Rennbericht Dachsbach
(Enduro DM-Lauf 1.9.02)
Fotos (Mr. 40-Stroke und  http://www.enduroaktuell.com/)

Die Altherrenfraktion der EEG begab sich zum Enduro-DM-Lauf um mit anderen Verrückten ein wenig im Gelände zu fahren, d.h. Mr. 40-Stroke, K. Günnie und "frugi" gaben sich die Herausforderung.

Herausforderungen verändern sich im Lauf des langen Endurosportlebens. So haben wir vor ca. 15 bis 20 Jahren die Zeiten der DM-Leader in Vergleich zu unseren eigenen Sonderprüfungszeiten gesetzt, Unterschiede diskutiert und heftig über die schnellen Sonderprüfungsspuren diskutiert. 2 bis 5 Sekunden pro Fahrminute in der Sonderprüfung standen zur Debatte ---  aber das sind ja alles Werksfahrer, und wenn wir diesen Service hätten...wären wir ...   --- .

Und am letzten Wochenende ?

Da haben wir eine fette
   
"rosa Lackierung" kassiert !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 Tags zuvor haben wir noch guten Mutes bei der Fahrzeugabnahme gescherzt und Witze gemacht. Die FZ-Abnahme an sich war kein Problem, nur Mr. 40-Stroke scheiterte mit seiner 520er schon beim ersten Abnahmepunkt. Grund des Anstoßes war meine Startnummer. Lt. DMSB-Statuten darf die "1"-Startnummer nur aus einem senkrechten Strich bestehen und nicht mit dem kleinen Haken oben. Der DMSB-Funktionär nahm eigenhändig das Teppichmesser und schnitt meinen Einsen den oberen Schniedel ab ...........

                     

"frugi" und K.Günnie hatten als Verstärkung eine komplette Boxenmannschaft dabei (Ronja, Tochter von Klaus und Nino Sohn von Peter) waren schon bei der Abnahme als Dokumentenräger eine Hilfe (Anmerkung des Verfassers: ich mußte meine Papiere selbst tragen).

Getreu dem Motto "back to the roots" rollten wir die Schlafsäcke aus und übernachteten in den "Werks"-Wohnmobilen (der Ackermanntransporter und er "frugi" Firmen-VW-Bus).

                                

Den Renntag starteten wir mit einem "opulenten" Frühstück im Dachsbacher Feuerwehrheim. Der nächtliche Regen hatte sich in Hochnebel verwandelt, die Temp. war mit 14°C auch Dachsbach-üblich.

Klaus und ich verabredeten, in Angesicht der Dachsbacher Strecke (eher schwer) und der Etappenzeiten (eher knapp) es seniorenmäßig anzugehen und uns nicht hetzen zu lassen. Die Senioren starteten als vorletzte Gruppe vor der Damenklasse. Wir fuhren als unseren "Strich" und schafften die Etappenzeiten bei B-Zeit auch. Die erste Sonderprüfung ließ sich gut fahren, erste kleine Anlieger bei griffigem Boden ließen mich angasen. Da die Sonderprüfung wie letzten Jahr gesteckt war hatte ich mir die Besichtigung geschenkt und war dann doch etwas überrascht, als plötzlich ein  Sprunghügel recht flott auf mich zu flog. Ohne Probleme verpasste ich dem K.Günnie eine 20 sec-Packung.
Die Strecke ist eine sehr geglückte Mischung aus Schwierigkeit und leichter Strecke, immer wieder kommen leichtere             Foto http://www.enduroaktuell.com/
Strecken zum Relaxen, die schweren Streckenabschnitte fordert unsereiner zwar an der Leistungsgrenze aber es ist schön oben an der Auffahrt oder hinter dem Schlammloch zu stehen. 
           Foto http://www.enduroaktuell.com/
An einer Auffahrt mußte K.Günnie mehrfach ansetzen und wir nahmen nach ca. 1 1/2 std Fahrzeit eine Auszeit von ca. 15 Minuten.
 K.Günnie hatte auf er Strecke zwei kleinere Ablieger, wobei er bei dem 2. mit dem Kopf durch den Baum wollte.
Davon war er so benebelt, dass K.Günnie die "Fette-Rosa-Lackierung" nicht direkt bemerkte, die dann anstand.
Die vielen Waldstücke haben richtig  Spaß gemacht.
Die 2. Sonderprüfung war, durch den vorher gegangenen Regen, sehr sehr schmierig, man musste das Moppett mehr im Drift mit dem Hinterrad um die Ecken lenken als fahren.
          Foto http://www.enduroaktuell.com/
Anschließend wieder auf die Strecke, die folgenden Auffahrten waren wieder kernig, aber die vielen Zuschauer fassten kräftig an. Ein Schlammloch wollte ich am Rand umfahren, kam ins Kippen, plötzlich schrumpften meine Beine, unter dem Gelächter von K.Günnie kippte ich einfach um und tauchte mit der rechten Seite im Schlamm unter. Handschuhe, Gasgriff, Hose, Jacke, alles total voll Schlamm, die Waschmaschine wird jammern.
Also Ersatzhandschuhe raus, Griffe säubern und Handschuhe wechseln und weiter.

