Enduro-DM-Lauf Bad Windheim 14.9.03
                             oder
"..... wenn alte Männer zu schnell sind......"

(Bericht und Fotos Mr. 40-Stroke, AMC Bad Windsheim)

Das Wichtigste vorweg !

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Mr.-40-Stroke 2 Sekunden schneller als Stefanie Laier !!!! 
 
(weil sie in der 1. SP der 1. Runde aufe Fresse gefallen ist.......)
oder:
Die Rosa Lackierung
OK OK OK, dass wir eine rosa Lackierung erhalten war klar als wir Stefanie Laier im Fahrerlager entdeckten, sie startet jetzt in der I-Lizenz in der regulären dt.-Meisterschaft, ein Start in der Damenklasse ist unter ihrem Niveau.....
Für mich war interessant wie sie sich (als berühmter US-Cross-Profi) auf der endurotypischen Sonderprüfung schlägt.
Frisch aus den USA eingeflogen hat sie die 125er mächtig fliegen lassen und verliert nur ca. 0,5 sec pro Fahrminute auf den dt.-Meister in der Klasse. Ohne den Ablieger in der 1. SP kommt sie unter die ersten 3 ! In der schnellen Prüfung auf dem flachen Feld ist sie vorn dabei.
OK OK, die Damen in der Damenklasse haben für uns keine Bedrohung dargestellt, diese Damen haben wir locker im Griff.
OK, mit dieser Rosa Lackierung (siehe oben) können wir leben !


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Ohne Auto, ohne Anhängerkupplung war ich eine arme Sau und auf den Freundschaftsdienst von MudMan angewiesen, der mich auf einem Autobahnparkplatz nördl. München auflas. Um bis dahin zu gelangen habe ich, auf 45 km Autobahn, die neuen Kanten des Hinterreifen bei 100km/h auf der Autobahn abgerubbelt. Mit Minimum Gepäck wartete ich auf die Abholung.
Pünktlich kam Stefan und meine 520er konnte die restlichen 200km nach Bad Windsheim auf dem Anhänger hinter sich bringen. Vor Ort trafen wir K.Günnie, der mit dem Ackermann-Bus die Autobahn abgeritten hatte. Schnell die Abnahme gemacht,  einen Kaffe reingeschüttet, ein Stück Käsekuchen verdrückt und raus auf die Strecke zur Steckenbesichtigung.

Der DM-Lauf in Bad Windsheim wartete mit einem neuen Rennablauf auf, die Starter wurden in 2 Gruppen geteilt. Bei einer Streckenlänge von (soll 25 km) starteten in 2 Gruppen zu den 4 Runden a´ 1 std Fahrzeit, morgens A/I-Lizenz und Senioren, nachmittags B-Lizenz/Klassik.

Ich hatte schon beim Kaffee und Käsekuchen verkündet, dass ich hier zum Spass bin mich nicht hetzen lasse, was heißt:
- keine Zeitenrechnerei, fahren wie es kommt
- keine Sonderprüfungsstreckenauswendiglernerei, einfach reinfahren
- Cool bleiben und die Hektik ringsum mit einem Schmunzeln beobachten.

Klaus und Stefan begaben sich alsbald auf SP1. Ich begab mich an den Platz mit der größten Übersicht, und schaute zu wie Deutsche Meister mit den Six-Days-Betreuern über die beste Spur diskutierten, wie ehrgeizige B-Lizenzler die Streckenpfosten ein wenig aus der Spur drückten und wie Klaus und Stefan die Spur suchten auf der sie mich morgen abledern wollten.

So ging es auch in die 2. Sonderprüfung und Stefan suchte schon mal die Stelle aus, mit der er am Renntag näher in Kontakt treten sollte.

Die hereinbrechende Dunkelheit beendete die Begehung und die 3. SP konnte nicht mehr besichtigt werden. Ich dachte mir, OK wenigstens in SP3 herrscht Chancengleichheit. Dann rasch nach Bad Windsheim und unser bekanntes Quartier in der Privatpension bezogen (13,- € Übernachtung mit Frühstück).

Und rein zu Franco in die Pizzeria. Dort bei Wein Weib Pizza und Gesang noch alte Geschichten erzählt und gut gegessen und getrunken.

   Stefan scharrte schon mit den Hufen und rechnete die Fahrzeiten aus (3x verrechnet und dann wurde am Renntag doch statt A-Zeit die B-Zeit gefahren......), verglich die Zeiten mit denen von Klaus und übertrug die errechneten Werte auf Tape.

Auch diese Aktion ging beim Rotwein locker an mir vorbei. Ich wußte wann ich am Start stehen mußte und das reicht, der Rest wird sich ergeben.

