Kleiner Bericht über das 6. KTM Festival in Mattighofen

 (Text + Fotos Sebbb)

Am Donnerstag um 9:oo Uhr sind Gerd, Jürgen und ich mit unseren „Reiseenduros“ in Richtung Mattighofen aufgebrochen. Gegen 12: Uhr haben wir eingecheckt und uns gleich zu der Schotter Endurotour angemeldet. Bis 15: oo Uhr hatten wir dann ausreichend Zeit anzuschauen, was Agent Orange großartiges auf die Beine gestellt hat. Ein Festzelt für 2ooo Leute, ein Werksfahrer Team Zelt, wo die Champs freundlich und geduldig für die Meute für Fragen und Autogramme zur Verfügung standen. Daneben war gleich das Service Zelt, wo die Mechaniker den Nöten der Teilnehmer des Events tatkräftig zur Seite standen. Die nötigen Ersatzteile konnten direkt am Lager erstanden werden. Ein Reifenservice von Pirelli und diverse Verkaufstände von Powerbar,  KTM Fahrräder und Hard Equipment Shop rundeten das Bild im Zentrum ab.   In all dem Treiben fanden wir auch Joachim, der unter anderem die Probefahrten für die LC 8 managte. Die Gelegenheit ein richtige Reiseenduro etwas ausgiebiger zu testen, ließen wir uns nicht entgehen und trugen uns für Freitag gleich in die ausliegenden Listen ein. Voll begeistert durch den tollen freundlichen Service von jedem orangen Mitarbeiter verging die Zeit schnell und dann gings schon ab auf die geführte 1,5 Stunden Schotter Tour rund um Mattighofen. Und da hatten wir noch mal Glück und bekamen einen uns gut bekannten Guide am Red Bull Zelt. Von hieraus ging es dann auf Feldwegen mit kurzen Asphalt Stücken durch die Nachbarschaft von Mattighofen. Dabei waren auch Forst- und Waldwege die sich malerisch durch die Gegend  schlängelten. Es war ein Genuß so das Innviertel auf der Stolle zu erkunden. Nur auf dem Rückweg ließ Gerd zu wenig Abstand auf mich und war durch entgegenkommende KTM Biker vom Festival abgelenkt. Dabei übersah dass wir zum Abbiegen schon standen und bremste zu spät. Die Folge waren eine entjungferte 2004 er EXC und ein Naturprotektor von Gerd, der etwas auf der Strecke geblieben ist.  Mit einem Schreck davongekommen fuhren wir dann wieder zurück ins Lager. -Alle mit etwas mehr Abstand als vorher- .

 

