Freitags Aufbruch zu unsere Ost-Enduro-Runde. Mit dabei Tobias, Thomas und ich. Tobias kommt eine halbe Stunde zu spät, da der KTM Händler, der uns netterweise ein Ersatzteilpaket zusammenstellen wollte, das dann doch irgendwie vergessen hat.
Wir fahren mit VW-Bus und Hänger über Salzburg und Graz nach Tapolca am Balaton. Im Fahrerlager der Balaton Champion 2002 Veranstaltung schlagen wir unser erstes Nachtlager auf. Da es im Fahrerlager nichts zu Essen gibt, fahren wir noch nach Tapolca zum Pizzaessen.
Morgens Anmeldung und technische Abnahme. Thomas fällt natürlich prompt durch. An seiner Husky sind die hinteren Radlager sowie die Kettenführung total im Eimer. Dem Kettenrad fehlen auch schon ein paar Zähne, aber das könnte schon noch gehen. Meine KTM ist in Ordnung und Tobias fährt das Rennen nicht mit, er macht für uns das Boxenluder.

Der Veranstalter empfiehlt uns einen Honda Händler in Tapolca. Der Händler sucht alle seine Lager durch, aber irgendwie passt kein Honda Lager in die Husky. Aber kein Problem, der Händler fährt kurz weg, und kommt 30 min später freudestrahlend mit neuen Lagern zurück. Die Lager werden auch gleich eingebaut und dem Rennstart steht nichts mehr im Wege.
Zurück im Fahrerlager besichtigen wir nun erst mal die Strecke. Zu sehen und zu befahren ist nur die Moto Cross Strecke. Wir drehen zu zweit ein paar Runden um uns einzufahren. Der Boden ist sehr hart, rutschig und staubig, so richtiger Spaß kommt nicht auf. Außerdem warten am Start ein paar Schwachköpfe, die jedes Mal, wenn wir vorbeifahren, uns hinterher jagen, um uns dann auf der Strecke so richtig zu überholen und vor allem so richtig einzustauben. Ein, zwei Runden ist das ja ganz lustig, aber dann wird es langsam peinlich.

Um 13.00 Uhr ist die Fahrerbesprechung angesetzt. Thomas und ich, schlendern in T-Shirt und Jogginghose nach unten, der Start ist ja erst um 14.oo Uhr. Die anderen sind irgendwie wahnsinnig hektisch, kommen in voller Montur und Moped zur Fahrerbesprechung. In der Fahrerbesprechung erfahren wir, dass sofort im Anschluss eine Einführungsrunde gefahren wird. So steht das auch im Zeitplan, wer Lesen kann ist deutlich im Vorteil. Also wieder hoch ins Fahrerlager, der Bus ist abgesperrt, unser Boxenluder samt Autoschlüssel verschwunden. Ich steige durchs Hochdach ein, Klamotten raus, umgezogen und runter auf die Strecke. Die Einführungsrunde erreichen wir gerade noch. Wir kommen aber nicht weit, da die Runde am Ende der Crossstrecke in den Wald abbiegt, und frecherweise in einer der ersten Kehren ein Baum querliegt. Einige haben hier ernsthafte Schwierigkeiten und es dauert fast 15 min bis alle drüber sind.
Danach erfolgt die Startaufstellung . Das System ist echt durchdacht. Es wird aus der Cross Startmaschine mit jeweils 20 Startern im Minutenabstand gestartet. Jede Startergruppe hat aber trotzdem 2 Stunden Fahrzeit zur Verfügung, da das Auswerteprogramm über die Startnummer die eigentliche Startzeit berücksichtigt. Für die Fahrer heißt das einfach nur Fahren. Bei jeder Durchfahrt durch die Zählstelle, zeigt diese neben der Zeit auch die aktuelle Platzierung an und vor allem, nach Zeitende wird man hier einfach abgewunken.
