Bericht Enduro DM Waldkappel 4.9.05
(Text Mr. 40-Stroke, Fotos Mr. 40-Stroke, "frugi", div.)
EEG - Starter beim DM-Lauf :
"frugi", DonNikko; Mr. 40-Stroke und EEG-Anwärter "Steeni"
Bericht von Baboons http://endurosport.baboons.de/content.php?parent_id=CAT_342&doc_id=DOC_6443
Fast 350 Starter, beste Bedingungen, eine der schönsten Strecken in
Deutschland, 80km pro
Runde, sehr lange Sonderprüfung, es sah schon in den Tagen davor nach einem guten Rennen aus.
Im Vorfeld mußte DonNikko einige logistische Hürden überwinden, "frugi"
mußte seine Aduktorenzerrung austrainieren und Mr. 40-Stroke knüppelte die
Schmerzen der 2 gebrochenen Rippen auf der linken Seite und der Schultergelenkkapselentzündung
links chemisch nieder (Dank an die
Pharmaindustrie).
DonNikko kam mit dem Flieger am späten Fr. Abend von Spanien nach Deutschland
und schob zur Abnahme eine von Husaberg-Wills gemietete Husaberg FE 550/Bj. 2005
und genoss Werksfahrerstatus, "frugi" ließ seinen Non-Turbo nach
Waldkappel fliegen und packte seine 525er aus, Mr. 40-Stroke steckte die 520
wieder zerlegt in den A4-Kombi und fuhr nach Eschwege, von Eschwege nach
Waldkappel/Bischhausen wurden die Stollen schon mal "angefahren",
Steeni zog eine Husa 450 aus dem Werksmoppetregal und ließ sich wie seine
Werksfahrer betreuen.
DonNikko hat von Spanien aus schon die heimische Presse informiert und einen fast ganzseitigen Zeitungsbericht über sein Leben und seine OffRoad-Erfolge lanciert.
Um seinen Fanclub artgerecht auszustatten ließ er T-Shirts drucken, die
auf der Vorderseite
und
auf der Rückseite
bedruckt waren.
Seine Familie und der Fanclub lief nun in diesen T-Shirts rum. Der
Erwartungshorizont war durch den Zeitungsbericht, die Werksbetreuung und den
Fanclub ziemlich hoch gesetzt.
DonNikko
(stehend) und DirtDoc (Rennarzt Doggdor Christof Schade)
Die Fahrtleitung steckte DonNikko trotz
Rallye-Interlizenz in die deutsche B-Lizenz mit der Start-Nr. 760 und am
Start bibberte DonNikko --> springt die Husaberg an ? --> bricht die
Schwinge schon am Start ?, als die 550er Husa klaglos ansprang vergas er vor
Schreck das Licht anzuschalten und erhielt so schon die ersten 10 Strafsekunden.
"frugi" hatte seine Premiere bei den Senioren (alte Säcke auf
modernen Moppets) und Mr. 40-Stroke, sponsored bei der deutschen Pharmaindustrie,
hatten hintereinanderliegende Startnummern und so auch gleiche Startzeit.
Die Wetterbedingungen waren klasse, sonnig, top griffig, am Nachmittag ca.
25°C.
Fahrerlagerausstattung "frugi + Mr. 40-Stroke
Fahrerlagerausstattung DonNikko
DonNikko direkt vor dem Start
Durch interne Quellen (Vorteil wenn man ein Heimrennen hat und die Streckenbauer kennt, der RatbikeMan Jörg war Marschall, er hat vor dem Start die 1. Etappe abgefahren und war 4 Minuten langsamer als die Etappenzeit !!!!) wussten wir, dass die erste Etappe zeitlich kapp ist, also gleich ab Start volles Rohr.
Nach 5 Min. erste schlammige Auffahrt, in einer tiefen Schneise und ich fahre die 520er total fest, nach ca. 3 Min mit 3 Zuschauern habe ich die 520er wieder frei, bin aber total fertig, das Gezerre mochten meine beiden gebrochenen Rippchen nicht , ab sofort ließen die schmerzenden Rippchen nur noch ganz flaches Luftholen zu. "frugi" zog vorbei und ich war kurz hinter ihm wieder auf der Strecke. Nach 40 Min und 30 km (= 45 km/h Schnitt !!!!) kam ich zeitgenau an die ZK und stempelte gerade noch pünktlich.
Wieder raus auf die Strecke, nach weiteren 30 km und 44 Min. kam die 2. ZK
mit der Sonderprüfung. Bis dahin traumhafte Strecke, viel Wald, z.T. etwas
schlammig, super Auffahrten, aber keine Zeit zum relaxen, nur immer "wide
open". Ich bin 2 Minuten zu spät dran - egal -, also rein in die
Sonderprüfung.
