4 °C trocken, blauer Himmel, Sonnenschein, wieso hat die Nobel-Enduro keine
Griffheizung ? --> 1.Minuspunkt !, südlich München rausche ich in den
Hochnebel, der Wunsch nach einer Griffheizung wird immer größer...... , -2°C
neben der Straße Raureif (11.00 Uhr !!), aber dann durch den Hochnebel über
die Wolken, bei ca. 1.000m endlich wieder Sonnenschein und Wärme.
Es ist Donnerstag und außer mir keiner unterwegs, so kann ich recht flott über
die Landstraßen, durch Kurven und Serpentinen schwingen.
Nach 170 km muß ich 17 Liter Sprit in die beiden Tankhälften füllen -->
naja, ich fahre schon flott, aber 10l/ 100km ist viel.
Kernig, der Motor ist kernig und erinnert mich an die LC4, cruisen geht ab 2.000
U/min, normales Kurvengefahre geht zwischen 3.000 und 6.000 U/min, ab 7.000
U/min geht`s ordentlich zu Sache (das Vorderrad hebt nur durch Gasaufziehen beim
Beschleunigen im 1.Gang ab ca. 6.000 U/min ab --> 60 km/h !), aber da ist man
schnell zu schnell. Vibrationen sind spürbar, aber nicht unangenehm, der Motor
ist sehr drehfreudig und gibt überall Rückmeldung. Das Getriebe kann die
Herkunft KTM nicht verleugnen, der Leerlauf ist super zu finden ist, die
Schaltwege endurotypisch kurz, rauf und runterschalten ohne Kupplung geht
butterweich. Der Motor hat Charakter, er ist nicht so glattgebügelt wie die
vergleichbaren japanischen Joghurtbecher und gibt sich sportlich.
Erstaunlich stabil lässt sich die LC8 um die Kurven wuchten, einmal in Fahrt
spürt man das Gewicht nicht mehr, erst beim Rangieren oder beim Abstellen merkt
man das Gewicht.
Inzwischen ist die Temp. auf ca. 7°C gestiegen und mir macht das Fahren
wieder Spaß (vor 10 Jahren habe ich das letzte straßentaugliche Moppett, die
HONDA NS 400R, verkauft), überholen auf der Landstraße ist ein Genuß, die
"Dicke" schiebt mächtig an und ich fühle mich zwischen 80km/h und
160km/h wieder richtig wohl. In den langgezogenen Kurven zwischen Sudelfeld und
Garmisch liegt das Fahrwerk sehr gut auf der Straße, keine Aufstellneigung beim
Bremsen in Schräglage. Das Ansprechverhalten der Gabel ist untadelig, hinten
erschien mir das Federbein zu hart (ich habe die Standardeinstellung nicht
verändert).
An der Verarbeitungsqualität gibt es noch Verbesserungspotential, Spaltmaße
und Passgenauigkeit sind nur ausreichend.
Achja, nun volles Rohr aufe Autobahn wieder Richtung München --> linke Spur
unnn Lichthupe.
200km/h sind schnell erreicht, hinter der Verkleidungsscheibe sitze ich mit
meinem ARAI-Jethelm gut geschützt, nur die Enduroklamotten flattern
fürchterlich. Auch bei Highspeed läuft die "Dicke" einwandfrei (ohne
Pendeln) geradeaus.

Bei 212 km/h ist Schluß, aber das reicht auch für eine Reiseenduro, der Motor
wirkt nicht angestrengt und dreht nicht aus.
Fazit: KTM hat ein gutes Motorrad hingestellt, 12.500,- Euronen
sind viel Knete, die "Dicke" ist sehr gut, aber 12.500,-
.............., wenn die Harley abbezahlt, der Ferrari vor dem Ferienhaus auf
Korsika steht, die 545er EXC-Einspritzer-Enduro vor der Berghütte bei Bergamo
steht, meine EXC 520er SuMo noch läuft, dann ............
Mr. 40-Stroke