren ausmachen konnten, sicherheitshalber haben wir umgedreht. Ich fand dann doch wieder die Enduro-WM-Strecke, die über einen, mit Felskanten versehenen Weg bergauf führte. Diese Auffahrt kannte ich bis jetzt nur als Abfahrt, bergauf ist sie durchaus eine Herausforderung.
Zum Abschluß des Nachmittages durch das Bachbett an Onore vorbei und durch den kleinen Canyon über den Bergkamm ins Nachbartal

und wieder über Singletrials nach Castione zum tanken.
Zurück am Hotel und nach dem Helmabnehmem das Grinsen, von einem Ohr zum nächsten, mit einer Flasche Rotwein lockern ….

Ich möchte, bezüglich des Abendessens, nur kurz die Salbei-Ravioli erwähnen, die besonders gut mundeten …..

Auf unserem „Balkon“ vor dem Haus beobachteten Erhacht und ich nach dem Essen das Geschehen auf dem Dorfplatz und Erhacht packte einen alten schottischen Whisky als Absacker aus.

 

…… und dann stand die Zeit wieder still !!!!!!!!!!!!!!

Am 3. Fahrtag schloss sich Erhacht den geguideten Schwaben an, wurde gleich in der ersten Auffahrt „abgecheckt“ und für mitfahrtauglich befunden. Er musste nun den ganzen Tag auf Singletrials und Auffahrten, mal felsig, mal mit Wurzeln durchsetzt, seine EXC fahren, schieben, heben, drücken, …….- er ist zu bemitleiden , oder hat es ihm etwa Spaß gemacht ???????
Ich habe die 2 kleinen Pässe (ca. 40 km) unter die Stollenräder genommen und bin nach Borno gefahren, dort fand 1 Woche später die Enduro-WM statt und ich machte den Vorgucker auf den Sonderprüfungen und der Strecke. Da alles schon ausgeschildert war, konnte ich die Strecken schnell finden.  

      

Die Trainingsstrecke war auch schon ausgesteckt und ich konnte ein paar Runden drehen. Ich bin gespannt auf die Enduro-WM, der Crosstest auf einer wunderschönen Almwiese mit leichten Buckeln ist flott gesteckt, die Buckel fordern Sprünge heraus.

Der Endurotest ist in einem breiten Bachlauf in viel losem Geröll und der Extremtest ist an einem felsigen mit losem Geröll bedeckten Schräghang mit Bachlauf und führt über ein ca. 5m hohes und 200m langes Baumstammlager. Ich war beeindruckt und werde den Fernsehbericht von Motors-TV sehr interessiert verfolgen  

Ich denke für den Mai 2008 werden wir für die EEGler eine Tour zusammenstricken

Mr. 40-Stroke

  Erhacht + Ausblick