Die Sonderprüfung war sehr lang , Fahrzeit bei den Profis ca. 10 bis 11
Minuten, für "frugi" und mich 11 bis 12 Minuten. Ich sah gerade
noch "frugi" in die SP starten als ich ankam, so war kein direkter
Vergleich möglich.
Mr. 40-Stroke in der Sonderprüfung (Foto (MSC-Waldkappel)
Eine sehr schnelle Strecke mit langgezogenen Kurven auf 4 abgeernteten Feldern
mit enormem Gripp forderte gutes bremsen und es fuhren sich nur kleine Anlieger
aus. Mehrere Kanten in der Bremszone an den querenden Feldrändern forderte das
Fahrwerk, eine Schlüsselstelle war eine Wegquerung, wer konnte, konnte am
Wegrand abspringen, den Weg überspringen und auf dem nächsten Feld landen.
Beim Besichtigen sah ich eine Chance den Sprung zu stehen, also gab es kein
zurück, "wide open" und fast geschafft.
Nach 12:06 Min Fahrzeit rollte ich aus der SP, jetzt war meine Kraft zu Ende,
ich machte einige Minuten Pause.
Aber ich wollte ins Ziel kommen, also weiter volles Rohr !, nur noch weitere 58
Minuten (!!!!) und 32 km bis ins Rundenziel. Auf der Strecke wartete noch die
längste/schwerste Auffahrt, aber ich kam weiter gut durch, jedoch mit
reduziertem Speed, meine Schmerzmittel wurden immer häufiger von den
gebrochenen Rippchen K.O. geschlagen, am Rundenziel fragte ich mich warum ich
das ganze mache. Die Runde war 88km lang und ich stempelte die 2. Runde an und
ging mit 16 Minuten Verspätung (trinken, 1 Schokoriegel und tanken) wieder auf
die Strecke.
Aber "frugi" ging es auch nicht viel besser, mit nur 4 Min. am
Rundenziel für tanken trinken, essen war auch er sehr knapp dran, wieder war
Ratbikeman zur Stelle und half beim schnellen Service, so ging "frugi"
ohne Strafzeit in die 2. Runde. Ratbikeman war als Streckenmarschall
häufig auf der Höhe von "frugi"
und zeigte in den Auffahrten die besten Spuren (= unfärer Wettbewerbsvorteil,
ich sah aber von einem Protest ab, denn "frugi" sollte noch mein Moppett
mit nach MUC nehmen.....)
DirtDoc (Christof Schade) rollte mit seiner Honda XR 400 (mit rotem Kreuz
statt Startnummer auf dem Moppett)
auf der Strecke rum und ich traf einige Male
im Wald, und manchmal hängte er sich einige Meter an mich an
So allmählich merkte ich, dass die Batterie meiner 520er schlapp machte und
ich mußte schon beim Start in die 2. Runde die vollkommen degenerierte
Kickstartmuskulatur bemühen, bei jedem Tritt auf den Kickstarter jubilierten
die beiden Rippchen ...... Ein weiteres Problem konnte ich nicht noch
gebrauchen und ich schleppte mich noch bis kurz vor ZK 1, ich spürte jede
Erschütterung in den Rippen und ich mußte einsehen, dass ich keine Chance
hatte die 2. Runde regulär in der vorgegebenen Zeit zu beenden. Für die 2.
Runde war A-Zeit angesagt und in Summe mußte die 88km-Runde 8 Minuten schneller
zurückgelegt werden.
Aufgrund meiner
Ortskenntnis fuhr ich über die Straße an die ZK 2 und kürzte die Strecke ab,
damit fehlte mir eine Durchfahrtskontrolle und ich war aus der Wertung .
Ich kam 5 Min vor "frugi"
an der SP an und reihte mich als Fahrer wieder ein. Direkt hinter frugi ging ich
in die SP mit dem Vorsatz mal zu sehen wie schnell er so ist.
Ich war etwas ausgeruhter und bremste mich immer näher an ihn ran, der Sprung
über den Weg nahm ich voll
Sprung
über den Weg
(Foto (MSC-Waldkappel)
und perfekt, dann sah ich den Steeni von hinten
anfliegen und habe ihn großzügig vorbeigelassen, versuchte mich aber an ihn
"anzuhängen", aber der Typ fährt mehr als "wide open" und
als er vor mir einen vollen Querschläger (er war kurzzeitig mit der Husa 90°
zur Fahrtrichtung) kassierte, ließ ich ihn in Ruhe ziehen .....
