Ich hab gegen einige
wichtige Enduro Regeln verstossen: niemals alleine fahren, keine Karre fahren,
die 19 Jahre alt ist und va nicht gleich was schweres fahren, wenn man nicht in
Übung ist. Ich hab aber auf einer bestimmten Webseite gelesen
(Anm. WEB-Knecht ...na wo wohl ????:J),
daß Mopedfahren im Piemont gut sein kann und nach Hausbau, Sehnenscheiden- und
Arbeitsstreß wollte ich noch was cooles unternehmen, deshalb hab ich meine 19
Jahre alte XT 600 zerlegt und in meinen Kofferraum gelegt und bin Freitag mittag
ins Auto gehopst mit dem Ziel Oulx.
Nächster Tag, Oulx,
9:00 und feinstes Wetter, ich hatte gleich mal so richtig Laune wieder Enduro zu
fahren, also erstmal etwas Dampf ablassen (also ganz ähnlich dem
Originalbericht). Meine Machine hat dann auch gleich mal Ihre ganzen 20PS satt
auf die Strasse gebracht und los gings Richtung Chateau.

Ich hab dann innerhalb
2h die Maschine etwa 15mal aufgehoben und dann ging es mir gleich mal deutlich
besser. Das war aber auch eine ganz fiese Pampe da oben aus feuchtem Lehm und
Laub und was weiß ich noch alles. Ich konnte zT nicht mal am Hang stehen,
geschweige denn fahren oder gar wenden.
Die Auffahrt zur Madonna
della Sanita, einer meiner Lieblingsuphills.

Und die Madonna della
Sanita nochmal.

Das war dann fast
Endstation für mich an der Madonna della Sanita und ganz oben und klein das
Forte Mulattiera im Schnee. Der Weiterweg würde mich reizen, aber da möchte
ich nicht unbedingt alleine unterwegs sein.

Okay, jetzt war es etwa
Mittag und der Col Rho war dran. Man sieht etwas undeutlich die Trasse in der
Bildmitte.

Da wollte ich doch schon
immer mal rauf und ich hab von einem alten fetten Sack gelesen (Anm. WEB-Knecht ...na wer wohl ????:J),, der da
einigermaßen locker alles im 2. Gang hochgebraust ist. Okay, jetzt wußte ich
also wie das theoretisch geht und ich hab dann unten gleich mal ordentlich Gas
gegeben und dann auch mutig in den zweiten hochgeschalten. Hmmm, irgendwas
stimmte da noch nicht, ich hätte dabei nämlich fast die Kiste abgewürgt. Also
wieder runter in den ersten und dann immer schön Vollgas geben. So im nächsten
Teil ist das dann ja sowas wie Rodeo und ich mußte einfach grinsen (große
Kinder beim spielen). Kurz danach wenn es in einer leichten Rechtskurve etwas
steiler wird, war dann natürlich wie immer Sense. Okay, war natürlich alles
ganz klar nur eine Frage des Equipments und ich werde das nächste mal ein paar
PS mehr mitnehmen und dafür ein paar kg daheim lassen, dann schaff ich das
vielleicht sogar mal.

Sch...egal, hat Spaß
gemacht.
Okay, jetzt kommen die
ganz tollen Geschichten, so könnte die Auffahrt zum Golden Way zum Chaberton
aussehen.

Das war jedenfalls auf
dem Weg von Chateau nach oben. Aber ganz ehrlich, auch wenn das hier ein anderer
Uphill sein sollte, ist der nicht ganz korrekt?

Oder wie ist es mit dem
da? Noch Fragen?

Jedenfalls kann man sich
in der Gegend sicher einige Zeit austoben, ohne das es langweilig werden sollte.

Okay die Spitze leicht
links von der Mitte ist der Chaberton. Das sollte dann 2005 endlich mal wieder
gepackt werden, finde ich. Dann wäre ich zum insges. 6 mal oben. Allein wenn
ich an das Gefühl denke da oben um die letzten Kurven zu fahren, läuft es mir
schon kalt den Buckel runter. Okay, nur noch 10 Monate, das werde ich doch wohl
noch erwarten können?
Die letzte Tour an dem
Tag war dann der Col Clapier:

Ein gardaseeartiger MTB
Trail, über insges. 1200HM, auf dem angeblich schon Hanibal mit seinen
Elefanten über den Alpenhauptkamm unterwegs war.

Auf jeden Fall hab ich
mich bis auf 1500mt hochgeschunden und hab dann auch gleich noch ein paar Teile
auf dem Weg liegen lassen, aber die letzten 900HM möchte ich unbedingt noch
fahren in diesem Leben. Wie gehabt sollte ich aber auch hier nochmal speziell an
meinem Equipment arbeiten und alleine sollte man das auch nicht machen, weil häufig
auf der einen Seite Fels und auf der anderen Seite Abgrund ist. Das sollte
trotzdem 2005 klappen.

Okay, es ist 19:00, die
XT ist wieder sauber verpackt (danke nochmal an Frederico aus Torino und
Sebastien aus Briancon, die beim Einladen geholfen haben) und ab gehts nach
Hause. Fazit: 36h außer Haus gewesen, 1400km Auto gefahren, 175km Moped
gefahren, Maschine etwa 20mal aufgehoben, Bremshebel abgebrochen, 40€ Maut
gezahlt und 100 Liter Benzin verfahren, 3€ für Getränke ausgegeben, einmal
im Auto geschlafen = absoluter Low Budget Urlaub. Drei Tage danach konnte ich
dann wieder schmerzfrei zu Fuß gehen, so einen Muskelkater hatte ich. Ein
Traumtag.