Am Chabo auf Ski (Fotos Mr. 40-Stroke)

Ich war beruflich in Turin und da lag der Schluß nahe mal für ein paar Schwünge die Ski zwischen Oulx und Sestriere anzuschnallen.

Kalt war`s und anders als erwartet.

Vom Hotel in Turin bis nach Sauze de Oulx dauerte die Fahrt nur 35 Minuten, ich wunderte mich schon über den wenigen Verkehr, OK, es war Donnerstag, aber trotzdem.

(Morgenstimmung am Chabo)
Um kurz vor 9.00 Uhr schnallte ich die Skier in Sauze de Oulx an und fuhr zum nächsten Skilift ab. 27,- Euronen abgedrückt und die Tageskarten für die Skigebiete Oulx, Sansicario, Sestriere und Cesana in Empfang genommen.
Als erstes fällt auf, dass die Gebäude fast ebenso leer (verlassen) sind wie im Sommer. An den wenigsten Häusern sind die Fensterläden offen, kaum ein Mensch ist zu sehen.
Die Schneelage ist sehr gut, auf ca. 30 cm Altschnee liegt eine ca. 40 cm dicke feste Pulverschneedecke, die Temp. in Oulx beträgt - 11 Grad.
Vom Ort aus gehen 2 Aufstiegshilfen den Berg hinauf.  Ein 1er Schlepplift der nicht läuft und ein 2er Sessellift, der, mindestens 30 Jahre alt ist, aber läuft. Der Lift bringt mich im Schneckentempo in Richtung Rif. CiaoPais. Nach dem Umsteigen in einen weiteren Lift, diesmal ein 3er Sessel werde ich an den Gasthäusern "Sportina" aus dem Lift gespuckt. Hier ist ein zentraler Ort im Skigebiet Oulx, ich lifte weiter Richtung Asietta rauf. Bei ca. -20 Grad aufm Berg beschließe ich erst mal anzufahren. So carve ich über Sportina zum Rif. CiaoPais.
Nett, da wo ich schon überall mit dem Motorrad war carve ich jetzt auf Skiern bergab. ab Sportina wird die Abfahrtsstrecke immer schmaler und reduziert sich auf annähernd Straßenbreite. Ich erkenne, dass der normale Schotterweg im Winter zu Skipiste umfunktioniert wurde. Nur vor dem CiaoPais nehme ich die direkte Skipiste, die am Haus vorbei führt. Also abschwingen, rein und einen Cappo trinken.
  (Blick vom CiaoPais zum Chabo)
Mit großem Hallo erkennen mich Juicy, Alberto, die Omma und die südamerikanische Köchin sofort wieder. Nach ein wenig Smalltalk klicke ich die Skistiefel wieder in die Bindung und schwinge runter nach Sauze de Oulx. Es ist erstaunlich, aber die Schotterwege sind im Winter die Pisten, nur direkt vor und im Ort ist eine, für mich normale Skipiste erkennbar. Da die Hütten oberhalb nur per Ski-Doo erreichbar sind herrscht ein starker Verkehr dieser Fahrzeuge auf der Piste und 2Takt-Geruch sticht einem überall in die Nase.

Nun hieß es wieder bergauf zum Richtung Colle de Basset, runter nach Sansicario und rauf auf den Colle de Basset. Alles durch div. Motorradtouren bekannt. Oberhalb der Baumgrenze sind die Pisten breiter und sehr schön zu fahren. Nur die Abfahrt nach Sestriere finde ich nicht.
                
Zum Vergleich, gleicher Ort andere Jahreszeit
               
Ein Blick auf den Pistenplan klärt auf - es gibt keine direkte Abfahrt. Das heißt vom Colle de Basset fährt man den Schotterweg (der jetzt Piste ist) bergab  --  ist übrigens ganz nett, die Serpentinen, die ich sonst mit dem Motorrad raufdrifte, mit den Skieren auf der Kante runter zu carven  -- 
                                  
                                   ("Piste" vom Colle de Basset nach Setstriere,
                                   das ist die letzte Kehre zum Colle de Basset hoch)
bis man kurz vor Sestriere an eine Gondel kommt, die man bergab benutzen muß !!!
                                  (Am Colle de Basset, da wo wir sonst die Moppetts abstellen)
                                 
Nun fahre ich mit der Gondel ab und komme unterhalb Sestriere (aber auf der Seite Richtung Piacenza) raus. Nun wieder mit einem veralteten Sessellift rauf nach Sestriere. Wieder keine Menschen zu sehen, nur ein Teil der Lifte läuft, die meisten Lifte (Sessellifte) gehen nur bis zur Mittelstation, die schön anzusehenden Gipfelstationen sind nicht zu erreichen. Ich erkenne gut, dass zwar Pisten angelegt sind, aber nicht präpariert sind. Trotzdem carve ich mit viel Vergnügen die Worldcup-Piste runter und genieße das gute Wetter und die perfekten Pisten.
Nun zurück Richtung Sabsicario / Oulx. Das ist aber schwieriger als erwartet. Ich kann nur wieder über den selben Weg zum Colle de Basset zurück, runter nach Sansicario, rauf zur Asietta.
Nun will ich den Gipfel zwischen Colle de Basset und Sestriere machen, aber nix ist, der Lift ist nicht in Betrieb und die Pisten sind nicht angelegt. Ich stehe an der Stelle an der man über die Schotterpiste zu den Sendemasten hochfahren kann. Also bleibt mir nichts anders übrig, als nach Sauze de Oulx ab zu fahren.
Es ist sowieso schon 15.00 Uhr und ich habe in Turin noch ein geschäftl. Abendessen.

Als Resümee:
- Skigebiet Sauze de Oulx, total veraltet, menschenleer, verlassen, enge schmale Pisten schlechter Anschluß zu den anderen Skiegebieten
- Skigebiet Sansicario, weitere Pisten, bessere Pistenpflege, etwas mehr los,
- Skigebiet Sestriere, ganz schlecht mit den anderen Skigebieten verbunden, die meisten Pisten führen bergab Richtung Piacenza und Cesana, d.h. wer in Sestriere wohnt fährt morgens zuerst bergab, alle Pisten sind nur über den "Golfplatz" zu erreichen, die meisten Hotels sind viel zu weit ab.
Es war toll mal dort Ski zu fahren, aber das Gebiet kommt für einen Familienurlaub nicht in Frage.

Achja, einen schönen Gruß an alle "german motorbikers from june" von der Besatzung des CiaoPais.

Mr. 40-Stroke