Offroad Challenge Europacup 2002 

1. Lauf Tschechien Chric 8 Stunden Enduro Marathon

Eigentlich wollte Thomas, wie auch schon beim IGE Lauf in Mernes, in Tschechien mit dabei sein. Wieder musste er aber in letzter Minute absagen. Wieder muss er kurzfristig am Samstag arbeiten. Verlässlichen interne Quelle ( Ehefrau ) meinten aber, dass die Absage wohl mehr mit dem Zustand seiner Husky zu tun hat. Wie auch immer, so mache ich mich mit Jörg und Conny auf nach Chric. Anreise und Grenzübertritt sind bis auf ein paar Staus relativ problemlos. Die Anmeldung zum Lauf ist wie immer bei der ORC super einfach. Haftungsausschluss unterschreiben, Nenngebühr bezahlen und fertig.

Ein einfaches Abendessen gibt es in der kleinen tschechischen Kneipe mitten im Fahrerlager, in der noch bis spät in die Nacht gezecht wird. Die Nacht selbst ist bitterkalt, großen Respekt an alle die im Zelt geschlafen ( oder/und gefroren ) haben. Ich habe meine Tochter dabei, und muss die ganze Nacht die Standheizung laufen lassen. Ohne Tochter hätte ich natürlich im Freien unter der KTM geschlafen, ist doch klar ;-)).

Am nächsten Morgen muss Jörg noch in das nächste Dorf fahren, weil er nur 3 Liter Sprit für das Rennen dabei hat. Das geht beinahe schief, da die einzige Tankstelle natürlich geschlossen ist. Er klingelt den armen Tankwart aus dem Bett, erzählt ihm die Geschichte vom Endurorennen und bekommt tatsächlich Sprit in seine Kanister. 5 Minuten vor dem Start ist er wieder im Fahrerlager, er und Conny ziehen sich in Rekordzeit um, und es geht los.

Der Start erfolgt um 10.00 Uhr als LeMans Start. Die Startwiese ist viel zu klein für die 170 Motorräder am Start. Es gibt mehrere Reihen die in unterschiedlichen Abständen zur Startlinie stehen. Ich habe nur 5 Meter zu laufen. andere 20 Meter und mehr. Der Start entwickelt sich damit zum absoluten Chaos. Das ist aber noch gar nichts gegen das Chaos, dass sich daraufhin auf der Strecke entwickelt. An der ersten Engstelle an einer Auffahrt im Wald, die an sich keine Schwierigkeit darstellt legen sich vorne ein paar Fahrer quer. Das war es, das ganze Feld steht nun verkeilt in dieser Auffahrt. Nach 10 Minuten (zwischen stinkenden Zweitaktern) entschließen sich die Streckenposten das Feld umzuleiten. Hinter uns wird die Auffahrt umgeleitet. Die rund 100 Motorräder, die in der Auffahrt stehen müssen umdrehen, und zurück.

An der zweiten Engstelle fast das gleiche Chaos, nach einer kleine Abfahrt geht es durch ein Tunnel und über eine Stufe hinunter in den Bach. Dabei überschlägt sich einer, und wieder stehen alle. Jetzt wird hinter uns die Umfahrung geöffnet, und während wir in der Engstelle stehen, können wir beobachten, wie die anderen Fahrer problemlos außen herumfahren.

Dies ist aber noch gar nichts, gegen das Chaos, dass sich oben an der Zählstelle entwickelt hat. Ein Scanner für 170 Motorräder, das kann wohl nicht gut gehen. Vor der Zählstelle stehen wohl mehr Motorräder an, als auf der Strecke sind. Es wird geschoben und gedrängelt, manch einer kommt zu Sturz. Die Stimmung ist enorm aggressiv. Die Streckenposten versuchen zu ordnen, sind aber völlig überfordert. Immer wieder schieben sich Fahrer, teilweise mit Hilfe von außerhalb, an den Wartenden vorbei.