An Ende der SP hatte ich den Vorsprung von "frugi" egalisiert und fuhr
direkt nach ihm aus der SP.
Im direkten Vergleich sehen die Zahlen so aus:
SP-Fahrzeiten
SP
1
SP 2
frugi
11:56
11:58 --> in Summe 3/10 Sekiunden schneller als Mr. 40-Stroke !
Hanno
12.06
11:49
DonNikko
10:54
11:07
11:42
Frau Laier
10:08
9:58
10:03
Bernd Eckenbach
9:46
9:34
9:44
Bruno Bierschenk 11:03
11.24 --> (startet mit der Sachs 250 aus dem Jahre 1976 bei
Classik !!!!)
Fast unglaublich muten die Sonderprüfungszeiten eine andern Kassik-Fahrers an,
er ist mit einer 1978er Sachs mit 80ccm (!!!!!!) in der
SP1 - 11:01 und in der SP2
-- 11:10 fuhr.
Jetzt mußte ich nur noch ins Fahrerlager kommen, trotz Schmerzen genoß ich die Strecke und die Zuschauer im Wald und Feld. Als ich meine Eltern am Streckenrand sah machte ich nochmals eine Pause und ließ mir von meiner Mutter die Brille putzen. Inzwischen war ich allein unterwegs und konnte meinen Grundspeed fahren. Im Ziel stempelte ich nicht ab und meldete mich bei Lizenzabholen als ausgefallen, trotzdem bin ich in Wertung mit 30 Min Strafzeit an 40. Stelle platziert.
Bemerkenswert ist
- mit welcher Drehzahl die 250er VT-Fahrer unterwegs sind.
- wie schnell die Jungs die 30 Jahre alten Klassik-Bike durch den Wald jagen
- Bernd Eckenbach sein erstes Enduro fuhr
- schöne Grüße von Robert Pairan
- ich viele alte Freunde traf
- die EEG-Homepage von sehr vielen der alten Freunde gelesen !
- dass Frau Laier "einhändig wheeliefahrend und nebenbei noch Topflappen
häkelnd" Kreise um uns fährt
- Bruno Bierschenk in der Klasse Klassik den 3. Platz belegte
Ergebnisse und Kommentar:
Mr. 40-Stroke (Senioren)- eigentlich ausgefallen, trotzdem Platz 40 von 41 Startern im
Ziel, mit 47 Startern war die Seniorenklasse am stärksten besetzt
"frugi" (Senioren)- Platz 29, in der Summe der Sonderprüfungszeiten um 3/10
Sekunden schneller als Mr. 40-Stroke !!!!, im Ziel 41 Fahrer, gestartet 47 Fahrer, er war froh als Senior nur 2 Runden = 176km zu fahren.
DonNikko (B-Lizenz > 475ccm VT) - Platz 15, im Ziel 18 Fahrer, gestartet 30 Fahrer,
Sonderprüfungszeiten recht ordentlich, aber er mußte einsehen, dass die deutschen B-Lizenzler
recht flott unterwegs sind, auch war er nach 3 Runden und 264km etwas
flügellahm........
Ich spreche hier zum wiederholten male meine Hochachtung vor Bruno Bierschenk
aus, mit fast 60 Jahren auf dem Buckel hat er auf einem 30 Jahre alten Moppett
Zeiten auf den SPs in den Boden gebrannt die mehr als bemerkenswert sind !

Bitte beachtet, dass er mit dieser Kiste fast gleichschnell wie DonNikko (auf einer 2005er Husa FE
550) in der Sonderprüfung ist, in der B-Lizenz
(große Viertakter) wäre er unter den ersten 15 platziert !!!!
(wer jemals versuchte mit einem Moppet mit Dosendeckel-Trommelbremsen eine
Sonderprüfung zu fahren weiß wovon ich rede !)
Sehr nett noch eine Begegnung mit einer netten Dame die mich ansprach
ob ich früher mal Husqvarna gefahren habe, sie hat das alte Fotoarchiv von
Robert Pairan übernommen, neu nach Namen sortiert und hat mir 8 großformatige
hervorragende Fotos aus meiner Zeit als Internationaler Endurofahrer (gelbe
Start-Nr. in den Jahren 1988 bis 1994) übergeben, die 3 Euro, die sie für die
ganzen Fotos haben wollte habe ich für die schönen Erinnerungen freiwillig
aufgestockt.

(Fotos Robert Pairan, aufgenommen in grauer Vergangenheit)