Ratbikeman Jörg auf Klassenfahrt
Auf Nordseeinsel Pellworm 

Also, Pellworm ist sehr schön und man kann sehr gut ausspannen, wenn man nicht 40 "Sonderschüler" dabei hat. 
Es bietet viel Ruhe und Besinnung, was man in der heutigen Zeit auch den Kindern vermitteln sollte. Leider war unser Klientel
nicht wirklich empfänglich für die Schönheit der Natur. 

Was macht man nun auf einer Insel, die nicht so viele Alternativen bietet und auf der die Aktivitäten auf spazieren gehen und
Rad fahren beschränkt sind? 
Ja, eine Wattwanderung! Genau. Also, Führer organisiert, Treffpunkt ausgemacht und los. - HA- 

Schuhe ausziehen niemals! 
"Das ist ja eklig!" 
"Da gehe ich nicht rein, das stinkt!"....... 

K.O., irgendwann waren dann doch die meisten dabei. 
Es dauerte genau zwei Minuten, bis sich die ersten in den Haaren hatten, der Führer seinen Vortrag über Wattwürmer und
Muscheln abgebrochen hat, zwei andere im Schlamm lagen und der größte Spaß darin bestand die anderen mit Schlamm zu
bewerfen, weil die sollen ja auch nicht sauber bleiben. 



Es gibt ein Schwimmbad. Also, mit den Leihfahrrädern hin, dachten wir. Der Weg dauert ungefähr 30 min. Wir haben es
geschafft in 45 min. die Hälfte des Weges zu schaffen! Dann haben wir abgebrochen. 
Bis dahin hatten wir 

zwei Schlägereien, 
drei Plattfüße, 
einen Spaziergänger, der unglücklicherweise den gleichen Weg, aber in die falsche Richtung benutzte, 
drei Stürze (bei einem landete der Verursacher nach dem Aufstehen im Stacheldraht der angrenzenden Weide) 
eine Asthmatikerin die einen Anfall vortäuschte. 



Nach drei Tagen hingen in sämtlichen Einkaufsmöglichkeiten der Insel Zettel die darauf hinwiesen, dass Jugendgruppen nur
noch mit max. 5 Personen und Begleitperson reingelassen werden. 



Wir gaben nicht auf! 
Eine Kutterfahrt sollte es rausreißen. Also, rauf auf den Kahn und mit einem Schleppnetz Krabben, Krebse und Fische
fangen. 
Der Fischer gab bereitwillig seinen Fang an die Kinder weiter, bis er feststellte, dass er diesen in den seltensten Fällen
lebend zurück bekam. 
Die Kutterfahrt wurde abgekürzt. 



Aber gut, vielleicht nicht das richtige Thema (zu theoretisch vielleicht). 
Also, Kutter für den nächsten Tag bestellt, um zur Hallig Hooge überzusetzen. Der Typ ließ sich tatsächlich noch einmal
darauf ein uns zu schippern (in Ermangelung anderer Feriengäste). 
-HA- Wind, Wellen, Kotzen........ 
Hallig Hooge erwartete uns mit der Besichtigung des einmaligen Pesels. Darin, wertvolle Kunstgegenstände, Kacheln, Vasen
usw.. Au waia..... 
Na ja, wir sind dann besser gegangen, nachdem die Hälfte der Gruppe mehr am WC interessiert war als am Vortrag des
Peselbewohners. 
Der war sowieso schon nach kurzer Zeit etwas irritiert, nachdem er auf die Frage, aus welchem Jahrhundert diese Vasen
wohl wären, die Antwort erhielt "Aus dem 30Jh. mensch!" 

O.k., Pesel auch nix! 



Wir erkannten, dass wir mehr Eigenprogramm brauchten. Also, raus mit den Spielen. 
Vier gewinnt kennt jeder, so auch unsere Kameraden. Nur, die spielen das anders. 
"Oh ja, Vier gewinnt. Wer hat dem anderen zuerst vier an der Kopp geschmissen!" 
Gut, eine Fehleinschätzung von uns. Aber wir können noch. 

Fußball: 
Wiese nass, Ball fast platt, Lehrer, Jungen, Mädchen, alle dabei. 
Könnt ihr euch vorstellen was geschieht, wenn rachsüchtige Jungen mit/gegen fußballanfänger Mädchen mit/gegen 10
Ausputzer und Lehrer nebst Direktor Fußball spielen? 
Genau .......so war es auch! 
Als erstes wurde der übergewichtige Direktor weggesenst, danach zu dritt auf mich und zum Schluss konnte sich unsere
Referendarin gerade nach vor einem Kopfschuss in Sicherheit bringen. 
Klasse Spiel, nur leider verlor natürlich die falsche Mannschaft, so dass das Abendbrot nicht sehr harmonisch war. 



Ich kürze ab: 

Geld und Handys wurden geklaut. 
ein Mädchen hatte jeden Tag etwas anderes (Herr Schwaniz, mein Auge geht nicht auf.....mein Arm hängt
runter......ich krieg´ keine Luft.....usw.). 
Geschirr landete aus dem dritten Stock im Garten. 
Ein Junge aus dem Nachbarhaus wurde kurzerhand wegen angeblichen pöbelns durch Faustschlag an Schläfe vom
Fahrrad, somit zu Strecke gebracht. 
Hyperaktiver Junge nahm letzte Ritalin am Tag der Abfahrt. 
Die Leihfarräder wurden von LKW als Einzelteilhaufen abgeholt. 

Jeder kennt den Spruch: Ich und Du, Müllers Kuh...........unser Lehrer ist genau so doof wie Du. 
Heute ist das anders: 
"Alle Lehrer dieser Welt, lutscht meinen Schwanz!" Das aus 40 Kehlen von der Reling der Fähre zum Festland, über 30min. 
So ging die Klassenfahrt zu Ende! 

Ende