Am Start und Ziel hatten wir so um die 20 Minuten Verspätung und Herbert Scheck sprach uns ein Lob aus als wir mit der Verspätung trotzdem in die 2. Runde gingen. Er hatte nach 1 Runde genug und ging zum Bierchen ins Festzelt. Klaus und ich kümmerten uns nicht um Etappenzeiten und fuhren immer direkt in die ZK wenn wir ankamen.
In einer Spurrille kam ich bei mittlerer Geschw. ins Straucheln, verdrehte mir mein, sowieso schon angeschlagenes Rückgrat und trat mir den hinteren rechten Blinker ab. Anschließend konnte ich nur noch unter Schmerzen im Rücken fahren. Der Hexenschuß verschlimmerte sich, ich konnte im Sitzen nicht mehr den Fuß zum Schalten heben. Nach der 2. Sonderprüfung am Ende  der 2. Runde hatte ich genug und stellte meine 520er an der SP ab. Klaus wollte die Runde noch zu Ende fahren.

Peter fuhr das Rennen, nach eigener Aussage, immer an der Leistungsgrenze und kam ganz gut rum, nur auf den Sonderprüfungen hatte er Speedprobleme. In der 1. Runde hat er sich am 1. Schlammloch gleich festgefahren und ist in seiner Minute an die erste ZK gekommen, an der langen Wald-/Wurzelauffahrt hat er sich in der 3. Runde festgefahren und 15 min mit Schieben verbracht. Den Zeitverlust hat er fast kompensieren können, denn am Start und Ziel hat er mit dem großen Tank nicht tanken müssen und auch keine Pause gemacht. So hat er 1 Strafminute kassiert. Im Endklassement wurde "frugi" 8. Das bedeutet "frugi" hätte die ersten beiden "Interpunkte" (Punkte für die Erlangung der Interlizenz) im Sack wenn er eine normale (nicht Tageslizenz) hätte.

Ich schaute mir dann die folgenden Profis in der eben von mir gefahrenen Sonderprüfung an. Immer wieder beeindruckend wie um die Ecken jagen. Die 250er VT fahren immer Höchstdrehzahl, die sind immer am Schalten, auf den Gerade geht ihnen aber die Kraft aus. Die 400er VT fahren aggresiv, der Matoska pfeilt unglaublich schnell um die Ecken. Mit 3.57 min stanzt er die Bestzeit in den Boden. Kurz darauf folgt Anders Eriksson mit der großen Husky. Es hat den Anschein, dass er immer einen Gang zu hoch fährt, bremst fürchterlich spät, fährt immer die Innenspur und knallt in noch so kleine Mini-Anlieger als wären sie 1 m hoch. Genial ! - 3.46 min (10 sec schneller als der 2. schnellste) stehen zu Buch.                                                        
  Foto  http://www.enduroaktuell.com/
Das ist der Anders Eriksson

Nach 120 km und 4 Std. Fahrzeit war ich wieder im Fahrerlager und beendete Dachsbach 2002 für mich.

