4-Std-Enduro Reutlingen

                                   

Mit Endurofahren im ursprünglichen Sinne hat diese Rennserie nicht mehr viel zu tun. Als Langstrecken-Moto-Cross möchte ich sie bezeichnen.
Letztes Jahr noch bei sinnflutartigen Regenfällen um die Strecke gekämpft, dieses Jahr nach tagelanger Trockenheit mit betonharter Strecke, Staub und 30Grad, zeigte sich die Strecke schnell und flott zu fahren. 5 bis 10 m breite Moto-Crosspiste wechselte mit kurzen schmalen Endurostrecken ab. Die Sprünge der MC-Strecke waren alle schön und weit zu springen, Absprung und Landehügel waren vorbildlich „geshaped“.
Neben Team 1 (Udo und Hanno) traten auch als Team 2 der DR-Peter mit dem Andi (aus der Sonntachmorgenmünchennordtrainingsgruppe) an.
Der Start mit 60 Teams (nur B– und Inter-Lizenzler) verlief störungsfrei, DR-Peter und ich warteten bis die Meute sich durch das Nadelöhr gezwängt hatte und fuhren dann gemütlich dem Feld hinterher. Aufgrund der Hitze hatten Udo und ich ein 4-Runden-Wechselintervall ausgemacht, nur in der Anfangsphase wechselte ich nach 2 Runden mit dem Udo. Das bedeutete ca. 25 bis 28 Minuten faaaaaan, dann wechseln. Unserer Routine war es zuzuschreiben, das die Wechsel schnell problemlos über die Bühne gingen.
Das Startnummernleibchen mußte jedes mal gewechselt werden, und das war mit Handschuhen und Helm gar nicht so einfach.
Wir zogen unsere Runden und wurden von den schnellen Jungs überholt, das eine oder andere Mal überholten wir auch. Die Strecke war sehr sehr hart, es fuhren sich keine Rillen oder Brems-/Beschleunigungslöcher aus, in den Bremszonen führte der Gummiabrieb zu zu schwarzen Strichen auf dem harten Boden.
In der Ruhezone, da hielt man sich auf wenn der Teampartner gerade auf der Strecke war, genossen wir die hervorragende Infrastruktur der Veranstaltung,
d..h. alle 20m gab es Wasserhähne mit Trinkwasser an denen man sich den Staub abspülen, trinken und erfrischen konnte. Das Festzelt war auch nur einen Steinwurf weit entfernt.
Nach Ende der Veranstaltung konnte man sich in den Duschen den Staub aus den Poren spülen und am Waschplatz gleich das Moppett dampfstrahlen, alles kostenfrei !!!
Noch waren wir aber im Rennen. Udos Husky und meine Katty liefen ohne Probleme, Udo hatte nur den Verlust der Tachowelle zu beklagen. Es war der erste Einsatz der Katty unter heißen Rennbedingungen und so hatte ich ein Auge auf die Öltemperatur. Zu Honda-Zeiten waren die Öltemperaturen unter vergleichbaren Bedingungen bei 120 bis 145 Grad, das Öltermometer an der Katty zeigt aber max 105 Grad an —also kein Problem.
Das Problem war der Staub und die Hitze. Über das Rennen verteilt habe ich 4 Liter Wasser getrunken !
Nach jedem Turn war mir so richtig warm und ich mußte kaltes Wasser am Wasserhahn über den Kopf
laufen lassen.
In der Ruhezone hatten die Profiteams (z.B. Suzuki-Werksteam) große Partyzelte aufgebaut die Schatten spendeten, und die Relaxliegen für die Fahrer beherbergten. Kühlboxen, fächelde Tussies (gut gebaut und im Bikini), min. 1 Mechaniker und 1 Rundenzähler der auch die Boxensignale mit der Tafel anzeigte sorgten für den Minimalkomfort eines Werksfahrers.
Dagegen war unserer Boxenbereich mit 1 Klappstuhl und einem Regenschirm etwas mager ausgestattet. Auch verzichteten wir provokant auf Werkzeug und Tankanlage, unserer Kalkulation nach fahren wir einen Schnitt von ca. 35 km pro Std., d.h. jeder fährt 2 Std., macht 75 km - kein tanken, kein Kettespannen.
Aber wir hatten etwas was uns in der Zuschauergunst weit vor den Werksteams rangieren ließ:

Wir hatten 2 Cheerleader !!!!!!

Der Andi hat 2 Töchter die 12 und 14 Jahre alt sind, die waren dabei und zogen ihr Cheerleaderkostüm an (mit diesen Mopps in den Händen) und feuerten uns 4 die ganzen 4 Std. lang an verschiedenen Streckenpunkten an, besonders gut hat mir die Stelle auf dem Start/Zielpodest am Tabletop gefallen, als wir an ihnen vorbeisprangen.
Nach 4 Std. hatten Udo und ich 37 Runden und 4.03 Min zurückgelegt (Platz 32), Team 2 mit DR-Peter und Andy hatte ebenso 37 Runden und 4.06 Min zurückgelegt (Platrz 33), wir hatten die Jungs vom Team 2 also in 4 Stunden um satte 3 Sekunden abgeledert.
Das die Sieger Ramsbacher/Günther (Suzuki-Werksteam) 45 Runden geschafft haben sei nur am Rande erwähnt.
Zum Ende noch ein paar technische Daten:
Hanno fuhr 17 Runden
Udo fuhr 20 Runden
Die Katty verbrauchte 5 Liter Sprit
Hanno verbrauchte 4 Liter Wasser
2 Radler nach dem Rennen machten schummerig in der Birne
Der Einkehrschwung bei McDonald kam extrem gut
Die 3 Std. Fahrt zurück zogen sich wir Kaugummi

Mr. 40-Stroke