Piemont 30.10.2004

Ich hab gegen einige wichtige Enduro Regeln verstossen: niemals alleine fahren, keine Karre fahren, die 19 Jahre alt ist und va nicht gleich was schweres fahren, wenn man nicht in Übung ist. Ich hab aber auf einer bestimmten Webseite gelesen (Anm. WEB-Knecht ...na wo wohl ????:J), daß Mopedfahren im Piemont gut sein kann und nach Hausbau, Sehnenscheiden- und Arbeitsstreß wollte ich noch was cooles unternehmen, deshalb hab ich meine 19 Jahre alte XT 600 zerlegt und in meinen Kofferraum gelegt und bin Freitag mittag ins Auto gehopst mit dem Ziel Oulx.

Nächster Tag, Oulx, 9:00 und feinstes Wetter, ich hatte gleich mal so richtig Laune wieder Enduro zu fahren, also erstmal etwas Dampf ablassen (also ganz ähnlich dem Originalbericht). Meine Machine hat dann auch gleich mal Ihre ganzen 20PS satt auf die Strasse gebracht und los gings Richtung Chateau.

Ich hab dann innerhalb 2h die Maschine etwa 15mal aufgehoben und dann ging es mir gleich mal deutlich besser. Das war aber auch eine ganz fiese Pampe da oben aus feuchtem Lehm und Laub und was weiß ich noch alles. Ich konnte zT nicht mal am Hang stehen, geschweige denn fahren oder gar wenden.

Die Auffahrt zur Madonna della Sanita, einer meiner Lieblingsuphills.

Und die Madonna della Sanita nochmal.

Das war dann fast Endstation für mich an der Madonna della Sanita und ganz oben und klein das Forte Mulattiera im Schnee. Der Weiterweg würde mich reizen, aber da möchte ich nicht unbedingt alleine unterwegs sein.

Okay, jetzt war es etwa Mittag und der Col Rho war dran. Man sieht etwas undeutlich die Trasse in der Bildmitte.

Da wollte ich doch schon immer mal rauf und ich hab von einem alten fetten Sack gelesen (Anm. WEB-Knecht ...na wer wohl ????:J),, der da einigermaßen locker alles im 2. Gang hochgebraust ist. Okay, jetzt wußte ich also wie das theoretisch geht und ich hab dann unten gleich mal ordentlich Gas gegeben und dann auch mutig in den zweiten hochgeschalten. Hmmm, irgendwas stimmte da noch nicht, ich hätte dabei nämlich fast die Kiste abgewürgt. Also wieder runter in den ersten und dann immer schön Vollgas geben. So im nächsten Teil ist das dann ja sowas wie Rodeo und ich mußte einfach grinsen (große Kinder beim spielen). Kurz danach wenn es in einer leichten Rechtskurve etwas steiler wird, war dann natürlich wie immer Sense. Okay, war natürlich alles ganz klar nur eine Frage des Equipments und ich werde das nächste mal ein paar PS mehr mitnehmen und dafür ein paar kg daheim lassen, dann schaff ich das vielleicht sogar mal.

Sch...egal, hat Spaß gemacht.

Okay, jetzt kommen die ganz tollen Geschichten, so könnte die Auffahrt zum Golden Way zum Chaberton aussehen.

Das war jedenfalls auf dem Weg von Chateau nach oben. Aber ganz ehrlich, auch wenn das hier ein anderer Uphill sein sollte, ist der nicht ganz korrekt?

Oder wie ist es mit dem da? Noch Fragen?

Jedenfalls kann man sich in der Gegend sicher einige Zeit austoben, ohne das es langweilig werden sollte.

 

Okay die Spitze leicht links von der Mitte ist der Chaberton. Das sollte dann 2005 endlich mal wieder gepackt werden, finde ich. Dann wäre ich zum insges. 6 mal oben. Allein wenn ich an das Gefühl denke da oben um die letzten Kurven zu fahren, läuft es mir schon kalt den Buckel runter. Okay, nur noch 10 Monate, das werde ich doch wohl noch erwarten können?

Die letzte Tour an dem Tag war dann der Col Clapier:

Ein gardaseeartiger MTB Trail, über insges. 1200HM, auf dem angeblich schon Hanibal mit seinen Elefanten über den Alpenhauptkamm unterwegs war.

Auf jeden Fall hab ich mich bis auf 1500mt hochgeschunden und hab dann auch gleich noch ein paar Teile auf dem Weg liegen lassen, aber die letzten 900HM möchte ich unbedingt noch fahren in diesem Leben. Wie gehabt sollte ich aber auch hier nochmal speziell an meinem Equipment arbeiten und alleine sollte man das auch nicht machen, weil häufig auf der einen Seite Fels und auf der anderen Seite Abgrund ist. Das sollte trotzdem 2005 klappen.

Okay, es ist 19:00, die XT ist wieder sauber verpackt (danke nochmal an Frederico aus Torino und Sebastien aus Briancon, die beim Einladen geholfen haben) und ab gehts nach Hause. Fazit: 36h außer Haus gewesen, 1400km Auto gefahren, 175km Moped gefahren, Maschine etwa 20mal aufgehoben, Bremshebel abgebrochen, 40€ Maut gezahlt und 100 Liter Benzin verfahren, 3€ für Getränke ausgegeben, einmal im Auto geschlafen = absoluter Low Budget Urlaub. Drei Tage danach konnte ich dann wieder schmerzfrei zu Fuß gehen, so einen Muskelkater hatte ich. Ein Traumtag.  

GRC_KING