Chabo-Tour 2002
8.6. bis 15.6.02
Samstag 4.30 Uhr Start in München, "Achmed" Dinkel eingepackt,

dem Juppielaster mit Moppetthänger am Fleischerhaken die Sporen gegeben und 6 Stunden und 15 Minuten später mit rutschender, qualmender Kupplung, bei starkem Regen an der Auffahrt zum Riffugio Ciao kapituliert.
Tja, erster Gedanke, das wars, der 320er touring hat 1.150 km auf dem Tacho und die Kupplung rutscht durch.
Was war passiert?
Der Sebbb hat den letzten Turn gefahren und vor der Schotterauffahrt zum
Rifugio CiaoPais auf meine Frage "schaffst Du das ?" fahrtechnisch ja
gesagt, nur kam dann am ersten Steilstück eine größere Wasserablaufrinne und
er hat das Gas weggenommen ................
(Hallo Udo - im Gegensatz zu dem Versuch mit der C-Klasse hatten wir das ESP
schon abgeschaltet.)
Da standen wir nun mit Anhänger im Steilstück und konnten nicht mehr anfahren,
also Sebbb auf den "heißen" Sitz und ich an die Pedale, langsam
rückwärts den Weg zurückrollen, zum Glück kam ein großer freier Platz auf
dem ich der Kupplung eine Pause gönnen konnte, wenden und Anlauf nehmen
konnte.
Und dann gings ab !
Volles Rohr am Drehzahlbegrenzer im 1. Gang (50 km/h) erneut in das Steilstück,
die 1. Ablaufrinne übersprungen und im Drift um die Ecken,
..................
So ging es die nächsten 5 km steil bergan, Sebbb leicht verkrampft und mit
beiden Armen sich abstützend auf dem Beifahrersitz und ich wie Walter Röhrl
bei der Safari-Rallye .............und oben. Der 3er hat noch 1 Woche nach
Kupplung gestunken, aber das kennen wir ja schon.
Jochi war schon am Freitag angereist, nach uns kam MudMan, DonNikko, Dealer
und Ben und K. Günnie.
1. Fahrtag (noch Samstagnachmittag)
Bei sintflutartigen Regen und eher kühlen Temp. stürzten sich Sebbb, Jochi,
DonNikko und ich uns in die Fluten. Es ging über die Zufahrt zur
Asietta-Kammstraße und über die Skipisten ziemlich volles Rohr zur Asietta
Kammstraße, ab ca. 2.200m wurde aus dem Regen starker Schneefall, der ab ca.
2.400m auf dem Schlamm liegen bleib. Ab 2.500m kam zum Schneefall auch noch
Nebel. So kämpften wir uns nur nach Sestriere und tranken einen Cappo und
bretterten zurück. Nach 2 Std. kamen wir durchnässt und kalt wieder am Rifugio
an.
Das Rifugio verwöhnte uns in diesem Jahr mit einem ägyptischen Koch

und einem neuen Fernseh-/Videoraum mit Sofas -- so ließ es sich
aushalten. Endurovideos im Recorder, Vino Rosso im Glas, Jochi am der
Klampfe und alte Lieder auf der Zunge, -- Heiwäh tu Hell.................
2. Fahrtag (Sonntag)
Himmel stark bewölkt, und kühl, Neuschnee ab 2.200m, 10.00 Uhr Start zum
ersten Turn.
Ben und K.Günnie haben sicherheitshalber über Nacht die `bergl im Transporter
gelassen, der Regen soll dem Startverhalten nicht zuträglich sein. Sebbb, Ben,
K.Günnie, Mr. 40-Stroke, MudMan, Jochi, Dealer und DonNikko starten. Die
Yammermaha von DonNikko springt per Kickstarter nicht an, also einfach anrollen
lassen. Aber als nach 2 km Rollerei noch immer kein Zündfunken übersprang war
Basteln angesagt.

Kaum 30 Minuten später tuckerte die WR mit neuer Kerze vor sich hin.
Die Strecke führte Offroad über die Wurzelauffahrt nach Chateau, über die
Skipisten, die "Schokorinne", den Bierhügel, am Riffugio Rey vorbei,
nach Puy, über Passo Mulatieri

(die normalen abgerutschten Stellen waren wie jedes Jahr fahrbar)

(Klaus hatte vergessen zu tanken und mußte Benzin erbetteln, zu sehen ist der
Tankvorgang über einen langen Benzinschlauch, Danke an Stefan !!!!)
zum Colle de Eschelle, nach Bradonecchia, den Jafferau (nur 1/2 hoch), und
über Susa zum Colle de Finestre auf die Asietta Kammstraße. Bis dahin war
alles super, schöne Auffahrten und abwechslungsreiche Strecke. Den Colle de
Finestre sind wir in erhöhter Grundgeschwindigkeit raufgeblasen und hatten,
nach ca. 20 km auf der Asitetta plötzlich große Schneeverwehungen vor uns.
Nagut, nett,

Vollgas und durch. Aber die Schneehöhe nahm zu und wir mussten uns durch höhere Schneeverwehungen kämpfen.

