Saisonstart Elba 2005
Das E-Mail von Sandro, unserem Tourguide und Gastgeber für den
Saisonstart 2005 in der Toskana, stürzt uns erst mal in eine tiefe Depression.
Der von allen lange erwartete Saisonstart fällt ins Wasser, besser gesagt in
den Schnee..............Bei Sandro vor der Haustüre liegt über ein Meter
davon. An
Enduro
fahren ist nicht mal zu denken. Schweren Herzens muss er die Tour wird absagen.
Nachdem der erste Schock überwunden ist, kommen die ersten Alternativvorschläge:
von Sizilien bis verschieben in den April ist alles dabei, sinnvoll erscheint
erst mal nur eine Tour nach Istrien zum gleichen Zeitpunkt. Dort sind warme
Temperaturen und kein Schnee, Hoffnung keimt auf, und wird gleich wieder jäh
zerstört. Die dortigen Tourteilnehmer ( möge Allah ihre Kolben zerbröseln )
wollen uns nicht dabei haben. Also wieder nichts..................dich dann das
erlösende E-Mail von Sandro, er hat eine Genehmigung für Elba erhalten, zum
gleichen Zeitpunkt wie die ursprüngliche Tour. Es geht aber nur, wenn sich
mindestens 6 Fahrer anmelden. Hektisch wird hin und her gemailt, die meisten
haben den Urlaub bereits abgesagt, und können nicht oder nur noch schwer wieder
zurück. Aber letztlich finden sich am Montag morgen doch noch 6 wackere
Gestalten: Tobi,
Udo
, Jörg, Martin, Thomas und frugi ! Die Zeit ist kurz, am Mittwoch um 3:30 Uhr
früh ist Abfahrt. In totaler Aufregung wird noch schnell alles organisiert, und
wirklich am Mittwoch morgen fahren 2 Busse mit Hänger und Mopeds Richtung
Italien. Das Wetter meint es nicht gut mit uns, es schneit permanent die ganze
Zeit. Erst am Brenner lassen die Niederschläge nach, aber Schnee liegt fast in
ganz Italien.. Erst kurz vor Erreichen der Küste ist die Landschaft schneefrei.
2 Stunden vor dem Hafen lesen wir Sandro mit seinem Moped auf einem Parkplatz
auf. Ab jetzt übernimmt er die Organisation und es kommt langsam
Urlaubsstimmung auf.

Nach kurzer Wartezeit im Hafen Piombino, setzen wir mit der Fähre nach
Elba über. Da wir auf der falschen Seite der Insel ankommen, müssen wir mit
unseren Gespannen einmal quer über den Inselberg.

Nach kleinem Rennen auf den Serpentinen qualmen die Bremsbeläge, aber
egal, wir sind endlich da. Unsere Unterkunft ist ein kleiner Weinbauernhof, der
gerade mitten in der Ernte ist. Der mediterrane Flair ist fantastisch. Wir räumen
schnell alles auf die Zimmer und machen uns bereit auf eine kleine Spätnachmittägliche
Sightseeingtour della Sandro !! Jörgs Kathi braucht schnell noch einen kleinen
Radlagerservice, und es geht los.
Schon nach einem halben Kilometer beginnt ein traumhafter Singletrail, aber dann
ist Schluss mit Lustig: der Trail wird durch eine 10 Meter lange Sektion mit
Stufen und Wurzeln unterbrochen. Sandro fährt locker drüber, der Rest befreit
die neuen Reifen erst mal von den Noppen ! Danach folgt eine Sektion, die sich
die Waschmaschine nennt ....... hier wird man zwar nicht sauber, aber dafür
nass ( durchgeschwitzt ) und fühlt sich wie geschleudert. Dann geht es hoch auf
einen Berg, über diverse Steinstufen.

Thomas, der schon nach der Waschmaschine sterben wollte,
muss sich das Moped von Sandro hochfahren lassen und zu Fuß den Berg erklimmen.
Als im Sandro dann noch erklärt, dass wir die nun folgende Abfahrt über
duzende von Halbmeter hohen Stufen, am morgigen Tag wieder hochfahren werden,
ist er schon fast zur sofortigen Heimfahrt bereit. Aber, als wahrer
Enduro
fahrer beißt er sich durch, und steigert sich von Tag zu Tag.

Die weiteren Tage bringen ein
Enduro
highlight nach dem anderen. Bei strahlend blauen Himmel und Temperaturen um die
16 Grad, tänzelt Sandor vor uns die Felsen hinauf. Die Gruppe schwuchtelt in
der Mainrille so gut es geht hinterher. Die Aussichten von den Gipfeln über die
Insel und das blaue Meer sind unvergesslich. Mittags gibt es irgendwo in den
Felsen einen Lunch aus morgens eingekauften Schinken Käse und Brot. Abendessen
in einer kleinen Pizzeria im Dorf.

Am letzten Tag ist von den neuen Reifen nicht mehr viel übrig, auch die
Kondition der Teilnehmer hat stark gelitten. Am Nachmittag müssen
Udo
, Thomas und Jörg den She´s Way nehmen. Letztlich erreichen aber alle, bis auf
ein paar Kratzer und Beulen, unversehrt das Ziel.

Bei der Überfahrt auf das Festland ist man sich aber
einig, es war ein Traum von Saisonstart.
Und wer nicht dabei sein konnte ist selber schuld, aber es
gibt ja auch noch den Saisonstart für Genießer Anfang Mai in der Toskana bei
Sandro ( Info bei Hanno )
frugi.
PS: Sandro hat
nach einigen unfreiwilligen Testfahrten mit der 525 von Thomas folgendes
festgestellt: dieser Motor ist das
Beste was ich jemals im
Enduro
bereich gefahren bin ( sooo smooth !! ) Er
hatte vorher den 450er Motor getestet und findet, dass dieser für echtes
Enduro
fahren viel zu aggressiv ist.
PPS: Zu unser
aller Erleichterung hat Sandro zugegeben, dass er nach der Tour mit uns völlig
platt ist. So wenig Pausen und so viel Fahren !! Außerdem habe er am Abend
immer nur zum Spaß noch eine schwere Passage vorgeschlagen, und jedes mal
wollte die Gruppe das dann unbedingt fahren......er nennt uns jetzt nur noch die
„crazy Germans“
mehr Fotos unter: http://217.91.5.1/elba_2005.htm