Jetzt kam die Zeit wo "Spargeltarzan-Stefan" und "Abgesenkterschwerpunkt-Klaus" über die Sonderprüfungen diskutierten und festlegten in welchem Gang dieser Sprung, jene Kurve und jene Auffahrt genommen werden mußte. Im Dunste des Rotweins mutierte das eigene Fahrkönnen auf das von Jeremy MaGrath (den Table mußte mit nem Whip einleiten, damit Du das Moppett schon in der Luft in die neue Richtung anstellen kannst), der Waschbärbauch war  - Schwupps  -  waschbrettartig (Sorry Klaus, aber die Wahrheit kann manchmal soooooo brutal sein !), dem Australkörper wuchsen blitzartig Schultermuskeln und Biezeps wie bei Arni    , die Lunge hatte plötzlich ein Volumen von 7 Litern und die Kondition reichte (natürlich) für einen 3-fach Triathlon.
Ich machte den obersten Hosenknopf auf, grinste und bestellte den Nachtisch.

Leider war unsere Startzeit schon 7.30 Uhr, so dass wir das gute Frühstück (mit selbst gemachtem Pflaumenkuchen) um 6.00 Uhr nicht recht genießen konnten. Mit aller Macht, und in kleinen Bissen, konnte ich eine Semmel reindrücken und mit 2 Tassen Kaffee nachspülen.

Vor dem Start noch schnell die Kanister in die Tankzone gestellt und zum Start. Dort betrachtete ich (Temp. 5°C, leichter Morgennebel) das Treiben in der A/-Lizenzklasse der kl. und gr. Viertakter.
Alle KTMs sprangen mit E-Starter an, 2 neue (450er) Huskys waren am Start, die orgelten beide 1 min die Batterie leer ohne das die Husky ansprang, dann kassierten beide Strafzeit und der Betreuer mit dem Batteriewägelchen kam (die neuen 450er Huskys haben keinen Kickstarter !!!), mit der großen Zusatzbatterie sprangen beide Huskys an. (Was machen die Jungs wenn die Kiste jetzt auf der Strecke ausgeht ??????)
50% der Husaberg-Fahrer hatten Startprobleme, entweder sprang der Anlasserfreilauf raus, oder die Anlasserdrehzahl reichte nicht zum Starten, aber die haben ja einen Kickstarter und so kamen alle Husabergfahrer weg.
Die Strecke zeigte sich leicht aber sehr schnell (Feld- und Wiesenwege 120 km/h), bei 60 min Fahrzeit incl. 3 SPs jede Runde war angasen angesagt. Die erste SP war endurotypisch mit steilen Auf- und Abfahrten, einem kleinen Stück MC-Strecke und einem langen harten quer zerfurchten Acker, auf dem viiiiiiiiiele Kurven abgesteckt waren. (ca. 6min Fahrzeit)
     (Fotos AMC Bad Windsheim)
Die 2. SP war ebenso endurotypisch angelegt, aber flotter zu befahren (ca. 4 min Fahrzeit)
Die 3. SP war ein sehr schneller flacher Ackerkurs mit schnellen Kurven, z.T. 3. und 4.-Gang voll in langgezogenen Kurven (ca. 3 min Fahrzeit)

Stefan startete 1 min vor mir und seine Geschwindigkeit auf der Strecke lag etwas über meiner Wohlfühlgeschwindigkeit, so ließ ich mich etwas zurückfallen, und fuhr viel mit Klaus, der 1 min nach mir startete.

Am Ende der ersten SP wartete Stefan auf mich, er erwartete mich an der Digitalen Sonderprüfungsanzeige mit eingefallenem Gesicht. Ich hatte ihm auf 6 min glatte 18 sec abgenommen !, Klaus kam kurz nach mir und war 13 sec langsamer. Damit hatte ich eine erste "Duftmarke" gesetzt. Das gleiche Spiel setzte sich in der 2. und 3. SP fort (siehe Analyse unten). Am Ende der ersten Runde hatte ich eine Vorsprung von 40 sec auf Stefan und 32 sec auf Klaus herausgefahren. 

Klaus und Stefan fuhren so, dass sie die Vorgabezeiten schafften, ich stempelte wenn ich ankam. Es stellte sich schnell heraus, dass die vermeintlich 25km lange Runde in Wirklichkeit 37 km lang war und das deshalb die Etappenzeiten sehr knapp waren.

Ab der 2. Runde zeigte sich, das wir jetzt alle 3 den gleiche Speed fahren, mal war Stefan schneller als Klaus und Hanno, dann war Klaus der Schnellste, dann habe ich wieder meinen Vorsprung ausgebaut.
So hatten wir unseren Spaß, bis uns Stefan in der letzten Runde am Ende der vorletzten SP erwartete  --  Sturz, Schmerzen im Handgelenk, angeschlagen, er hört auf.
Klaus und ich fuhren weiter, Stefan ging zum Sani und wurde sofort ins Krankenhaus nach Bad Windsheim gefahren.