Nach 1 1/2 Stunden Kampf ging uns allmählich der Sprit aus und wir entschieden
einen "Notabstieg" über die Almwiesen in Tal zu machen. Von ca.
2.400m bis ins Tal standen uns 1.500 Höhenmeter Abstieg bevor. Gegen 20.00 Uhr
erreichten wir einen Bergbauernhof und erfragten den Weg, gegen 20.30 Uhr waren
wir nach 10 Stunden Fahrzeit am Riffugio zurück.

Abendessen war nötig !!!
3. Fahrtag (Montag)
Blauer Himmel, super Sicht machen Lust auf die Tagestour. Vom
Rifugio geht es über Oulx, Rochemolles, den "Wanderweg Nr. 8" nach
Fenils, über Sansicario, die Steinplattenabfahrt nach Cesana, über Sagnalonga
am Lago Nero vorbei zum Lago Sete Colori,

Mittagessen auf 2.700m, Claviere, Sestriere, Colle de Basset
zurück zum Riffugio.
Wir sitzen vor dem Rifugio, mit Blick auf den Chaberton und die Moppetts, machen
Hausmusik und genießen den Vino Rosso,

so läßt es sich aushalten.
4. Fahrtag (Dienstag)
Wärme und Wetter wie am Montag machen Lust den "goldenen Weg" zu
fahren. Also runter ins Tal, über die Wurzelabfahrt nach Chateau und die
Holzabfuhrwege senkrecht den Berg rauf, die Auffahrten durch den Wald bis zur
Baumgrenze,

die ehemalige Lifttrasse rauf bis zum ersten Aussichtspunkt,
mal wieder Mittagessen.
(Sebbb war an dem Tag mit dem großen Hubraum unterwegs und hat die
überschüssige Energie abgebaut in dem er in der Mittagspause ein wenig
"Bonsai" machte)
Dann
über die Singletrails an der Felswand lang

zum Gipfelkreuz,
(wie so häufig ist der Chronist am Auslöser....)
runter nach Fenils
und über Sansicario die Skipisten rauf bis auf den Gipfel an die Sendestation
auf 2.600m Höhe,

Abfahrt zum Rifugio.

DonNikko muß einpacken und abfahren, er muß am Mittwoch arbeiten.
5. Fahrtag (Mittwoch)
Auch Jochi muß einpacken und Richtung Heimat die Segel setzen. Wir (
MudMan, K.Günnne, Ben, Dealer, Sebbb und ich) starten unsere Tour in
Richtung Sestriere, es soll heute die große Chabertonumrundung gemacht werden.
Nach der gestrigen Traumtour steht heute mehr Teer als Schotter an. Über Cesana
soll es Richtung Briancon nach Frankreich gehen. Über Les Alberts geht es zum
französischen Fort d`Olive, dann den Colle de Echelle rauf und nach
Bardoneccia runter. Ich nehme allein den Sommellier unter die Stollen,
K.Günnie und MudMan suchen einen Offroadweg von Bardonneccia zum Rifugio
CiaoPais zurück und Sebbb und Dealer rauschen auf Teer direkt zurück.
Die Auffahrt zum Sommellier zeigt sich in guter Verfassung, letztes Jahr muß
der Weg frisch geschoben worden sein. So kann man flott bis zum Wasserfall
rauffahren. Ab dem Wasserfall wird der Weg etwas schlechter und abgerutschte
Stellen erfordern etwas Geschick. Bis auf ca. 2.750m führt der Schotterweg,
dann ist wegen dem Schnee Schluß und es heißt Rückfahrt.