Am Freitag stand nach einem gemütlichen Frühstück um 11:00 Uhr die Probefahrt auf der LC 8 an. Man konnte sich zwischen der höheren  S-Version und der etwas niedrigeren Variante entscheiden. Der Unterschied besteht nur darin das die niedrigere handlicher ist und die hohe etwas kippliger. Beide sind für hartes Gelände sicher nicht geschaffen, aber durch die entspannte Sitzposition ein Traum auf der Straße. Ganz klar der Motor hat Bums ohne Ende. Und der in der neuen Duke wird eine harte Konkurrenz für die Ducatis. Im Anschluß daran machten wir die Werksführung mit. In der Hall of  Fame von KTM erfuhren wir in einer Präsentation bekanntes und Neues über die Geschichte und Zukunft  des Agent Orange. Interessant ist, dass es in Zukunft eine Art Endurozulassung (ähnlich wie in den USA) in der EU geben wird. In der Hall waren die ganzen Meilensteine, die KTM errungen hatte mit den Siegermopeds und den dazu passenden Outfits ausgestellt. Nach der Präsentation ging es in die blitzsaubere Montagehalle, wo uns zu unserem Glück nur noch ein Einkaufswagen gefehlt hätte, um das ein oder andere Teil mit zu nehmen, Ein besonderes Schmankerl war die Endkontrolle, wo in einem schalldichten Raum das nagelneue Moped auf Herz und Nieren getestet wurde. Im letzten Teil waren ein paar besondere KTMs zu sehen, aber nur eine hatte sofort das Herz von Gerd und Jürgen im Sturm erobert. Beide sparen schon auf die Lederfransen für den Kupplungshebel und fragen sich ob der Bonazasattel hinten noch Platz hat. Am Nachmittag versuchte ich mein Glück auf der Endurostreck. Gekonnt jagte ich das Feld von hinten vor mir her. Nach einer Runde, einem leeren Camelback und 28 Minuten später waren dann die Akkus leer. Total zittrig, aber immerhin ohne fremde Hilfe einmal durchgekommen. Am nächsten Tag wurde dann mein Rundenrekord mit 6-8 Minuten pro Runde(und die Jungs fuhren nicht nur eine Runde und hatten auch keinen Camelback dabei) von den Genossen Farioli, Tiainen, Salminen, Sala  nur ganz knapp geschlagen. Aber was sind schon 20 Minuten Differenz? Aber Hut ab vor den Jungs, denn die waren sich nicht zu schade nach dem Abkackhang (für die Bullerfahrer wie mich) oben ihre Kisten hinzustellen  und helfen zu schieben. Auch Juha beschwerte sich nicht über eine verrussende Zündkerze bei seinem Zweitakter, weil er etwas stehen musste. Sie alle zeigten einem wie so ein Hindernis wie die Wurzelgeschichte im sogenannten Märchenwald gekonnt genommen wird. Es war ein Highlight neben der Strecke zu stehen und so eine Lehrstunde von den Chefs zu bekommen. Zu sehen wie mit minimalem Grip und Anlauf Wurzeln eigentlich kein Problem darstellen.

Am Abend waren wir nach einer stärkenden Pizza bei Joachim auf ein Bierchen am Lagerfeuer vorbeigekommen. Seine Gäste - die weißen Neger Kirby und Freundin aus Namibia -  erzählen aus ihrer Heimat und machten uns Appetit auf dieses bezaubernde Land ohne Horizont.  Witzig war dass sich beide in der Prinzengarde kennengelernt haben (Bedingung da mit machen zu dürfen ist Deutsch zu können). Wer hätte je gedacht dass es außerhalb von Köln so harte Faschingshochburgen gibt! Zu den Klänge von Didgeridoo und einer tibetanischen Meditationstrompete von Joachim trennten wir uns erst als der Regen wieder anfing.

Und genau dieser hörte auch die Nacht über auf Samstag nicht auf. Sehr zur Freude der Fahrer der Endurostrecke, die dann noch ein Tick schlüpfriger wurde. Hier spielten sich wahre Dramen um Schlamm ab. Wobei davon nur die Bullerfahrer betroffen waren –die Champs hatten vielleicht etwas feuchte Achseln bekommen weiter nichts. Allein das Zuschauen an der Strecke war ein Genuß. Eigentlich wollte ich noch ein paar Runden auf der Supermoto Strecke drehen, aber angesichts der Rutschpartien der Könner hab ich es auf nächstes Jahr vertagt. Gegen Mittag war auch das Fahrerlager und die Crosspiste ein richtiger Schlammotter geworden, in dem sich die Erdferkel (auch ein Quad 2 Sitzer) mit Wonne suhlten. Was waren wir doch froh ein gemütliches schönes Pensionszimmer zu haben. Der Regen konnte jedoch die Stimmung im Bierzelt am Abend nicht drücken und so gegen 21:00 Uhr erfolgte die große Verlosung der Tombolalose und auch viele Superpreise (Goldbarren, Supermoto Felgensatz mit Reifen, Gabeln, Federbeine, Kärcher u.v.m) unter den Teilnehmern. Die Party mit fetziger Musik und Mopedvideos auf Großbildleinwand ging dann bis 5.00 Uhr – für uns nur bis 2:00.(um sich altersgerecht zu verhalten). Leicht Desperados geschädigt, machten wir uns dann am nächsten Morgen wieder auf nach München, das wir auch fast trocken erreichten. Ein schönes WE mit vielen Gelegenheiten Moped zu fahren ging zu Ende, das uns bestätigt: Beim nächsten KTM Festival sind wir wieder mit dabei !

Sebbb