Diagnose Bruch am linken Arm/Handgelenk.   
So erwartete er Klaus und mich als wir ihn nach dem Rennen im Krankenhaus abholten (Gips am Arm, Röntgenbilder unter dem Arm)
  (gute Besserung Stefan !)
Tja, das war`s, wir packten ein und fuhren heim. MudMan wird einige Wochen lang Zeit zum basteln haben, er will beim Saisonabschluß (1.12. /2.12.) wieder fit sein.

In der offiziellen Ergebnisliste ist Klaus als 12. aufgeführt (Super Leistung, mit richtiger Lizenz hätte es Meisterschaftspunkte und einen dauerhaften Eintrag in der Meisterschaftsliste) und ich, mit 4 Strafminuten (durch vor- und zurückstempeln) als 20. 30 Senioren sind gestartet, 25 in Wertung. Stefan ist unter den Ausgefallenen.

Sehr schöne Veranstaltung, Strecke und SPs ideal für Oppas (keine unnötige Schinderei - viel lockeres Fahren), das Drumherum einfach super, Klaus und ich  verließen den DM-Lauf mit großer Zufriedenheit.

Analyse (oder auch die "Hätt - i - War -i"-Rubrik)

 

Hanno

Klaus

Stefan

ROSA

Rd1 – SP 1

6:15,03

6:28,45

6:33,80

6:22,01

Rd1 – SP 2

4:13,52

4:27,42

4:24,40

3:50,17

Rd1 – SP 3

2:56,67

3:01,57

3:07,11

2:42,31

Rd2 – SP 1

6:12,84

6:06,19

6:08,92

5:34,53

Rd2 – SP 2

4:12,21

4:10,22

4:07,25

3:43,08

Rd2 – SP 3

2:56,30

2:55,95

3:02,04

2:35,67

Rd2 – SP 1

6:05,17

6:00,57

6:06,77

5:26,50

Rd2 – SP 2

4:09,09

4:06,53

4:02,55

3:37,92

Rd2 – SP 3

2:55,83

2:57,01

3:01,16

2:33,99

Rd3 – SP 1

6:08,16

6:02,43

6:05,89

5:28,38

Rd3 – SP 2

4:06,74

4:08,85

Sturz !

3:37,21

Rd3 – SP 3

3:01,35

2:59,56

-

2:31,94

Summe

53:12,91
12 sec vor Klaus

53:24,75

 

48:03,71

Wenn man die reinen Sonderprüfungszeiten ansieht ergibt sich in der Klasse Senioren folgendes Bild:
Hanno    im Bereich von Platz 9 bis 10
Klaus     im Bereich von Platz 10 bis 12
Stefan    im Bereich von Platz 15
Gestartet waren 30 Senioren, 25 im Ziel.
Uns (MudMan, K.Günnie, Mr. 40-Stroke) erstaunen diese Platzierungen, sie sind besser als wir dachten !!!  --->  durchaus ausbaufähig !

MudMan hat in der 3. Runde in SP 2 die schnellste Zeit (von uns 3) gefahren, in der 4. Runde ist er da gestürzt.
Hanno hat in der SP3 in Runde 1, 2, 3, 4 immer die gleiche Zeit gefahren, das heißt, ich fahre ohne vorherige Besichtigung genauso schnell wie in der 4. Befahrung  --  wie ist das zu erklären ?
"frugi" hat die These aufgestellt "Alzheimer", immer alles vergessen und jedes Mal wieder eine unbekannte Strecke .....
Klaus hat in der SP 1 die schnellste Zeit gefahren, aufgefallen ist mir, dass er auf dem stark (quer) zerfurchten Acker durch einen runden Fahrstil Zeit gut gemacht hat, ich bin eher "eckig" gefahren und hatte mit der 520er beim Anbremsen mit Lenkerschlagen zu kämpfen, das Husa-Fahrwerk war hier im Vorteil.

In der Summe habe ich den beiden in der ersten Runde (3 SPs) zeitlich eine ordentliche Packung (Klaus 32 sec, Stefan 40 sec) aufgebrummt, Klaus hat bis Rennende fast kontinuierlich sec gut gemacht (zum Rennende hin habe ich ihm in 2 SPs je 2 sec abgenommen), Stefan konnte den Abstand halten. Warum ich in den SPs der ersten Runde (ohne Besichtigung von mir) so viel schneller als die beiden bin, ist nur durch die große Erfahrung und ein gutes Auge zu erklären, für mich selbst sehr überraschend.

FOTOS

Mr. 40-Stroke