Die anderen starten aus dem Tal eine "nicht ganz erlaubte" aber
traumhafte Auffahrt aus dem Tal über die Skipisten bis zum Gipfel. Aus
verständlichen Gründen verschweige ich den Streckenverlauf.
Aber fast 2.000 Höhenmeter volles Rohr über die breiten Skipisten und
Sprüngen über Wasserablaufgräben, haben ein breites Grinsen auf die Gesichter
gezaubert, SORRY Umwelt, das mußte sein !!!!!!
6. Fahrtag (Donnerstag)
Heute muß der Colle de Rho fallen, so lautet die Devise beim
Frühstück. Also die Trinkblasen in den Rucksäcken voll aufgefüllt die besten
Hinterreifen montiert und direkt on Road nach Bardonecchia zur Auffahrt zum
Colle de Rho. Jetzt trennen sich die Männer von den Memmen. An der ersten
Bachdurchfahrt noch einmal geistig gesammelt, Luft geholt und mit aller
Entschlossenheit in die Schotterauffahrt.
Dealer, Sebb, K.Günnie und Ben machen die erste Gruppe, MudMan und ich fahren am
Ende.
MudMan sammelt sich etwas länger, so starte ich meine Auffahrt. Kopfgroße
Steine und Auswaschungen nach 200m lassen mich am erfolgreichen Aufstieg
zweifeln, aber entschlossen durch war der zentrale Gedanke. Nur den Schwung
nicht verlieren war die Lehre der letzten Jahre und so versuche ich im 2.
Gang auf dem losen Geröll ein wenig Vortrieb zu finden. Die Auffahrt wird
steiler und ich versuche die Geschwindigkeit zu halten. Da sehe ich Ben,
K.Günnie und Sebbb mit eingegrabenem Hinterrad im Weg stehen.

So, nur den
Schwung nicht verlieren, noch immer 2. Gang und weiter, die Jungs werden schon
bei Seite hoppsen. Ich halte meine Geschwindigkeit im losen Geröll (2.
Gang, durchdrehendes Hinterrad bei mittlerer Drehzahl und
"Fußmitpaddelgeschwindigkeit") passiere die Jungs und weiter gehts,
ich bin schon weiter als alle anderen gekommen, das gibt mir die
"2.-Luft" und ich schaffe auch den Geröllkegel. An der 2.
Bachquerung, am alten Wasserhäuschen kann ich anhalten und erst mal losschreien,
denn geatmet habe ich die letzten Minuten nicht. Aber ich habe die erste
Schwierigkeit allein geschafft.

Nun heißt es zu Fuß wieder runter und die anderen hochziehen. Wie üblich
kommen MudMans Gurte zu Einsatz und nach und nach werden alle bis zur 2.
Bachquerung hochgezogen.

Der Eine oder Andere kämpft an seiner persönlichen
Leistungsgrenze.
Pause !
Neue Motivation sich einreden und weiter, es folgt die Auffahrt über den
kleinen Kamm auf den Fußweg und es kommen die engen Serpentinen, der Untergrund
ist etwas griffiger, so dass die Schiebeaktionen abnehmen,

jedoch ist der
Singletrail weiter fahrerisch sehe anspruchsvoll. Als das kleine Fort in Sicht
kommt ist das Gröbste geschafft und es geht gen Gipfelkreuz. Die Schneelage ist
entgegen der Erwartung besser, d.h. letztes Jahr hat mehr Schnee gelegen und wir
können die Schneefelder im Hochtal locker umfahren, das Gipfelkreuz kommt in
Sicht und g e s c h a f f t !!!!!!!!!!!


Das war für dieses Jahr mit Sicherheit die Erstbefahrung, denn Spuren gab es
vor uns keine !!!!
Mittag machen wir am kleinen Fort und nach einer Gesamtfahrzeit von ca. 3 1/2 Stunden sind wir wieder unten an der ersten Bachquerung.
(Colle de Rho - Auffahrt von der anderen Talseite fotografiert)
Am Rifugio zurück gönnen wir uns einen schönen Rotwein in der Abendsonne und
erzählen von den erlebten Abenteuern.
7. Fahrtag (Freitag)
Mit dezimierter Mannschaft (Jochen ist am Vorabend nach Hause gefahren,
MudMan macht sich mittags auch vorzeitig auf den Heimweg) wollen wir den Monte
Jafferau unter die Stollen nehmen. Die Auffahrt gestaltet sich bis zum 1. Kamm
problemlos,

danach versperrt ein größeres Schneefeld den Weg. Am letzten Tag
wollen wir keine Risiken mehr aufnehmen und drehen um. Wir trennen uns, Sebbb,
K.Günnie und Ben gehen Cappo trinken und ich mache noch eine größere Runde
über Bardonecchia, Festung Tre Crocci, Valle d´Stretta, Colomion, Chateau,
Oulx, dann tanken aus dem Kanister am Riffugio CiaoPais und noch einmal auf die
Asietta Kammstraße, ich will sehen ob der Schnee inzwischen abgetaut ist und
die Strecke befahrbar ist. Und tatsächlich, alle Schneefelder die uns am
Sonntag den Weg versperrten sind soweit abgeschmolzen,
(gleiche
Schneewehe 5 Tage später, siehe oben)
dass ich die Asietta ganz
bis zum Colle de Finestre befahren kann. Aufziehende Wolken versperren die
Aussicht und ich drehe um und fahre die 31 km zurück zum Rifugio in erhöhter
Grundgeschwindigkeit.
Das wars !

(520er von Mr. 40-Stroke aufm Berch)