Die Analyse der SP-Zeiten folgt unten.

2 Fragen sind noch offen:
1.  Was haben wir früher ohne E-Starter gemacht ?
Da stehst du im Schlammloch oder in der Auffahrt, hast über eine Wurzel den Motor abgewürgt und brauchst nur noch aufs Knöpfchen drücken, so soll es sein ............
2. Was ist mit der "Fetten-Rosa-Lackierung"

Die Damenklasse hat als Startnummernhintergrund ROSA !, und in der Damenklasse startete die "Böse Frau" Stefanie Laier, die mich beim letzten Rennen schon "beeindruckte".
                         Foto DMSB
Diese Damenklasse startete 4 Minuten nach den Senioren. Als Klaus seinen Flachköpper gegen den Baum machten, hatte Frau Laier schon die 4 Minuten auf uns aufgeholt und ist am Klaus vorbei gefahren. Ich lächelte ihr noch freundlich zu. So hatte wir die "Fette-Rosa-Lackierung" bekommen.
Beim Betrachten der Sonderprüfungszeiten wird die Ausnahmestellung von Frau Laier noch deutlicher.

  Anders Eriksson

Ges.-Sieger

"Böse Frau"

Beste Frau

Peter

8. Platz

Klaus Hanno
SP 1    1. Runde 4,19 4,43 5,42 5,38 5,04
2. Runde 4,05 4,19 5,10 5,20 5,04
3. Runde 4,01 4,15 5,17 --- ---
4. Runde 3,58 --- 5,40 --- ---
SP 2    1. Runde 4,15 4,49 6,42 6,11 5,51
2. Runde 4,09 4,12 5,12 5,15 4,56
3. Runde 3,49 3,59 5,24 5,09 ---
4. Runde 3,50 --- 5,17 --- ---
Starter / im Ziel     21 / 11 37 / 24 37 / 24

Senioren und Damen fahren 3 Runden.

Analyse der besten SP-Zeiten:
SP1
Hanno:     6 sec schneller als Peter
              16 sec schneller als Klaus
Klaus:      4 sec schneller als Peter
Böse Frau:     49 sec schneller als Hanno
                     55 sec schneller als Peter
                     1 min 5 sec schneller als Klaus
A. Eriksson   1 min 6 sec schneller als Hanno
                     1 min 11 sec schneller als Peter
                     1 min 22 sec schneller als Klaus

SP2
Hanno:   16 sec schneller als Peter
              19  sec schneller als Klaus
Klaus:      3 sec schneller als Peter
Böse Frau:     57 sec schneller als Hanno
                     1 min 13 sec schneller als Peter
                     1 min 10 sec schneller als Klaus
A. Eriksson   1 min 6 sec schneller als Hanno
                     1 min 23 sec schneller als Peter
                     1 min 10 sec schneller als Klaus
Und das alle bei Fahrzeiten zwischen 4 und 5 Minuten !!!!!

Die Stefanie Laier (18 Jahre alt)  verliert nur ca. 10 Sekunden pro Sonderprüfung auf Anders Eriksson den amtierenden Weltmeister !!!. Und jetzt kommt der Hammer, die Tussi fährt eine 125er 2Takt !

Das ist jetzt das 2. Mal dass ich so ausführlich über eine Frau im Endurosport berichte, aber wenn ihr sie fahren seht werdet auch Ihr begeistert sein. Da wächst ein Ausnahmetalent heran, schön das ich noch gegen sie fahren konnte.

Mr. 40 Stroke