Gegen Mittag bekommen die Streckenposten das Chaos vor der Zählstelle endlich in Griff. Das ändert zwar nichts an der grauenvollen Warterei, aber zumindest geht es jetzt mit rechten Dingen zu.

Die Strecke selbst ist viel zu kurz und ohne jegliche Schwierigkeit. Sie ähnelt eher einem IGE Lauf ( nichts gegen die IGE – aber die IGE hat einen anderen Anspruch als die ORC ) als einer echten Challenge. Kein Vergleich mit der tollen Vorjahresstrecke in Chric. Am Nachmittag werden weitere Streckenteile dazu genommen. Nachdem nun auch weniger Fahrer unterwegs sind, die Strecke immer länger und auch schwieriger geworden ist, macht der Nachmittag doch noch richtig Spaß.

Nun ja, dann warten wir mal bis zum nächsten Lauf in Kroatien. Dort wird alles gut......

Das Beste überhaupt war mal wieder meine 520er. Trotz ihrer 16000 km läuft sie die 8 Stunden problemlos durch.

 

Unsere Platzierungen:

Ich:          21.          mit 28 Runden

Jörg:        32.          mit 22 Runden

Conny:    36.          mit 21 Runden

gegenüber dem Sieger Cyprian Zdenek mit 42 Runden schauen wir alle ziemlich alt aus.

Aber immer noch besser als in der Mädchenklasse starten ( bei den Teams )  :-))

  

mfg. Peter Staudigl

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Von Drossel-Jörg:

Hier ein Kurzbericht:

Konny , Staudi und ich sind freitag gefahren. Nach 5 Stunden Fahrzeit, Stau in Muenchen und an der Grenze, in Chric angekommen.
Konny hatte den Brief seiner nagelneuen Husaberg 400 noch nicht . An der Grenze war das aber kein Problem.
Abnahme, wie immer, auch kein Problem.
Nachdem wir uns den abend im Gasthaus an der strecke vertrieben haben, ein halbes 80 cent, kam die erste Sonderprüfung: Übernachten im Zelt/ Auto bei Minusgraden.
Ausser Staudi (Standheizung)- Weichei.
 
Meine 2. Sonderprüfung am naechsten Morgen war es Sprit zu organisieren. Nur mit betteln konnte ich die tankwartin ueberreden mir morgens um 9 schon sprit zu verkaufen. 5 Minuten vor Rennbeginn war ich wieder an der rennstrecke. Staudi ist pünktlich gestartet, Konny und ich 15 min nach 10.
War aber kein Problem weil die Strecke eh dicht war. 250 starter und eine Streckenlänge von 5 km passt einfach nicht zusammen.
Es gab 3 Schluesselstellen: eine steinige sehr stufige Auffahrt, eine steinige lange rinne bergab und zum ende des rennens ein Schlammloch mit kleiner lehmiger auffahrt. Insgesamt sind aber nur wenige grundsaetzlich daran gescheitert.
Konny hat gleich ein hohes Tempo vorgelegt. Naja die Husaberg war ja schon gut eingefahren, ca 20000m.
Staudi hat wieder mal die meisten Runden von uns gefahren (21. Platz in der Einzelwertung). Im Gegensatz zu Ungarn im letzten Jahr hat er teilweise freiwillige Pausen gemacht, in den 8 Stunden bestimmt an die 300 sec. Schäm dich Staudi.
Ich hatte nach 8 Stunden Racetime 104 km und 5.5 Stunden Fahrzeit auf dem Tacho. Leider waren zwangspausen bis zu 20 min an der Durchgangskontrolle wegen Stau dabei. 250 starter und eine Streckenlänge von 5 km passt eben einfach nicht zusammen. Somit war das rennen als rennen mal wieder eine Farce.
Zudem war mir der Kurs zu sehr Micky Maus, ich starte nicht mehr unter einer Streckenlaenge von mindestens 15 km .
 
Bis Sonntag 9 Uhr
 
GrussJoerg