Beim mir ungeliebten Crossstart nehme ich mir vor die Sache schön langsam anzugehen. Aber als die Startmaschine fällt, mache ich doch erst mal richtig das Gas auf und komme so im vorderen Drittel des Feldes aus den ersten Kurven. Es geht erst über die staubige Crossstrecke die am hintern Ende schon etwas Enduromäßig umgebaut ist. Danach geht es von der Strecke runter und rein in den Wald. Der Veranstalter hat einen traumhaften Waldtrail abgesteckt. Ein paar herrliche Auf und Abfahrten sowie Kurven ohne Ende, einfach nur schön. Am Ende des Kurses geht es noch über einen kurzen Feldweg und dann zurück auf die Crossstrecke zur Zählstelle. Die Strecke hat eine Gesamtlänge von 8 km. Überholen ist stellenweise schwierig. Die Länge der Strecke verteilt die Fahrer aber schon nach kurzer Zeit über den Kurs und die meisten machen auch problemlos Platz. Bis auf eine Dooftussi mit langem Pferdeschwanz, die mich in der ersten Runde im Wald einfach nicht vorbeilässt.
Ich gehe die Geschichte erst mal langsam an, und steigere die Geschwindigkeit so ab Runde 3. Die meisten Cross-Spinner stehen zu diesem Zeitpunkt schon irgendwo am Streckenrand und ringen nach Luft. Jetzt lassen sich die schönsten Runden drehen. Bei ca. 30° im Schatten bin aber auch ich froh, als die 2 Stunden um sind.
Ich werde mit 8 Runden 6. bei den Senioren und ärgere mich furchtbar, da es bis zum Platz 5 Pokale gibt. Am Morgen wird die Wertung noch mal korrigiert und ich bin nur noch 7. da ein Senior fälschlicherweise in der 2-Takt Gruppe geführt worden war.
Thomas wird mit 5 Runden 23. in der 2-Taktklasse. Kein schlechtes Ergebnis für seinen Trainingsstand aber ..... alle 3 mitfahrenden Damen sind 7 Runden gefahren !
Das Abendessen ist im Nennpreis inbegriffen, aber wohl nur was für echte Harte. Sollte wohl so was wie ein Gulasch sein. Nun ja, wer das gegessen hat, der kann am Sonntag beim Rennen nur im Schlammloch untergehen.
Unsere Freunde vom MCC Camburg sind inzwischen eingetroffen, 10 Busse, für das abendliche Fest ist somit gesorgt. Die Jungs sind von einer Woche Endurofahren in Ungarn etwas gezeichnet, wollen aber das 6 Stunden Enduro mitfahren.
Am Sonntagmorgen schleppe ich meinen Benzinkanister ins Fahrerlager, auf Werkzeug verzichte ich wie immer. Tanken werde ich aber bei 6 Stunde wohl müssen.
Der Start erfolgt wie am Vortag aus der Startmaschine in 20er Gruppen.. Es geht über Feldwege und einer ausgefahrenen Panzerstrecke zum zwei künstlichen Schlammlöchern. Diese sind relativ leicht zu befahren, aber es stehen trotzdem immer wieder Fahrer in den Löchern. Danach wird das Gelände hügelig und es geht über tolle Auffahrten hinauf. Der Fahrer kann dabei selbst entscheiden über eine einfache blaue Strecke oder eine kürzere aber schwierigere rote Strecke zu fahren.
Nach den Hügeln geht es wieder in eine fantastische Waldstrecke mit auf, ab und Schrägfahrten. Auch ein langes Bachbett sowie ein Stück Crosspiste am Schluss gehören noch zur Strecke. Die Runde ist 40 km lang und wohl eine der schönsten Endurostrecken. Wer nicht mitgefahren ist, ist wirklich selber schuld.
Ich fahre 3 Runden durch und dann zum Tanken. Unser Boxenluder ist wieder nicht auffindbar, so das ich wohl alleine Tanken muss. Einer vom MCC Camburg hält mir das Moped gerade, dann passen fast 2 Liter mehr in den Tank und ich kann die restlichen 3 Runden wieder durchfahren.
Am Schluss belege ich mit 6 Runden den 6.Platz ( wieder kein Pokal ! ) bei den Senioren. In der Gesamtwertung über 2 Tage werde ich 4. bei den Senioren und 13. in der Wertung aller Klassen.
Thomas wird mit 4 Runden 19. in der 2-Takt Klasse. Gesamtwertung über 2 Tage: 14. Platz und 55. in der Wertung aller Klassen.
"frugi"